22. März 2017, 20:10 Uhr

Ausstellung ab 27. März

Vergiss deinen Namen nicht: Die Kinder von Auschwitz

22. März 2017, 20:10 Uhr
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Aus der Redaktion

Kinder in Auschwitz: Das ist der dunkelste Fleck einer dunklen Geschichte. Sie wurden mit ihren Familien nach Auschwitz verschleppt oder kamen dort unter unvorstellbaren Bedingungen zur Welt. Nur wenige haben das überlebt. Zeit ihres Lebens tragen sie die Spuren des Erlittenen auf dem Körper und in ihren Seelen. Am Unterarm oder Schenkel eintätowiert, wächst die Häftlingsnummer mit. Auschwitz ist immer da. Am Tag, am Abend, in der Nacht: die Trennung von den Eltern und Geschwistern, die »Kinderblocks« im Lager, die an ihnen vollzogenen medizinischen Versuche, der ständige Hunger, die Sehnsucht nach Familie, einem warmen Federbett, nach Geborgenheit. Nach ihrer Befreiung kannten manche weder ihren Namen, noch ihr Alter oder ihre Herkunft. Fast alle waren Waisen. Sie trauten keinem Menschen mehr, mussten mit ihren Kräften haushalten, waren voller Angst.

Spurensuche seit 1972

Journalist und Filmemacher Alwin Meyer hat über Jahrzehnte hinweg die Kinder von Auschwitz gesucht, mit ihnen gesprochen und ihr Vertrauen gewonnen. Viele erzählten zum ersten Mal vom Lagerleben, von einer Kindheit, in der der Tod immer präsent und nie natürlich war. Meyer, 1950 in Cloppenburg geboren, begann 1972 mit der weltweiten Spurensuche nach den Kindern von Auschwitz.

Die Wanderausstellung »Vergiss deinen Namen nicht – Die Kinder von Auschwitz« ist begleitend zu dem gleichnamigen Buch entstanden. Die Geschichten der Kinder finden sich in der umfangreichen Ausstellung des Autors und der Lagergemeinschaft Auschwitz – Freundeskreis der Auschwitzer wieder. Auf rund 25 Exponaten sind Erinnerungen der Überlebenden zu lesen, die von der Zeit vor Auschwitz bis teilweise in die heutige Zeit hinein reichen. Die Details des Lebens und Überlebens bringen die Besucher gedanklich näher an die schrecklichen Erlebnisse der Kinder, lassen sie aber auch teilhaben an den kleinen hoffungsvollen Augenblicken, die den Kindern geholfen haben, das Lager zu überstehen.

Der Verein Lagergemeinschaft Auschwitz, die Stadt und die Jüdische Gemeinde Bad Nauheim laden alle Interessierten zur Eröffnung der Wanderausstellung am Montag, 27. März, um 10.30 Uhr im Foyer des Bürgerbüros (Rathaus, Parkstraße 36–38) ein. Nach der Begrüßung gibt es die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen. Diese können in Gruppen mit bis zu zehn Personen noch während der gesamten Ausstellungszeit bis zum 7. April beim städtischen Fachdienst Kultur und Sport unter Tel. 0 60 32/34 32 37 gebucht werden. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Bürgerbüros besichtigt werden.



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