27. Juni 2017, 20:23 Uhr

Von Le Havre nach Saint-Malo

27. Juni 2017, 20:23 Uhr
Die Bad Nauheimer Reisegruppe bei einem Abstecher auf die Insel Jersey. (Foto: pv)

Die Studienreise des Kulturforums führte diesmal 30 Mitglieder und Freunde in die Normandie und die Bretagne. Sowohl die planende Vorbereitung als auch die Leitung lagen in den Händen von Kerstin Eisenreich und Garry Krenz.

Das Bild der Landschaft in diesen nördlichen Regionen Frankreichs wird bestimmt von ausgedehnten Getreide- und Rapsfeldern und von vielen Rinderweiden. Im alten Kern der Städte fallen die urtümlichen normannischen Fachwerkhäuser durch ihre vorwiegend senkrecht gestellten Balken auf. Vor allem aber bestimmen Kirchen und Klosteranlagen das Bild: streng romanisch die Ruine des Benediktinerklosters Jumièges, gotisch die Kirchen in Caen, Dinan und St. Malo. In ihnen zeugen die hohen Gewölbe der Chöre, farbkräftige Glasfenster und einladende oder abschreckende Figuren an der Außenfassade von der hoch entwickelten Kunst des Kirchenbaus im Norden Frankreichs. An der Kathedrale Notre-Dame in Rouen mag diese Kunst ihren Höhepunkt erreicht haben mit dem durchbrochenen Maßwerk vor der Westfassade, den tiefblauen Glasfenstern im Chor und den Prophetengestalten, die man zum Schutz vor weiterer Schädigung durch Witterung und Zeitläufe im Innern aufgestellt hat.

Schon früh haben das Meer und die reizvolle Küstenlandschaft Franzosen und Gäste in die Badeorte an der Kanalküste gelockt. Beim noblen Deauville ist es der weite Strand, der vielen Gästen Raum bietet, in Étretat dagegen schmiegt sich eine idyllische Bucht an die zerklüfteten Felsen der Alabasterküste. Weiter westlich hebt sich der Mont-St.-Michel wie eine Erscheinung aus dem Meer, immer noch ein Wallfahrtsort der Massen. Haben sie sich über steile Treppen hinaufgedrängt, bieten ihnen weite, hallenartige Räume des alten Klosters und ganz oben dann auch die Kirche und der Kreuzgang genug Raum, um den unvergleichlichen Reichtum dieses Berges zu bewundern.

Da und dort drängen sich in die friedliche Küstenlandschaft Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg. Im Musée du Débarquement bei Arromanches vermittelt ein Filmpanorama in Bild, Ton und Wort Eindrücke von den dramatischen Ereignissen der Landung alliierter Truppen am 6. Juni 1944.

Deutlich gezeichnet von den kriegerischen Ereignissen jener Zeit ist die Hafenstadt Le Havre. Sie hat die zerstörten Stadtteile durch Wohnviertel in einem modernen Stil ersetzt, die sich um den Betonbau der von Auguste Perret erbauten St.- Josephs-Kirche gruppieren. Saint-Malo hingegen hat sich für die Wiedererrichtung von Altstadt und Stadtmauer im alten Stil entschieden.

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