Wetterau

Von Heiligen und Johannitern

Ganz im Zeichen der Kirche der Johanniter in Nidda stand die Jahrestagung der Vereinigung für Heimatforschung in Vogelsberg, Wetterau und Kinzigtal – einem Zusammenschluss von 54 Geschichtsvereinen im Wetteraukreis, dem Main-Kinzig-Kreis und dem Altkreis Lauterbach. Der Ort war anlässlich der Feierlichkeiten des 1200. Jubiläums der Ersterwähnung Niddas ausgewählt worden, der die Themen der zwei heimatgeschichtlichen Vorträge und der Führung durch den Ort vorgab.
16. Oktober 2017, 19:41 Uhr
Redaktion
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Dr. Dieter Wolf

Ganz im Zeichen der Kirche der Johanniter in Nidda stand die Jahrestagung der Vereinigung für Heimatforschung in Vogelsberg, Wetterau und Kinzigtal – einem Zusammenschluss von 54 Geschichtsvereinen im Wetteraukreis, dem Main-Kinzig-Kreis und dem Altkreis Lauterbach. Der Ort war anlässlich der Feierlichkeiten des 1200. Jubiläums der Ersterwähnung Niddas ausgewählt worden, der die Themen der zwei heimatgeschichtlichen Vorträge und der Führung durch den Ort vorgab.

Der Niddaer Turm, Wahrzeichen der Stadt und ehemaliger Turm der Johanniter-Kirche, ist mehr als ein Jahrzehnt lang unter Führung der Kreisarchäologie des Wetteraukreises mit Unterstützung von Studierenden der Archäologie und Mitgliedern des Museumsvereins erforscht worden. Die Fundstücke der Ausgrabungen der Reste der Kirche, haben inzwischen ihren Platz in dem vom Verein betriebenen Heimatmuseum gefunden.

Nach einem ökumenischen Freiluftgottesdienst innerhalb der einstigen Grundmauern der Johanniterkirche referierte Dr. Jörg Lindenthal, Kreisarchäologe des Wetteraukreises, über die Ergebnisse der Ausgrabungen an dem Gotteshaus, deren Erkenntnisse er mit Funden bei den Ausgrabungen der Herrgottskapelle in Büdingen und des Waaghauses in Friedberger verglich. Besonders interessant: Es gab in Nidda wohl einen Vorgängerbau der Johanniterkirche, der bis ins achte Jahrhundert zurückdatiert werden kann. Dr. Dieter Wolf, Stadtarchivar und Museumsleiter in Butzbach, sprach anschließend über die Baugeschichte der drei Johanniterkirchen der Region in Nidda, Nieder-Weisel und Rüdigheim (Main-Kinzig-Kreis). Seine Rekonstruktionszeichnungen der verschiedenen Stadien von Bau und Verfall der romanisch erbauten und gotisch ergänzten Niddaer Kirche ließen die Ausgrabungsergebnisse lebendig werden. Besonders spannend: Aufgrund von Forschungen in Belgien ist inzwischen klar, dass von dem in der Weiseler Kirche bestatteten Heiligen Sintram eine Beschreibung von Leben und Tod erhalten ist, die die älteste bekannte Erzählung aus der Wetterau sein dürfte.

Die nächste Jahrestagung der Vereinigung findet voraussichtlich im September 2018 in Ockstadt statt. (Foto: pm)

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Von-Heiligen-und-Johannitern;art472,331283

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