28. April 2017, 20:04 Uhr

Verwaltung prüft »Mitfahrer-Bänke«

28. April 2017, 20:04 Uhr
Avatar_neutral
Von Stephan Lutz

Ungewöhnlich lange hat sich das Parlament mit einem Prüfauftrag der SPD an den Magistrat beschäftigt, in Leidhecken eine »Mitfahrer-Bank« aufstellen zu lassen. Bianca Stelz sprach von vielen Dörfern mit Infrastrukturmangel, die über keinen Einzelhandel oder medizinische Versorgung verfügen. Und von vielen Menschen, die sich kein eigenes Fahrzeug leisten könnten. »Im besten Fall schaffen wir ein Mehr an Miteinander, Gemeinsamkeit und gut funktionierender Nachbarschaft«, sagte Stelz.

Christiane Wehrum-Hötzel (CDU) verweigerte die Zusage – nicht zuletzt aus Kostengründen. Sie forderte stattdessen ein Gesamtkonzept, das gut kommuniziert werden müsse. Man benötige einen Hingucker, der den Sinn der Bank vermittle, und weitere Bänke auf der Gegenseite, »denn jeder Mitgenommene will irgendwann auch wieder zurück«, kritisierte sie. Sie schlug eine Änderung des Prüfauftrags dahingehend vor, sich gemeinsam unter anderem mit der Agenda-Arbeitsgruppe Verkehr Gedanken zu machen und die besten Möglichkeiten zu erörtern.

Dagegen ging Bürgermeister Herbert Unger ungewöhnlich scharf vor. Man solle nicht alles kaputtreden, ärgerte er sich und schlug der CDU vor, dem SPD-Prüfauftrag zuzustimmen und abzuwarten. Gudrun Neher von den Grünen bedauerte den Tonfall der hitzigen Debatte. Für sie sei das SPD-Ansinnen eine »charmante Idee«, die zwar auch bei ihr Fragen aufgeworfen habe. Sie vertraue aber auf die professionelle Verwaltung und den Magistrat und erwarte eine Vorlage.

»Wer’s nicht probiert, kann keine Erfahrungen sammeln«, schloss Stefan Lux (SPD) seine Rede, und Christel Schmidt (CDU) sprach sich abschließend doch für den Prüfauftrag der SPD ohne Änderungen aus. Entsprechend gespalten präsentierte sich die CDU bei der Abstimmung. Vier Christdemokraten waren mit der SPD-Mehrheit und den Grünen dafür, drei sprachen sich dagegen aus, ein Mandatsträger enthielt sich.

Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung weichte das Parlament nach längerer Debatte die Richtlinien zum Thema Baulandvergabe an Einheimische mit Eigentum im Stammheimer Baugebiet »Lacheweg« auf. Stadtverordnetenvorsteherin Ute Schneeberger teilte mit, vier Grundstücke würden zu »besonderen Bedingungen« verkauft.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos