06. Mai 2018, 19:43 Uhr

Studentenwohnheim

UWG-Fraktion beklagt »Baufrevel in der Burg«

»Von der Ritterwiese wird nicht viel übrig bleiben«, sagt der UWG-Vorsitzende Friedrich Wilhelm Durchdewald. In der Burg entsteht ein Studentenwohnheim, das Kritik hervorruft.
06. Mai 2018, 19:43 Uhr
Absteckpflöcke markieren das Baufenster. Von der Ritterwiese bleibt nicht viel übrig. (pv)

Das geplante Studentenwohnheim stößt bei der UWG auf Unverständnis. »In der historischen Burganlage geht der Baufrevel weiter«, schreibt UWG-Fraktionsvorsitzender Friedrich Wilhelm Durchdewald in einer Pressemitteilung. Nachdem die drei umstrittenen Reihenhäuser am Bünauschen Hof errichtet wurden, erfolgte kürzlich der Spatenstich für die weitere Bebauung der Ritterwiese zwischen dem »Reihenhausensemble« und dem historischen Burgmannenhaus (»Feldwebelbau«).

An das Studentenwerk durch das Land Hessen per Erbbaurecht auf 99 Jahre überlassen, sollen zwei Neubaublocks den Feldwebelbau zum großen Studentenwohnheim ergänzen. »Dabei birgt das Gelände über 2000 Jahre Geschichte, die mindestens bis in die Römerzeit zurückreicht. Wenn man sich nun auf dem Gelände umschaut, erkennt man anhand der Absteckung, dass von der Ritterwiese nicht viel übrig bleibt.«

Beim Abgleich der Bauskizze auf der Internetseite des Studentenwerks Gießen mit der Absteckung auf dem Bauplatz könne man erkennen, dass ein Querriegel nahe am südlichen Reiheneckhaus fast bis zur Mauer am Zufahrtsweg reichen wird. Zusätzlich gebe es an der Ostseite einen Baukörper parallel zur Mauer längs des Burggartens, der bis kurz vors Burgmannenhaus reicht.

 

Wo sollen die Autos parken?

 

74 Einzelzimmer für Studierende sollen entstehen, laut Studentenwerk-Geschäftsführer Ralf Stobbe »ein Gewinn für die Stadt, da die Studenten über die Kaiserstraße müssen, um zur THM zu gelangen«. Zu Fuß seien es nur 15 Minuten Entfernung, mit dem Fahrrad fünf Minuten. Dass Studierende häufig mit dem Auto kommen, werde »unter den Tisch gekehrt«, schreibt Durchdewald. »Man frage sich, wo die Fahrzeuge parken sollen.«

In Anbetracht der Absteckung stellt die UWG in Zweifel, ob es noch zu archäologischen Grabungen kommt. Sofern es dazu komme, ergebe sich die Frage, was geschieht, wenn dort bedeutende Funde oder Baureste freigelegt würden.

Die SPD-Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch hatte die Baumaßnahme beim Spatenstich als »wichtigen Schritt für die Entwicklung der Kreisstadt« bezeichnet, eine Aussage, die in der Friedberger SPD auf Kritik stieß. Die Stadt hatte sich gegen die Bebauung der Ritterwiese ausgesprochen, hätte den Feldwebelbau gerne als Museum genutzt. Der Wetteraukreis hatte keine Bedenken und erteilte die Baugenehmigung.

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