30. April 2019, 05:00 Uhr

Sturm

Uralt-Eibe auf Altem Friedhof in Bad Nauheim zerstört

Auch auf dem Alten Friedhof in Bad Nauheim hat der Sturm gewütet. Dort geht es um eine Eibe, deren Wurzeln bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen.
30. April 2019, 05:00 Uhr

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Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts dürften die Wurzeln dieser Eibe reichen. Am Mittwoch haben wenige Augenblicke gereicht, um einen Teil des Baumes umzuwerfen. (Foto: pm)

Der Sturm, der am vergangenen Mittwoch in der Wetterau – insbesondere in Bad Nauheim – getobt hat, ist auch dafür verantwortlich, dass ein »einzigartiges Kulturdenkmal« auf dem Alten Friedhof stark beschädigt worden ist. So bewertet Martin Fink, Vorsitzender des Fördervereins Alter Friedhof, den Schaden an einer Eibe – dem »wohl ältesten Baum« in der Parkanlage an der Ecke Ernst-Ludwig-Ring/Mittelstraße. Der Baum dürfte dort laut Fink seit der Mitte des 19. Jahrhunderts stehen. Die WZ hatte im Nachbericht zum Sturm von einer Eiche geschrieben, tatsächlich handelt es sich um die besagte Eibe. Die Redaktion bittet, den Fehler zu entschuldigen.

Scheinbar »bescheiden« habe die Eibe an der Gabelung der Wege zur Stadtschule und parallel zur Mittelstraße im Eingangsbereich an der Südmauer gestanden. Im Vergleich zu den anderen alten Friedhofsbäumen sei sie eher niedrig. Über einen Hohlraum im Stamm habe eine Böe einen erheblichen Teil samt Geäst nach unten gedrückt – ebenso die Laterne in der Nähe.

Das Alter der Eibe sei auch nach innen ab einem höheren Alter nicht mehr bestimmbar, erläutert Fink in einer Pressemitteilung. »Die genannte Eibe dürfte bei mindestens 150 Jahren liegen. Eiben können bis zu 3000 Jahre alt werden. Zudem sind sie hochgradig giftig, was unsere Vorfahren wohl veranlasste, den Eibengewächsen eine mystische Seite von Leben und Tod zuzuschreiben. Sie gehörten also zu jedem Friedhof.«

 

Bleibt Rest des Baumes stehen?

Ob der noch stehende Teil der alten Eibe beseitigt werden muss, ist noch unklar. Fink setzt seine Hoffnung darauf, dass man die Eibe absichern und somit erhalten kann.

Der Alte Friedhof sei schützenswert, schreibt Fink weiter, und verweist nicht nur auf die historische Bedeutung, sondern im Besonderen auch auf den Baumbestand und die Bepflanzung als solche. »Der Förderverein hat zwar in der Pflege und im Erhalt der Anlage durch die Stadtverwaltung einen starken Partner, dennoch kann nicht übersehen werden, dass das Abhalten der Kerb auf dem Alten Friedhof ›der Natur‹ und auch dem, was sich an historischem Wissen unter der Erde verbirgt, zuwiderläuft«, kritisiert Fink. Es gebe nur noch wenige Bäume auf dem Alten Friedhof, die bis in die Belegungszeit als Friedhof im 19. Jahrhundert zurückreichten.

Die nun zerborstene Eibe sei ein Kulturdenkmal, dessen Erhalt gesichert werden müsse. »Der Förderverein braucht das Interesse am Naturschutz des alten Friedhofsgeländes und die Unterstützung durch neue Mitgliedschaften auch außerhalb Bad Nauheims zur Ausgestaltung als Parkanlage«, appelliert der Vorsitzende an Interessenten. Diese können sich per E-Mail an mar-fink@web.de wenden.

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