01. Oktober 2019, 20:53 Uhr

»Untätigkeit vieler Institutionen«

01. Oktober 2019, 20:53 Uhr
Die CDU hat morgens um kurz nach 7 Uhr eine Szene zwischen Florstädter Straße 48 und 50 fotografiert. Es sei eine alltägliche Situation am Schulweg entlang der B 275.

Seit Jahrzehnten gibt die B 275 in Ossenheim Anlass für Gesprächsstoff, bildet Grundlage für Anträge und Forderungen an Hessen Mobil und die Stadt Friedberg. In einer Pressemitteilung fordert die Ossenheimer CDU, den Schulweg entlang der Ortsdurchfahrt sicherer zu machen - und spart nicht mit Kritik: »Die Straße ist Zeitzeuge der Untätigkeit vieler Institutionen. Über die Jahre ändert sich der Verkehr; das Auto, der Lkw und die Landmaschine werden größer, der Lärm und die Erschütterungen nehmen zu, die Straße bleibt jedoch die Gleiche.« Christoph Haub, Sprecher der CDU Ossenheim, erläutert: »Wir fordern, die Gefahrenstellen in der Ortsdurchfahrt unverzüglich zu entschärfen und dauerhaft Tempo 30 auf der B 275 im Bereich des Schulweges.«

Blitzer und dauerhaftes Tempo 30

Rund um die Ossenheimer Grundschule ereignen sich nach Angaben der CDU täglich gefährliche Situationen, »die keiner sehen möchte. Am wenigsten die Eltern der Schulkinder, die bis zur 4. Klasse diesen Schulweg nutzen.« Zur Veranschaulichung hat die CDU eine solche Situation fotografisch dokumentiert: Nachdem drei Kinder die Ampel an der Engstelle überquert hatten, mussten zwei Lastwagen aneinander vorbeifahren. »Glücklich in dieser Situation: Der von Florstadt kommende Lkw musste zuvor an der roten Ampel halten und hat anschließend mit äußerster Disziplin die Situation gemeistert.« Viele Fahrer würden sich an dieser Stelle an die von 7 bis 17 Uhr geltende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h halten, andere hingegen leider nicht.

»Solche und ähnliche Situationen sind entlang der B 275 an der Tagesordnung«, bemängelt Haub. Auf Initiative der CDU Ossenheim habe der Ortsbeirat bereits 2016 mit einem gemeinsamen Antrag aller Parteien die Stadt aufgefordert, »verkehrsberuhigende Maßnahmen an der B 275 - Höhe der Schule« zu ergreifen. Weitere Anträge der CDU folgten - zu einem dauerhaften Tempolimit auf 30 km/h, dem Aufbau eines Traffic Towers (Blitzers) oder zur Schaffung einer Befestigungsmöglichkeit für ein Geschwindigkeits-Informationssystem (GIS).

»Es folgten Ortstermine mit den Antragstellern oder dem Ortsbeirat. Ideen wurden besprochen, Umsetzungsmöglichkeiten untersucht. Taten folgten leider keine«, kritisiert die CDU. Nach mehr als zwei Jahren sei der Ortsbeirat in der Sitzung am 15. August 2019 mit folgender Mitteilung des zuständigen städtischen Amtes über den aktuellen Stand in Kenntnis gesetzt worden: »Nach erfolgtem Ortstermin kann mitgeteilt werden, dass in dem vom Ortsbeirat beantragten Bereich (Ortsmitte Ossenheim aus Richtung Florstadt) kein GIS zum Einsatz kommen kann, da keine geeignete Stelle für das Setzen eines Pfostens in diesem Bereich vorhanden ist.«

Als »Placebo« sollten nun die Ossenheimer ein GIS auf der gegenüberliegenden Seite der Fahrbahn aus Richtung Friedberg kommend erhalten, schreibt die CDU. »Den Sinn dieser Maßnahme muss man hinterfragen«, äußert sich Haub. Denn die Gefahr rolle den Berg hinunter und nicht hinauf.

Abschließend heißt es in der Pressemitteilung: »Die CDU Ossenheim fordert noch einmal nachdrücklich alle beteiligten Institutionen, alle Politiker und Gremien auf, diese Gefahrenstelle zu entschärfen. Ein dauerhaftes Tempo 30, eine Verkehrsüberwachung mit Hilfe eines Blitzers und/oder eine auf Tempo 30 reduzierende Ampelsteuerung sind mögliche Maßnahmen, um die Gefahren des Straßenverkehrs zu reduzieren.« (Foto: pm)

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