27. Mai 2019, 14:00 Uhr

Erdbeersaison

Von der Hand in den Mund

40 Hektar Erdbeerfelder bewirtschaftet der Betrieb »Wetterauer Früchtchen«. Verkauft wird aber nicht nur vor der Haustür. Auch in Nachbarlandkreisen sind die Früchte beliebt, sagt der Chef: »Der Boden hier ist top.«
27. Mai 2019, 14:00 Uhr
Pro Jahr setzen die Mitarbeiter von »Wetterauer Früchtchen« etwa 1 Million Erdbeerpflanzen aus. (Fotos: sda)

Ein Tag, sieben Tonnen Erdbeeren: Es ist Hochsaison. Für den Chef des Gambacher Familienunternehmens »Wetterauer Früchtchen«, Maximilian Reuhl, bedeutet das: viel zu tun. Auf 40 Hektar verteilen sich die Felder des Betriebes, ein großes zum Beispiel liegt am Ortseingang des Butzbacher Stadtteils Nieder-Weisel.

Die Früchte, sagt Reuhl, werden täglich frisch ausgeliefert - an die rund 20 hofeigenen Stände sowie an rund 30 Einzelhändler in der Region.

Dass sich der Verkauf auch in Richtung Gießener Raum, Lahn-Dill-Kreis und Hochtaunus ausbreitet, liegt laut Reuhl daran, dass Wetterauer Obst besonders gefragt ist: »Der Wetterauer Boden ist top. Das schmeckt man auch.«

Was man auch schmeckt, wie Reuhl sagt: Dass die Erdbeeren seit eineinhalb Wochen unter freiem Himmel wachsen. »Die Sonnenstrahlen machen schon einen kleinen Unterschied. Die Erdbeeren sind dadurch einen Tick süßer.« Vorher sind die Früchte in Folientunneln gewachsen. Seit April schon - weil mit Abwärme aus der Biogasanlage geheizt worden ist. »Die Kunden wollen immer früher Erdbeeren, aber eben keine aus Spanien«, sagt Reuhl. Deswegen gebe es fast das ganze Jahr über welche. »Der Höhepunkt ist aber im Mai und im Juni.«

Für die Schädlingsbekämpfung, erzählt Reuhl, würden nur wenige Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Stattdessen setze der Betrieb auf sogenannte Nützlinge, also biologische Schädlingsbekämpfung. Dafür sei ein Agraringenieur zuständig, der zum Beispiel schaut, ob Schlupfwespen eingesetzt werden können, die sich von Blattläusen ernährten.

Insgesamt, sagt Reuhl, werden rund 1 Million Erdbeerpflanzen pro Jahr gesetzt, die Sorten unterscheiden sich. Es gebe unter anderem sogenannte remontierende Pflanzen, also quasi immertragende. Andere, die sogenannten Clerys, haben nach vier Wochen ausgedient und werden jährlich neu gepflanzt - müsste zwar nicht sein, so sei jedoch das Verhältnis zwischen Blatt und Frucht das beste.

Problematisch sei es allerdings, Personal für die viele Arbeit zu finden. Hilfe, auch bei der Spargel- und Kirschenernte, bekomme Reuhl daher hauptsächlich von Erntehelfern aus dem Ausland: pro Jahr etwa 200, die Hälfte davon kommt aus Polen, zudem kommen einige Erntehelfer aus Kroatien und Rumänien. Sie bleiben für zwei bis drei Monate, dann fahren sie wieder nach Hause.

Seit vergangenem Freitag kann übrigens auch selbst gepflückt werden - zum Beispiel auf dem Feld in Nieder-Weisel. Preislich, sagt Reuhl, macht das einen Unterschied: Wenn man die Erdbeeren selbst ernte, zahle man etwa die Hälfte. Die Nachfrage nach Erdbeeren sei jedenfalls gestiegen - »weil regionale Produkte in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden sind«.

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