Wetterau

Von Luther zum »singenden Postboten«

Viele fleißige Hände hatten sich Mühe gegeben, den Saal des Erika-Pitzer-Begegnungszentrums in ein herbstlich dekoriertes »Festzelt« zu verwandeln. Nach Grußworten von Bruno E. Ulbrich und Helmut Körner sowie Gratulation an den Kreisvorsitzenden Reinhard Schwarz zum Erhalt des Bundesverdienstkreuzes begann der ereignisreiche, bunte Nachmittag beim Bund der Vertriebenen.
23. November 2017, 21:08 Uhr
Redaktion
Haben Spaß (v. l.): Gerhard Fay, Bruno E. Ulbrich, Norbert Quaiser und Horst Schepp. (Foto: pv)

Viele fleißige Hände hatten sich Mühe gegeben, den Saal des Erika-Pitzer-Begegnungszentrums in ein herbstlich dekoriertes »Festzelt« zu verwandeln. Nach Grußworten von Bruno E. Ulbrich und Helmut Körner sowie Gratulation an den Kreisvorsitzenden Reinhard Schwarz zum Erhalt des Bundesverdienstkreuzes begann der ereignisreiche, bunte Nachmittag beim Bund der Vertriebenen.

Für einen schwungvollen musikalischen Auftakt sorgte die »Goldene Stimme« aus Pohlheim, Gerhard Fay, mit seinem Akkordeonisten Horst Schepp. Der Tenor, auch als »singender Postbote« bekannt, begeisterte die Besucher mit Volksmusik, Schlagern und Oldies und bewegte sie zum Mitsingen.

Im Zentrum der Nachmittagsveranstaltung stand ein Vortrag von Bruno E. Ulbrich. Dieser erinnerte daran, dass vor 500 Jahren in Wittenberg der Augustinermönch Martin Luther seine Stimme erhob. Er fordert die Herrscher Europas heraus, den Kaiser und den Papst. Luthers Anspruch: Die christliche Kirche müsse zu den Wurzeln Christi, zum Evangelium zurückkehren.

Für viele war es neu zu hören, dass Martin Luther als Martin Luder geboren wurde. Seine Eltern waren durch Bergbau wohlhabende Bürger geworden. An der Universität Erfurt beendete er sein Grundstudium und wurde auf Wunsch des Vaters Jurist. 1505 beschließt der fleißige Jurastudent, nach einem Blitzeinschlag neben ihm auf dem Feld, in das Augustinerkloster in Erfurt einzutreten.

Lebhaft erinnerte sich Irmgard Eckel noch an den »Polstertanz«, der bei bei Kirchweih- und Erntedankfesten in ihrer Egerländer Heimat getanzt wurde. Auch als sie nach der Vertreibung aus der Heimat ins hessische Wölfersheim kam, gab es noch Feste, bei denen der Polstertanz wieder auflebte. Wie tanzt man mit einem Polster? Tänzerinnen und Tänzer bilden einen großen Kreis, die Musikanten spielen einen Walzer. Ein Tänzer geht allein mit einem Kissen innerhalb des Kreises und lässt das Kissen vor einer Tänzerin seiner Wahl fallen. Beide knien sich auf das Kissen, umarmen oder küssen sich und tanzen dann miteinander Walzer. Nach einigen Takten bricht die Musik ab und das Paar scheidet aus. Anschließend beginnt das Tanzspiel zu Walzerklängen erneut, jedoch mit vertauschten Rollen.

Es fehlt nur noch das Polster

So durch Irmgard Eckel »angefeuert« hielt es Julia Rauner und Günther Schmidt nicht auf ihren Plätzen. Im Walzertakt schwebten sie durch den Saal, leider hatte keiner ein »Polster« dabei. Mit dem Auftreten von Rosemarie Kunz, Inge Vetter und Anni Appel begann der unterhaltsame Teil des Nachmittags bis Bruno E. Ulbrich, nach Blick auf die Uhr, schließlich zum Feierabend mahnte. Beim Schlusslied »Kein schöner Land« reichte man sich die Hände und verabschiedete sich bis zur Adventsfeier. (Foto: pv)

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