06. August 2019, 21:11 Uhr

Von Bergarbeiterhäusern bis Kühlsee

06. August 2019, 21:11 Uhr
Gustav Jung erläutert bei einer Radtour die Besonderheiten der Bergarbeitersiedlung in Weckesheim. (Foto: prw)

Bei einer Radtour zu den Tagen der Industriekultur informierte sich eine Gruppe über Bergbau und die Bergarbeitersiedlungen in Wölfersheim und Weckesheim. Zu der rund 20 Kilometer langen Radtour am ersten Sonntag im August hatte Kreisbeigeordneter Matthias Walther eingeladen. Knapp 30 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Das Thema der diesjährigen Tage der Industriekultur lautet »Baukultur«. Über die Baukultur der örtlichen Bergarbeitersiedlungen berichtete Gustav Jung, Vorsitzender des Wetterauer Denkmalbeirates.

Bürgermeister Eike See begrüßte die Gruppe. Nach einer halbstündigen Führung durch das Energiemuseum durch die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder Helmut Ries, Gerhard Künstler und Heinrich Heertz ging es in die Heyenheimer Straße, wo die PREAG in den 20er Jahren für ihre Arbeiter die Häuser erbauen ließ. Das Besondere an den Häusern sind die sogenannten »Zollinger Dächer«, für die das in der Nachkriegszeit wertvolle Baumaterial Holz sparsam verwendet werden konnte.

Vorbei am Wölfersheimer See ging es zum ehemaligen Schwelteich, der zur Kühlung des bis Anfang der 60er Jahre betriebenen Schwelkraftwerks diente. Das Wasser enthielt damals große Mengen von Teerresten, die sich an der Wasseroberfläche absetzten. Teilweise war die Schicht bis zu 30 Zentimeter dick und musste abgeschöpft werden. Heute wirkt der See wie ein Naturidyll.

Über Echzell, Gettenau und Bingenheim ging es weiter zum bedeutendsten Naturschutzgebiet des Auenverbundes Wetterau, dem Bingenheimer Ried. Das 85 Hektar große Niedermoor ist ein ideales Brutgebiet für seltene Vogelarten, für Amphibien und 40 Libellenarten. Die extreme Trockenheit in diesem Jahr macht sich auch hier bemerkbar. Die Vögel haben sich andere Plätze ausgesucht, zum Beispiel den Pfaffensee. Bis Ende der 80er Jahre Bauplatz für Braunkohle und seit den 90er Jahren unter Naturschutz gestellt, ist der Pfaffensee gemeinsam mit dem benachbarten Teufelssee ein wichtiger Brut- und Rastplatz für seltene Vogelarten.

»Der Bergbau hat die Wetterau geprägt. Die Wunden der Landschaft, die einst der Tagebau schlug, sind heute zur Wetterauer Seenlandschaft geworden und ein touristisches Pfund für unsere Region«, so Kreisbeigeordneter Matthias Walther.

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