30. Oktober 2019, 20:01 Uhr

Um die Stadt verdient gemacht

30. Oktober 2019, 20:01 Uhr
Martin Fink liegen der Alte Friedhof in Bad Nauheim und die Erinnerung an die Menschen, die dort begraben sind, sehr am Herzen. (Archivfoto: pv)

Martin Fink, Vorsitzender des Fördervereins »Alter Friedhof - Historischer Bürgerpark«, hat vor einigen Wochen in der WZ über Menschen informiert, die auf dem Alten Friedhof an der Ecke Mittelstraße/Ernst-Ludwig-Ring ihre letzte Ruhe gefunden haben. Dabei ist er in längst vergangene Zeiten eingetaucht, hat aber auch einen Bezug zur Gegenwart hergestellt. Im zweiten Teil widmet sich Fink weiteren Menschen, die sich um die städtebauliche und die kulturelle Entwicklung Nauheims verdient gemacht haben.

Die Handwerker sind die »Baumeister« der heranwachsenden Stadt. Sie haben alle Hände voll zu tun - sowohl bei der im Auftrag des Gemeinderates durch Baumeister Bernhard Langsdorf II. (1813-1890) geplanten und in den 50er Jahren im ehemaligen Burggarten ausgeführten Wohnsiedlung »Hiesbach«, als auch mit der Realisierung der planerischen Vorgaben eines »Kurviertels« mit Pensionen und Villen durch den Hanauer Landschaftsbaumeister Schulz im Bereich Friedrichstraße, heutiger Stresemannstraße, Karl-, Kur- und Parkstraße (Ernst Dieter Nees).

Den Weinberg angelegt

Die städtebauliche wie kulturelle Stadtentwicklung ist mit weiteren Personen auf dem Alten Friedhof eng verknüpft, unter anderem mit Mitgliedern der Familie Schwab, deren Namen mit dem Aufstieg der Stadt zum Weltbad eng verknüpft sind: Familie Bernhard Schwab I. (1834-1905), Baumeister und Hotelier, Erbauer und Besitzer fast aller Häuser der unteren Parkstaße zwischen Karl- und Kur-straße, dem um seine Gemeinde hochverdienten Pfarrer Johannes Münch (1809-1878) mit Frau, Edmund Neumann (1819-1873), Pionier der örtlichen Kurmusik, der berühmte Orientalist Petermann, Johann Philipp Napp (1816-1885), der in Nauheim einen Restaurationsbetrieb eröffnete und als erfahrener Winzer den Weinberg auf dem Johannisberg anlegte.

Übrigens ist es kaum bekannt, dass der Stifter eines der »Lieblingsplätze« Bad Nauheims, des Schuckardtbrunnens, seine letzte Ruhe auf dem Alten Friedhof fand: Die aus Hanau stammenden Geschwister Helene Abrie und Heinrich Schuckardt (1821-1901), der Besitzer von Schuckardts Privathotel und Stifter des Schuckardtbrunnens.

Lokalhistorikerin Dr. Elisabeth Kredel beklagte 1968 in einer Schrift das Fehlen selbstverständlicher Dankespflicht gegenüber den Pionieren der jungen Stadt. Abschließend schreibt Martin Fink: »Der Förderverein sieht es nicht nur als seine Pflicht, diese überaus wichtige und interessante Zeit der Stadtentwicklung des 19. Jahrhunderts lebendig zu halten, sondern Achtung und Respekt von Stadt und Kirchen einzufordern.«

Wer Mitglied im Förderverein »Alter Friedhof - Historischer Bürgerpark« werden möchte, kann sich an den Vorsitzenden Martin Fink unter Tel. 0 60 32/3 07 18 13 wenden. Der Mitgliedsbeitrag kostet pro Jahr 25 Euro. Weitere Informationen gibt es unter www.alterfriedhof-badnauheim.de.

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