Wetterau

Überraschungen auf der Bühne

Wenn in Kürze die Plakate mit dem goldenen Standbild des Walzerkönigs Johann Strauss zu sehen sind, weiß man: Das Neujahrskonzert steht vor der Tür. Zum fünften Mal wird es am Samstag, 4., und am Sonntag, 5. Januar, im großen Saal der Trinkkuranlage zu hören sein. 2016 wurde es von Konzertmeister Michael Strecker und Musikschulleiter Ulrich Nagel mit dem Kur-Sinfonieorchester wiederbelebt. Seitdem sind die Konzerte ein Fest zwischen Tradition und Überraschung und immer voll sprühender Inspiration.
15. November 2019, 20:13 Uhr
Hanna von Prosch
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Sie sind die »Macher« der Neujahrskonzerte (v. l.): Georg Gädker, Michael Strecker und Ulrich Nagel. (Foto: hms)

Wenn in Kürze die Plakate mit dem goldenen Standbild des Walzerkönigs Johann Strauss zu sehen sind, weiß man: Das Neujahrskonzert steht vor der Tür. Zum fünften Mal wird es am Samstag, 4., und am Sonntag, 5. Januar, im großen Saal der Trinkkuranlage zu hören sein. 2016 wurde es von Konzertmeister Michael Strecker und Musikschulleiter Ulrich Nagel mit dem Kur-Sinfonieorchester wiederbelebt. Seitdem sind die Konzerte ein Fest zwischen Tradition und Überraschung und immer voll sprühender Inspiration.

Von Anfang an und mit Begeisterung dabei ist der Bariton Georg Gädker. Er und Strecker kennen sich seit Jugendtagen an der Domsingschule Freiburg und verloren sich nie aus den Augen. Für Bad Nauheim ein Glück, denn Gädker, inzwischen ein international viel gefragter Bariton, ist nach wie vor in die Gestaltung und Vorbereitung des Programms eingebunden. Gemeinsam planen sie das Gerüst für das Neujahrskonzert: »Wir wollen den Charakter dieses besonderen Anlasses in der Wiener Tradition bewahren, die Themen sollen sich aber nicht jedes Jahr wiederholen«, erklärt er.

Liebe auf den ersten Strich

So wird es Oper, Operette und natürlich Johann-Strauss-Weisen geben. Auf dem Programm stehen Werke von Berlioz, Dostal, Puccini, Offenbach, Verdi, Léhar und anderen Komponisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Titel werden aber noch nicht verraten. »Es soll sich bei der Moderation und den ersten Klängen ein Aha-Effekt einstellen. Wie immer wir es Überraschungen geben, gerade auch gesanglicher Art«, macht Gädker neugierig. Die belebende und vom Publikum so geschätzte Moderation ist für ihn zu den Gesangspartien das i-Tüpfelchen. Neu dabei den Neujahrskonzerten 2020 ist die lyrische Sopranistin Julia Moorman. Die Amerikanerin, die ihre Studien seit 2013 in Hamburg und München vervollständigte, ist seit vergangenem Jahr erfolgreiches Mitglied des Opernstudios Frankfurt. Sie war aber auch schon auf der Bühne des Münchner Prinzregententheaters und mit dem Münchner Rundfunkorchester zu hören und wird jetzt das Bad Nauheimer Publikum verzaubern.

Zu ersten Mal, und darauf sind Strecker und Nagel besonders stolz, konnten sie den jungen Dirigenten Florian Erdl für dieses Konzert gewinnen. »Solange wir ihn noch bekommen, greifen wir zu, denn es bahnt sich eine steile Karriere für ihn an«, freut sich Strecker. Erdl gastierte bereits 2018 beim Kur-Sinfonieorchester und faszinierte mit seinem Stil Musiker wie Publikum. Er war Assistent bei Generalmusikdirektor (GMD) Sebastian Weigle an der Oper Frankfurt und ist inzwischen kommissarischer GMD am Theater Pforzheim. In Rostock übernimmt er vertretungsweise eine Professur für Dirigieren und steht am Staatstheater Schwerin am Pult. Bei Florian Erdl sei es wohl Liebe auf den ersten Strich gewesen, denn er wollte unbedingt beim Neujahrskonzert dabei sein, verrät Gädker. Ein Wiedersehen mit Erdl und ihm wird es übrigens am 25. Oktober 2020 in der Sinfonie-Konzertreihe im Jugendstiltheater geben, dann unter anderem mit vier Balladen von Karl Löwe.

Für das Kur-Sinfonieorchester, das zu rund einem Viertel aus Lehrkräften der Musikschule besteht, ist ein Konzert mit Erdl eine besonderer Gewinn. »Es ist schon etwas Besonderes, das wir unseren Lehrkräften mit dem großen Orchester von 42 Leuten bieten«, meint Nagel. »So können sie über die Musikpädagogik hinaus auch einmal zeigen, wie großartig sie ihr Instrument beherrschen. Immerhin stammen alle Bläser und die sechs Führungsstimmen der Streicher aus der Musikschule.« Das wiederum spornt die Schülerinnen und -schüler an, die Konzerte zu besuchen. »Es ist auch ein Grund, weshalb wir das Neujahrskonzert einmal am Samstag um 19.30 Uhr spielen und am Sonntag um 16 Uhr. Diese Zeit ist im Winter besser geeignet für Familien, ältere Leute und Kurgäste.

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