15. November 2018, 20:26 Uhr

Urgestein der Mirler Fassenacht

15. November 2018, 20:26 Uhr
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Von Annette Hausmanns
Alfons König in seiner Fastnachtsstube: Das Schloss mit Fastnachtsbrunnen hat er 1985 zur Einweihung des etwas anderen Partykellers auf die Wand malen lassen. (Foto: hau)

Sein Geburtsdatum nahe am 11. 11., noch dazu in einer für ihr närrisches Brauchtum bekannten Gemeinde, mag den Lebensweg von Alfons König mit beeinflusst haben. Bis zum heutigen 80. Geburtstag des Urgesteins ist sein Lebenselixier die Fassenacht, vor allem die in Mörlau. Sein Name wird wie kaum ein anderer mit der närrischen Tradition in »Klein Mainz im Usatal« und dem Mörlauer Carneval Club verbunden. Bei guter Gesundheit wird Alfons König im Kreis seiner Familie an diesem Festwochenende zahllose Glückwünsche entgegennehmen können.

Geboren im Elternhaus in der Neugasse 3, wuchs König als ältester Spross des Landwirts Heinrich König und seiner Frau Elisabeth mitten im Dorf auf. Als Ministrant und als Sänger im Kirchenchor von St. Remigius vertiefte er seine Verbundenheit zu Glauben und Kirche. In diesem Kontext lernte König auch seine Rita kennen und lieben; die Hochzeitsglocken läuteten 1964, ein und zwei Jahre später kamen die Töchter Ursula und Patricia zur Welt. Heute runden vier Enkel das Familienglück ab, und auch im großen Garten gibt es immer viel zu tun.

Nach seiner Anstellung beim Butzbacher Maschinenbauer Tröster wechselte der gelernte Schlosser zum Hessischen Staatsbad in Bad Nauheim, bevor er 25 Jahre lang bis zur Rente als Hausmeister in der Friedberger Stadthalle Umsicht und Fürsorge walten ließ. Seine Leidenschaft für das fastnachtliche Brauchtum entdeckte Alfons König schon früh in seiner dörflichen Umgebung beim Wagenbau, bei Fastnachtsumzügen und Kappensitzungen.

Immer mit freudigem Herzen dabei

Vor 60 Jahren wurde er MCC-Mitglied, der Verein wurde ihm ein Stück Lebensinhalt. König ließ sein Herzblut in die Wagen fließen und stand in der Bütt, war Mitinitiator des Musikzugs »Rote Husaren«, des Kinderelferrats und des Rathaussturms. Verantwortung übernahm er lange Jahre als Beisitzer, Schriftführer, Pressewart, Vize-Vorsitzender.

In 20 ereignisreichen Jahren als Sitzungs- und Elferratspräsident prägte der heutige Ehrenpräsident die Brauchtumspflege. Er entwarf das Vereinswappen und setzte sich für das Eulenspiegel-Denkmal vor dem Vereinsheim ein. Zusammen mit Manfred Seipel, dem Ehrenvorsitzenden der KG Mörlau, stellt König seit 16 Jahren eine fastnachtliche Gemeinschaftsschau im Schlosskeller zusammen; für jedes Jahr finden die beiden wandelnden »Vereinsarchive« neue Themen.

Alfons Königs Verdienste um die Mirler Fassenacht gehen einher mit Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit und persönlicher Bescheidenheit. Ausgezeichnet wurde er mit allen Orden, die sein Verein und die Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval zu vergeben haben, bis hin zu deren goldenem Verdienstorden mit Brillanten. Alfons König erhielt den Landesehrenbrief und im Jahr 2006, als erster Fassenachter im Dorf, den Bürgermeistermeisterorden.

Sein Traum vom Fastnachtsmuseum in Mörlau sollte indes ebenso wenig in Erfüllung gehen wie der vom Fastnachtsbrunnen. In der eigenen Fastnachtsstube ist beides en miniature verwirklicht. In den vergangenen 33 Jahren stiegen hier rauschende Feste, und zwischen zahllosen Orden und karnevalistischen Accessoires ist auf dem Wandbild von Walter Hofmann auch der Brunnen zu erkennen. »Mein Erfolgsgeheimnis war, dass ich immer mit freudigem Herzen und Überzeugung bei der Sache war. Doch bei aller Euphorie bin ich stets auf dem Teppich geblieben.« Diese Formulierung fand König vor 20 Jahren in seinen Lebenserinnerungen. Sie gilt bis zu seinem heutigen 80. Geburtstag.



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