25. April 2018, 20:52 Uhr

»Volle Möhre« an Karl-Weigand-Schule

25. April 2018, 20:52 Uhr
»Volle Möhre« beackern die Schüler der Karl-Weigand-Schule ihre Beete. (Foto: nol)

Seit dem Sommer 2017 hat die Karl-Weigand-Schule (KWS) in Nieder-Florstadt einen eigenen Schulgarten, der vom Förderkreis der KWS finanziert und vom Bildungsprogramm »GemüseAckerdemie« unterstützt wird. Unter dem Projektabschnitt »Volle Möhre« beackerten jetzt mit großem Engagement 33 Schüler der 3., 4. und 7. Klasse zehn Beete. Unterstützt wurden sie dabei von Dr. Jule Mangels und Christiane Jünemann von der »GemüseAckerdemie« und den Lehrern Matthias Bauer und Christian Sacks von der KWS. Die Beete wurden mit Mangold, Palmkohl, Rote Beete, Zwiebeln, Knoblauch, Möhren, Fenchel und Kartoffeln bepflanzt. Dies war die erste von insgesamt drei Pflanzungen in diesem Jahr. Die nachfolgenden Pflegearbeiten werden die Schüler unter Anleitung ihrer Lehrer übernehmen, die in mehreren Fortbildungen für die Anforderungen rund um den Acker geschult worden sind. Die Aufgaben reichen vom Gießen und Unkrautjäten über das Einsammeln von Käfern und Schnecken bis hin zur eigentlichen Ernte.

Seitens der »GemüseAckerdemie« werden speziell konzipierte Bildungsmaterialien bereitgestellt, in denen durch praktisches Erleben die Wertschätzung für Lebensmittel und das Interesse für biologische Vielfalt gesteigert wird. Durch den Anbau, die Ernte und das Verarbeiten von Gemüse lernen die Kinder landwirtschaftliches Grundwissen und erfahren mit allen Sinnen den natürlichen Verlauf eines Ackerjahres. Zusätzlich ist das geerntete Gemüse ein Hauptbildungsmaterial, das direkt auf dem Acker begutachtet, verkostet und beim gemeinsamen Kochen verarbeitet wird.

Teilnahme an HR 3-Kürbiswette

Ein besonderes Projekt wird in diesem Jahr die Teilnahme an der HR 3-Kürbiswette sein. Hier wird im Herbst der größte Kürbis mit einer Party für die Gewinner prämiert. Die Idee zur Entwicklung eines »ackerdemischen« Bildungsprogramms kam dem studierten Landwirt Christoph Schmitz bereits während seiner Dissertation am Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Nach deren Fertigstellung beschäftigte er sich eingehender mit der Idee: Viele Schulklassen besuchten seinen elterlichen Hof für einen Tagesausflug.

Schmitz stellte sich die Frage, ob Kinder an einem einzigen Tag tatsächlich nachhaltig lernen, wie natürliche Prozesse und Landwirtschaft funktionieren. Als Antwort schrieb er 2012 die wissenschaftliche Arbeit »Entfremdung der Gesellschaft von Nahrungsmitteln« und entwarf darin seine Lösung eines sozialunternehmerischen Bildungsprogramms.

Anschließend testete Schmitz mit seiner Schwester Ulrike und ihrer Schulklasse die »GemüseAckerdemie« in einem Pilotprojekt und ließ den Versuch wissenschaftlich begleiten. Die Begeisterung der Kinder auf dem Acker und der nachgewiesene Lernerfolg waren überzeugend, sodass 2014 das gemeinnützige Sozialunternehmen Ackerdemia gegründet wurde.

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