09. November 2017, 20:38 Uhr

Über den unentdeckten Telemann

09. November 2017, 20:38 Uhr
Sehr zauberhaft können Flöten klingen: Wie bei Hanna Volgmann und Leonie Minor. (Foto: lh)

Auf das festliche Konzert in der Adolf-Reichwein-Halle hatten Freunde und Gönner der Kulturinitiative »Verzauberwelt Baidergasse« auch in diesem Jahr nicht verzichten müssen. Punktgenau war die viermonatige Sanierung des Gebäudes fertig geworden, um dem Collegium Musicum unter der Leitung von Joachim Etzel einen Tag vor der offiziellen Wiedereröffnung als erstem die Möglichkeit zu geben, die herausgeputzten Räumlichkeiten ihrer Bestimmung zu übergeben.

Initiator Gottfried Blöcher und seine Frau Hanni hatten die Ehre, zahlreiche Besucher (unter ihnen Bürgermeister Thomas Alber) zu begrüßen, und Gerhard Joachim Schwalm trat im Kostüm des Barock-Komponisten und Themengebers Georg Philipp Telemann auf, um kurzweilig aus dessen Leben zu berichten. »Der Unentdeckte« hieß der Konzert-Titel, was geradezu herausforderte, das wahre Leben und Wirken Telemanns näher erfahren zu wollen.

Aufgepepptes »Wohnzimmer«

Anlässlich des 250. Todestages des Komponisten stellte das Kammerorchester das Konzert a-Moll für zwei Altblockflöten (Solistinnen Leonie Minor und Hanna Volgmann) in den Mittelpunkt, und die erst 17-jährige Rosbacher Sopranistin Chiara Bäuml begeisterte mit den drei Sopran-Arien aus dem »Magnificat« von Antonio Vivaldi. »Auch Vivaldi ist ein Unentdeckter, denn er hat mehr geschrieben als nur die vier Jahreszeiten«, meinte Etzel.

Nicht fehlen durfte bei dem Auftritt in Rosbachs aufgepeppten »Wohnzimmer« ein Werk von Edward Elgar, diesmal war es die Serenade e-Moll op. 20 für Streicher.

Nach dem Motto: »Man nehme...« erklärte der Dirigent schließlich seinen Zuhörern die relativ unbekannten Tanz-Metamorphosen für Streicher von Leon Mouravieff (1905-1987), der den modernen Teil des Konzerts bediente. Einzelne Hörbeispiele wurden pädagogisch aufbereitet, erklärt und im Detail gespielt, bevor es an das Gesamtwerk ging. Jetzt hatten die Zuhörer die Gelegenheit, die Puzzleteile im Ganzen zu genießen und den Aufbau des Stückes zu verinnerlichen.

»Im Collegium Musicum Rosbach treffen sich Freunde aus Lust am Musizieren«, hatte Blöcher im Vorfeld verkündet. Diese Lust war den Streichern und Solisten wahrlich anzumerken. Die Beschäftigung mit Werken von Barock bis zur Moderne gehört schon seit der Gründung des Orchesters in den 1970er Jahren zum Repertoire des derzeit rund zwölfköpfigen Ensembles. Gast-Solisten bereichern die Aufführungen, wobei in letzter Zeit vor allem junge, talentierte Musiker eingeladen waren.

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