Wetterau

»Unvergessliche Momente«

Ein Königinnen-Jahr geht zu Ende. Rosbachs Blütenkönigin Chiara I. gibt ihr Amt bald ab. Im Interview spricht sie über ihre Zeit als Regentin 2018/2019, Selbstbewusstsein und ihre »Wochenend-Familie«.
23. April 2019, 20:22 Uhr
Edelgard Halaczinsky
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So hat alles begonnen: Auf dem Blütenfest 2018 wird Chiara I. gekrönt. Nach einem Tanz mit Rosbachs damaligem Bürgermeister Thomas Alber ist die Stimmung gelöst – auch unter den Blütenkindern Laura (l.) und Carlotta. (Foto: sky)

Ihre Amtszeit neigt sich beim Blütenball am Samstagabend dem Ende zu. Was hat das Jahr Ihnen gebracht?

Chiara I.: Durch das Amt der Blütenkönigin bin ich vor allem selbstbewusster geworden. Ich kann mittlerweile viel einfacher auf Menschen zugehen. Vor allem aber habe ich gelernt, mehr Verantwortung zu tragen. Ich konnte sehr viele neue Erfahrungen sammeln und habe dabei die verschiedensten Leute kennengelernt.

Haben Sie neue Freundschaften, zum Beispiel zu anderen Hoheiten, geknüpft?

Chiara I.: Als Blütenkönigin ist man natürlich auf vielen verschiedenen Veranstaltungen unterwegs. Dabei sind oftmals auch andere Hoheiten vertreten. In meiner Amtszeit habe ich viele tolle Menschen kennengelernt und ins Herz geschlossen. Wir nennen es immer unsere »Wochenend-Familie«. Ich habe im vergangenen Jahr sehr viele neue Freundinnen und Freunde gefunden. Obwohl einige nicht mehr im Amt sind, wird der Kontakt trotzdem aufrechterhalten, und wir treffen uns immer noch regelmäßig. Das Hoheiten-Dasein hat uns alle verbunden, und für mich ist das auch eine der schönsten Dinge, die ich aus meiner Amtszeit mitnehme.

Was waren denkwürdige Erlebnisse?

Chiara I.: Natürlich erst einmal das Blütenfest 2018. Für mich gehört das zu den Highlights meiner Amtszeit. Der Blütenball und das Blütenfest waren so aufregend für mich, und ich erinnere mich immer wieder gerne daran. Ein weiteres sehr beeindruckendes Ereignis war das Steinfurther Rosenfest. Wir hatten tolles Wetter, und Laurine und ich hatten eine Menge Spaß beim Rosencorso. Eine große Ehre war es für mich aber auch, Rosbach in Berlin auf der internationalen Grünen Woche zu repräsentieren. Ich bekam sogar die Möglichkeit, auf der Bühne meine Heimatstadt Rosbach genauer zu beschreiben und zu repräsentieren. Jedes Rosbacher und Rodheimer Fest war zudem auf seine eigene Weise besonders. Es war spannend, die Feste auch einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen; dabei denke ich auch gerne an das Rosbacher Altstadtfest oder das Rodheimer Schwimmbadfest. Sehr gerne denke ich aber auch an die Adolf-Reichwein-Wochen zurück. Ich freue mich noch immer sehr darüber, dass ich Sabine Reichwein kennenlernen durfte und sie uns auch nach Netzschau zur wunderschönen Schlossweihnacht begleitet hat. Auch die Einweihung des Städtepartnerschaftsplatzes war etwas ganz Besonderes für mich.

Wohin gingen die Reisen und wie viele Termine gab es insgesamt?

Chiara I.: Insgesamt hatte ich als Blütenkönigin etwa 72 Veranstaltungen. Dabei war ich natürlich nicht immer nur in Rosbach oder Rodheim. Die weiteste Reise hatte ich im Januar, als ich für ein Wochenende in Berlin war. Außerdem ging es für mich einige Male nach Frankfurt zu verschiedenen Festen. Zu meinen etwas weiteren Reisen gehörte aber auch das Gurkenfest in Biblis, das Repräsentantentreffen in Lahnstein und der Odenwälder Bauernmarkt in Erbach.

Von wem erhielten Sie Unterstützung?

Chiara I.: Natürlich bekam ich die meiste Unterstützung von meinen Eltern. Sie begleiteten mich oft auf Veranstaltungen. Außerdem übernahmen sie viele Aufgaben. Meine Mutter half mir oft bei meiner Frisur, und mein Vater hielt viele Momente in Bildern fest. Wenn meine Eltern mal nicht konnten, sprangen meine beiden besten Freundinnen als Friseurinnen, Fotografinnen und Begleitung ein. Ich bin sehr dankbar und froh, dass ich so eine tolle Familie und so tolle Freundinnen habe. Ohne sie wäre meine Amtszeit weitaus komplizierter gewesen. Aber auch ohne meine Betreuerinnen Marion Hallwirth und Tina Danglidis von der Stadtverwaltung hätte ich die Amtszeit nicht so locker meistern können. Sie koordinierten meine Termine und kümmerten sich auf den Rosbacher und Rodheimer Veranstaltungen immer um mich. Auch die Mütter der Blütenkinder waren eine große Unterstützung. Sie haben den Mädels immer die tollsten Frisuren gemacht und sie überall hingebracht, und uns dabei auch teilweise begleitet. Sie waren wirklich eine große Hilfe.

Wie sah es mit den Fahrdiensten aus?

Chiara I.: Ich habe versucht, meine Amtszeit so selbstständig wie möglich zu meistern. Die meiste Zeit bin ich daher selbst gefahren. Ab und zu sprangen meine Eltern aber auch als Fahrdienst ein und brachten mich zu verschiedenen Veranstaltungen.

Wie fühlten Sie sich bei der Krönung auf dem Blütenball?

Chiara I.: Für meine Blütenkinder Laurine und Carlotta und für mich war es ein sehr besonderer, und unvergesslicher Moment. Wir waren so aufgeregt, bevor die Tür zum Saal aufging. Ich war sehr nervös, weil wir plötzlich von allen angeschaut wurden. Ich habe noch nie eine richtige Rede vor so vielen Leuten gehalten, daher war das auch etwas Neues für mich. Als dann aber der Tanz mit dem damaligen Bürgermeister Thomas Alber vorbei war, war ich sehr erleichtert, dass ich alles geschafft hatte. Ich habe mich sehr über die vielen Glückwünsche gefreut, und konnte den Abend noch sehr genießen. Rückblickend würde ich sagen, dass der Blütenball – und insgesamt das Blütenfest – mein absolutes Highlight war. Alle Veranstaltungen waren toll, aber das Blütenfest hat alles übertroffen. Ich habe so viele nette Menschen, und auch die ersten Hoheiten kennengelernt. Dieses Wochenende wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Was machten Sie mit den vielen Blumensträußen, die man als Königin üblicherweise bei offiziellen Anlässen überreicht bekommt?

Chiara I.: Ich habe während meiner Amtszeit auf Blumensträuße verzichtet und stattdessen Geld gesammelt. Das Geld geht an die Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt. Mir war es wichtig, dass ich anderen Menschen etwas Gutes tue, und ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ich der Jugendgruppe zum Beispiel bei ihrem »Prinzessinnenausflug« helfen konnte, indem ich Kleider für Sie gesammelt habe. Insgesamt bin ich sehr dankbar für alles, was mir in meiner Zeit als Blütenkönigin ermöglicht wurde. Meine Blütenkinder haben mich sehr sehr oft begleitet und sind auch sehr an ihren Aufgaben gewachsen. Gemeinsam konnten wir viel lachen und hatten immer eine Menge Spaß. Wir hatten eine wunderschöne Zeit.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Unvergessliche-Momente;art472,580755

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