05. März 2018, 20:23 Uhr

Von Helden und Antihelden

05. März 2018, 20:23 Uhr

Dem Thema »Helden und Antihelden, in der Literatur« hatte der Karbener Literaturtreff seinen Literaturabend gewidmet. Die Akteure des Abendprogramms stellten literarische Texte bekannter und auch weniger bekannter Autoren vor. Die Geschichte des Heldenbegriffs wurde mit literarischen Beispielen verschiedener Literaturgattungen erhellt. Heiter begrüßt der Vorsitzende des Vereins Hans-Martin Thomas im gut besuchten »Kuhtelier« die Gäste. Das Abendprogramm beginnt musikalisch mit dem Klavierstück »We are the champions« (Queen) gespielt von der Pianistin Martina Riedel, die das literarische Programm im Laufe des Abends musikalisch schwungvoll bereichert.

Renate Gasser, die Organisatorin des Literaturabends, führt moderierend durchs Programm. Zu Beginn schildert sie den inhaltlichen Wandel des Heldenbegriffs durch die Jahrhunderte. Von der griechischen Mythologie bis zur Jetztzeit. Vom zwischen den Menschen und den Göttern stehenden Helden der Mythen und Sagen zu den modernen Heldengestalten der aktuellen Filmwelt. Dem so gezeigten Heros stellt Renate Gasser den Antihelden entgegen, der sich durch Passivität und Lethargie auszeichnet. Die Versionen der literarischen Heldengestaltung bestimmen das Programm, angefangen mit Fontanes »John Maynard«, die Ballade vom aufopfernden Steuermann, der sein Leben hingibt, um Schiff und Menschen zu retten, bewegend rezitiert von Barbara Metz.

Reinhold Messners Bücher

Den Schillerschen Wallenstein als zaudernden Helden und als geniale Sprachschöpfung rezitiert gekonnt Dieter Körber.

Die Geschichte von Richard Krebs alias Jan Valtin, einem Doppelspion zischen Gestapo und Komintern, erzählt Rosie Cordsen-Enslin. Walter Enslin berichtet anhand der Bücher Reinhold Messners von der Endurance-Expedition und den besonderen Helden dieser Expedition Ernest Shackleton und Frank Wild.

Mitreißend gestalten Ingrid und Robert Axt die Lesungen und Erläuterungen des Romans von Velma Wallis »Zwei alte Frauen«. Der Roman spielt am Polarkreis und schildert das Leben zweier alter Indianerinnen, die ihr in Hungersnöte gefallener Stamm allein zurücklässt, dem Tode preisgegeben. Sie nehmen ihr Schicksal nicht an und es gelingt ihnen mithilfe ihrer Lebenserfahrung und ihrer Lebensklugheit, triumphierend zu überleben. Einfühlsam stellt Rosie Kärcher Herman Melvilles Erzählung »Bartleby, der Schreiber« vor, die Geschichte eines Antihelden, der sich plötzlich den Anforderungen des Berufslebens und des Lebens überhaupt verweigert. Ursprünglich war Bartleby Kopist in einem Anwaltsbüro an der Wall Street, bis er auf Anweisungen mit dem Satz »I would prefer not to….« reagierte. Diese Verweigerungshaltung hat die Erzählung bis zum heutigen Tag berühmt gemacht. »I would prefer not to…« ist daher heute noch ein geflügeltes Wort an der Wall Street.

Mit komödiantischen Einlagen gestaltet Dieter Körber die Vorstellung des Schelmenromans »Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk« von Jaroslav Hašek. Ein unfreiwilliger Held, der sich mit Pfiffigkeit und Mutterwitz durch die Fährnisse des Kriegslebens mogelt. Nach einem musikalischen Ausklang werden die Akteure des Abends mit anhaltendem Applaus verabschiedet.

Der Literaturtreff beschäftigt sich am Donnerstag, 22. März, mit dem Thema »Leidenschaftlicher Fanatismus in der Literatur«. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, im »Kuhtelier« im Schlosshof von Leonhardi, Burg-Gräfenröder Straße 2, in Groß-Karben. Der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne entgegengenommen.

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