26. April 2018, 20:13 Uhr

»Unser Nachwuchs ist unsere Zukunft«

26. April 2018, 20:13 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion
Den Taktstock gefühlvoll im Griff: Chefdirigent Stefan Grefig. (Foto: pv)

Die Rheinhessische Bläserphilharmonie gastiert am Sonntag, 6. Mai, um 16.30 Uhr im Jugendstiltheater. Aber was muss man sich eigentlich unter einer Bläserphilharmonie vorstellen? Diethard Bauer vom Förderverein sinfonische Musik hat mit Stefan Grefig, Chefdirigent und Leiter der Rheinhessischen Bläserphilharmonie gesprochen.

Was genau ist eigentlich eine Bläserphilharmonie?

Stefan Grefig: Diese Orchesterformation setzt sich logischerweise hauptsächlich aus Bläsern zusammen. Hinzukommen eine fast unzählige Schar von Schlagwerkinstrumenten sowie Kontrabass und bei Bedarf Klavier und Harfe, insgesamt über 60 Musiker.

Seit wann besteht die Rheinhessische Bläserphilharmonie?

Grefig: Das Orchester entwickelte sich aus zunächst kleinen Formationen zum heutigen konzertanten Blasorchester. Organisiert ist es in einem seit 1974 bestehenden Verein. Seit 18 Jahren trägt es den Namen Rheinhessische Bläserphilharmonie; seit 2006 steht das Orchester unter meiner musikalischen Leitung.

Der Trägerverein des Orchesters leistet hervorragende Jugendarbeit. Welche Bedeutung hat dies für die Rheinhessische Bläserphilharmonie?

Grefig: Unser Nachwuchs ist unsere Zukunft. Wir bilden selber an unserer eigenen Musikschule aus. Die jungen Musiker lernen dabei nicht nur die technischen Fertigkeiten, sondern werden ab der ersten Stunde an das Orchestermusizieren herangeführt. Dabei erlernen Sie wichtige musikalische Eigenschaften genauso wie das soziale Miteinander.

Ihr Orchester beteiligt sich seit vielen Jahren sehr erfolgreich an Wettbewerben. Wieso ist Ihnen das wichtig?

Grefig: Wettbewerbe schüren den Ehrgeiz und das Zusammengehörigkeitsgefühl. Alle Musiker geben zu jedem Konzert immer alles. Aber ein Wettbewerb hat noch einen besonderen Nervenkitzel. Auf dem Siegertreppchen zu stehen war sehr motivierend für das Orchester.

Wie entstehen ihre Programme?

Grefig: Wir erarbeiten im Jahr zwei bis drei neue Programme, die hauptsächlich Originalkompositionen für Blasorchester beinhalten. Für mich ist wichtig, mit meinen Musikern gehaltvolle Musik zu erarbeiten, die Wirkung auf das Publikum hat.

Was wird die Besucher am 6. Mai erwarten?

Grefig: Ein sehr abwechslungsreiches Konzert. Wir beginnen mit einer furiosen Fanfare des in Venezuela geborenen Komponisten und Goldmedaillengewinners der Global Music Awards Giancarlo Castro D’Addona. Mit Mark Camphouse »Watchman, Tell Us Of The Night« stellen wir uns einem Tabuthema in unserer Gesellschaft, den Opfern von Kindesmissbrauch. Diese Komposition schildert in sensiblen und streckenweise überwältigenden Klängen die ausdauernde Hoffnung der Kinder. Mit »Lincolnshire Posy«, einem Werk über englische Volkslieder, spielen wir eines der bedeutendsten Werke für Blasorchester. Nach einem weiteren Hauptwerk des Abends: »Rhapsody in Blue« von George Gershwin geht es nach Irland. Dort hören wir dann unsere Schlagzeuger steppen.

Wie kamen Sie auf die Rhapsody in Blue?

Grefig: Der japanische Komponist Tohru Takahashi hat diese Rhapsody für Bläserphilharmonie arrangiert, es ist wirklich hörenswert. Für uns ist dieses Stück eine Erstaufführung, die wir extra für das Publikum in Bad Nauheim spielen. Solist ist Professor Christopher Miltenberger, den ich bei meiner Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik in Mainz kennengelernt habe, er war sofort begeistert. (Foto: pv)



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos