27. November 2018, 21:12 Uhr

Von Sternen, Augen und Kränzen

27. November 2018, 21:12 Uhr
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Von Dennis Pfeiffer-Goldmann
In allen Abteilungen des Berufsbildungswerks Südhessen laufen die Vorbereitungen für den Adventsmarkt, der von Donnerstag bis Sonntag auf das Gelände lockt. Floristen-Azubi Sabrina Kappes klebt noch einen Zapfen ans Adventsgesteck. (Foto: Pfeiffer-Goldmann)

Die Heißklebepistole ist das Werkzeug, was Sabrina Kappes (20) am häufigsten benötigt. Denn nicht jedes Deko-Element lässt sich an den Adventskranz stecken oder binden. In der Floristen-Werkstatt des Karbener Berufsbildungswerks Südhessen (BBW) herrscht seit Wochen Hochbetrieb. Denn für den Adventsmarkt muss genug Ware fertig sein.

»Fast so schön wie Valentinstag« sei es, die Kränze, Gestecke und Sträuße für den Advent anzufertigen, sagt die Floristin-Auszubildende. Im dritten Lehrjahr ist die Odenwälderin. Anfangs musste sie noch jedes Detail fürs Kranzbinden lernen. Nun genießt sie es ihre Kreativität auszuleben.

600 bis 700 Adventskränze werden die 14 angehenden Floristinnen bis Donnerstag fertig haben, ganz viele Sträuße und Gestecke noch dazu. »Türkis und Grün sind diesmal die Trendfarben – und ein ganz dunkles Aubergine«, erklärt Ausbilderin Simone Fey. Und das klassisches Rot? »Das geht immer.«

Verdunkeln für die Blüte

Das ist auch bei den Weihnachtssternen der Renner, die Hochblattpflanzen stehen in den Gewächshäusern bereit. Zierpflanzen-Azubi Lukas Jahnel (20) putzt sie noch ein letztes Mal aus.

Seit Mitte Juli beschäftigen die Sterne die Azubis. Die Pflanzen wollen besonders gepflegt werden – nicht nur, weil sie kein Wasser von oben vertragen. Sondern vor allem, damit sie zur Adventszeit in voller Blüte stehen. Das geht nur mit einem Trick: »Wir müssen das Gewächshaus verdunkeln, denn der Weihnachtsstern ist eine Kurztagspflanze«, erklärt Lukas Jahnel. Erst wenn die Tageslichtdauer elf Stunden unterschreitet, beginnt das Gewächs, seine Blüten auszubilden. Von Mitte September bis Mitte Oktober, müssen die Azubis täglich zum Feierabend den Pflanzen die einbrechende Nacht simulieren – und schwarze Folien über die Hochbeete ziehen. Etliche Züchtungen, insgesamt 3000 Pflanzen haben die BBW-Azubis unter Leitung von Ausbilder Joachim Rudel aufgezogen.

Riesigen Mengen an Plätzchen haben die angehenden Hauswirtschafterinnen gebacken. Nun sind Laura Gallo (23) und Miriam Franz (19) dabei, die Kokoshalbmonde abzuwiegen und einzutüten. Jede Tüte mit 150 Gramm zu 3,50 Euro. Auch Schneeflöckchen und Lebkuchen, Buttergebäck und Bethmännchen, Engelsaugen und Krippenstern, Vanillekipferl und Spritzgebäck haben sie vorbereitet.

Denn in diesem Jahr sind bei den Floristen viele Überstunden angefallen. Der Grund: »Das war ein extrem trockener Sommer«, erklärt Ausbilderin Simone Fey. Weil die Tannenzweige trockener als normal sind, konnten die Azubis die »Werkstücke« nicht schon Wochen im Voraus anfertigen. Sonst hätten die Kränze wohl schon im Auto der Kunden auf dem Weg nach Hause angefangen zu nadeln.

Die Lösung? »Wir haben besonders früh angefangen, aber zunächst ohne Grün gearbeitet«, erläutert Sabrina Kappes. In die vorbereiteten Kränze und Gestecke wurden seit vergangener Woche die Zweige eingearbeitet. Damit die viele Arbeit Spaß macht, haben es sich die Azubis am Arbeitsplatz angenehm gemacht. »Wir haben uns Tee gekocht und Weihnachtslieder angehört«, verrät Sabrina Kappes.



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