22. November 2017, 20:07 Uhr

Neubau

Vereine sollen bei Hallenplanung mitreden

Die neue Sport- und Kulturhalle in Ober-Mörlen war Thema im Ausschuss. Auch viele Bürger und Vereinsvertreter waren gekommen. Denn jetzt geht’s an die Planung.
22. November 2017, 20:07 Uhr
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Von Annette Hausmanns
Das Baugebiet für die neue Sport- und Kulturhalle liegt am östlichen Ortseingang von Ober-Mörlen in Richtung Bad Nauheim. (Foto: hau)

Länger als gedacht hat es gedauert, Baurecht für eine neue Sport- und Kulturhalle am östlichen Ortseingang zu schaffen. Fünf Jahre nach einem Votum für den Neubau ist es jetzt soweit. Das Millionenprojekt scheint trotz offener Fragen vor seiner Umsetzung zu stehen. Es stand denn auch im Mittelpunkt der gemeinsamen Sitzung vom Bau- sowie vom Haupt- und Finanzausschuss. Das Parlament hatte die Frage nach einem Finanzierungsmodell und der möglichen Nachnutzung des derzeitigen Hallenstandortes (Lekkerkerkplatz) hierher verwiesen.

Hochbetrieb herrschte am Dienstag im Schloss auch deshalb, weil der Gemeindevorstand fast vollzählig mit am Runden Tisch saß, außerdem weitere Parlamentarier und Bauleitplaner Norbert Bischoff. Für interessierte Bürger und Vereinsvertreter mussten Stühle nachgerüstet werden. Zwar wurde lebhaft diskutiert, aber die Beratung über die Beurteilung verschiedener Finanzierungsmodelle musste verschoben werden: Gutachter Dr. Friedrich Toffel konnte aus schwerwiegenden Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen.

Rewe signalisiert Bereitschaft

Bürgermeister Jörg Wetzstein unterstrich, man habe die richtige Verfahrensreihenfolge gewählt: Erst Baurecht schaffen, dann Details planen. Planer Bischoff wies darauf hin, beim weiteren Vorgehen dringend die »Dominokette« zu beachten: Neue Halle, Nachnutzung des alten Hallenstandortes und gegebenenfalls des jetzigen Rewe-Standortes hingen ursächlich zusammen, wenn der Lekkerkerkplatz dem Einzelhandel gewidmet werden sollte. Alle drei Bauleitplanungen seien zeitnah in die Hand zu nehmen.

Wetzstein erläuterte, dass Rewe mit dem Wunsch auf die Gemeinde zugegangen sei, sich in Ober-Mörlen wettbewerbsfähig und kundenfreundlicher aufzustellen. Der jetzige Markt sei zu klein, veraltet und mittelfristig nicht zu halten. Den Lekkerkerkplatz halte man für einen guten Standort. »Die Rückverlagerung ins Dorf würde genehmigt«, berichtete Wetzstein von bereits geleisteten Anfragen. Ein derartiges »Bonbon« sei absolut ungewöhnlich, bestätigte Bischoff. »Stark, dass Rewe da mitzieht.«

»Wir bauen die Halle für die Vereine«

Um zum Kernthema neue Sport- und Kulturhalle zurückzukommen, rief Achim Glockengießer (SPD) in Erinnerung, dass die zugrunde gelegte Hallenplanung von vor fünf Jahren nicht ins Detail ging. »Wir bauen die Halle nicht für uns, sondern für die Vereine«, regte er an, den aktuellen Bedarf zu erfassen, um ein Nutzungskonzept und eine vernünftige Lösung zu schaffen. Dann brauche man den Sachverständigen am Tisch, um zu sehen, ob man sich eine derartige Halle leisten könne.

In einer Sitzungsunterbrechung nutzte Siegfried Bläsche, Vorsitzender der HSG Mörlen, die Gelegenheit zum Rückblick auf den Runden Tisch vor fünf Jahren und aktuelle Hinweise. Die Multifunktionshalle sei damals nicht ausgeplant gewesen und entspreche keineswegs heutigen Anforderungen. Die Überschneidungen zwischen Sport, Kultur und Karneval sollten so gering wie möglich gehalten werden.

Gerne werde man jetzt wieder neu miteinander sprechen, sagte Bläsche, wenn die Vereine in die Hallenplanung mit einbezogen würden. Werner Schneider erinnerte aus dem Auditorium heraus an die Miteinbeziehung der Bürger. Die Politiker einigten sich auf eine zügige Fortführung des Dialoges, auf die Hinzuziehung von Hallen-Experten und auf die direkte Ansprache der für die Halle maßgeblichen Vereine.



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