12. Juni 2019, 19:36 Uhr

Viel Herzblut und Arbeit investiert

12. Juni 2019, 19:36 Uhr
Lob gibt es beim Termin in der Alten Schule in Kaichen vor allem für das ehrenamtliche Engagement, das der Verein Dorfentwicklung Kaichen aufbringt. (Foto: prw)

Landrat Jan Weckler hat dieser Tage einen Zuschussbescheid für die denkmalgerechte Sanierung der historischen Eingangstür an der Alten Schule Kaichen an die Mitglieder des Vereins Dorfentwicklung Kaichen überreicht.

Das Gebäude in der Brunnenstraße 6 in Kaichen hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 1782 errichtet, war es zunächst Verwaltungssitz der Friedberger Burggrafen, danach Schule mit Lehrerwohnung, wodurch es seine Bezeichnung als Altes Schulhaus bekommen hat. Im Jahre 1902 wurde es zum Wohnhaus umgewidmet. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier Menschen gefangen gehalten. Seit fünf Jahren steht das Gebäude komplett leer und hat seine frühere Rolle als sozialer und kultureller Mittelpunkt Kaichens eingebüßt.

Mit der Aufnahme des Niddataler Stadtteils Kaichen in das Dorferneuerungsprogramm wurde auch die Sanierung der Alten Schule angegangen. »Insgesamt 280 000 Euro aus Mitteln der Dorferneuerung betrug der Zuschuss für die Sanierung des Gebäudes bereits damals«, erinnerte Landrat Weckler bei einem Ortstermin.

Mit dabei hatte er diesmal einen weiteren Scheck über 1200 Euro aus Mitteln des Denkmalschutzes speziell für die aufwendige Sanierung der Eingangstür, die noch aus der Erbauungszeit stammt und dringend instand gesetzt werden muss. Das Schnitzwerk der Türblätter ist in seiner Fülle auf den ersten Blick gar nicht mehr zu erkennen. Jetzt wird ein Tischler dafür sorgen, dass die Tür ihren alten Glanz zurückerhält.

»Im Angesicht der großen Aufgabe, die sich die Mitglieder des Vereins Dorfentwicklung Kaichen mit der Sanierung der Alten Schule gesetzt haben, wollen wir damit auch ein Zeichen der Wertschätzung setzen und die Arbeit, die Sie hier leisten, würdigen«, sagte Weckler bei der Besichtigung der Bauarbeiten.

Der Aufwand für die Sanierung ist gewaltig. Architekt Bastian Völler sprach von einem Sanierungsrückstau von rund 100 Jahren, was zur Folge hat, dass die ursprünglich geplanten Kosten für die Sanierung des Gebäudes deutlich überschritten werden. Insbesondere waren weit mehr morsche oder gar faule Balken auszutauschen als ursprünglich geplant, was auch den Zeitplan für die Arbeiten durcheinandergebracht hat. »Die Sanierung eines solchen Gebäudes braucht Zeit und Geld, aber Sie haben auch schon vieles geleistet«, sagte Weckler an die Adresse des Vereins Dorfentwicklung Kaichen. »Sie haben hier ein echtes Gemeinschaftsprojekt auf die Beine gestellt, das für die Identifikation im Ort besonders wichtig ist.«

Auch Niddatals Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel sprach von einem wichtigen Identifikationsobjekt für die Menschen in Kaichen. »Hier wurde viel Herzblut und ehrenamtliche Arbeit investiert.«

Dirk Schneider, Vorsitzender des Vereins Dorfentwicklung, sagte: »Neben der materiellen Förderung, die wir natürlich dringend brauchen, freut uns aber auch die persönliche Anerkennung durch Besuche und unterstützende Worte wie heute.«

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