20. Juni 2018, 21:43 Uhr

Ü3-Betreuung wird (fast) kostenfrei

20. Juni 2018, 21:43 Uhr
Auch die Rosbacher Eltern von über Dreijährigen zahlen ab August keine Beiträge mehr für sechs Stunden Betreuung pro Tag. (Symbolfoto: dpa)

Vor etwa einem Jahr hat die Landesregierung versprochen: Ab 2018 wird die Kinderbetreuung ab dem dritten Lebensjahr bis zur Grundschule kostenfrei für Eltern – zumindest für eine Betreuungszeit von sechs Stunden pro Tag. Nun ändern die Kommunen reihenweise ihre Kindergartensatzungen. Auch in Rosbach werden Eltern künftig weniger bzw. nichts für die Betreuung ihrer Kindern zahlen müssen. Am Dienstag haben die Stadtverordneten über die neue Satzung beschlossen, wie Bürgermeister Thomas Alber berichtet.

135,60 Euro – so viel gibt es ab 1. August vom Land pro Kind und pro Monat für die Stadt, die dafür sechs Stunden Ü 3-Betreuung pro Tag kostenfrei für Eltern gewährleisten muss. Wer sein Kind länger betreuen lassen möchte, muss für die jeweiligen Stunden bezahlen – und das wie bisher nach Einkommen gestaffelt. Laut der Rosbacher Kindertagesstättensatzung gibt es mehrere Module, für die Eltern bisher ihre Kinder anmelden konnten. Das Basismodul beispielsweise beinhaltet eine Betreuung von 8 bis 13 Uhr. Bisher zahlten Eltern je nach Einkommen zwischen 85 und 200 Euro im Monat. Dieser Betrag fällt nun weg. Da das Basismodul nur fünf Stunden Betreuung umfasst, das Land Hessen aber Beitragsfreiheit für sechs Stunden gewährleistet, ist es in Rosbach möglich, eine weitere Stunde Betreuung (entweder schon ab 7 Uhr oder bis 14 Uhr) zu buchen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Wie der Bürgermeister berichtet, sind die Eltern bereits angeschrieben worden, mit der Bitte, sich zu entscheiden und auch bei dieser Entscheidung zu bleiben – es geht z. B. nicht, für vier Wochen eine Stunde Frühmodul zu buchen, danach aber die kostenfreie Stunde in den Mittag zu legen.

Beiträge für längere Betreuung

Wer sein Kind länger als sechs Stunden betreuen lassen möchte, zahlt den jeweiligen Stundensatz – abhängig vom Einkommen zwischen 17 und 40 Euro pro Stunde im Monat. Angeboten wird in Rosbach und Rodheim eine Betreuung bis 17 Uhr.

Wie es in der Magistratsvorlage heißt, entsprechen die Landeszuschüsse allerdings nicht dem Betrag, den die Stadt bisher durch Elternbeiträge erhalten habe – im Durchschnitt seien das 156 Euro für sechs Stunden Betreuung gewesen. Der kommunale Zuschuss (rund 20 Euro) werde zudem durch Tarifanpassung weiter steigen – wie diese Mehrkosten ausgeglichen werden, bleibe abzuwarten. Unklar sei bisher auch, ob viele Eltern wegen der sechsstündigen Gebührenfreiheit nun statt des fünfstündigen Basismoduls eine weitere Stunde hinzunehmen – dann bräuchte die Stadt womöglich mehr Personal in der Betreuung.

Neben der Beitragsfreiheit ist in der Kindertagesstättensatzung eine weitere Neuerung hinzugekommen: Die Flexibilität hinsichtlich der tageweise unterschiedlichen Buchungsmöglichkeit im Ü 3-Bereich wird aufgehoben. Dieses Angebot sei laut Vorlage bisher nur von rund 80 Familien genutzt worden. Intention bei der Einführung sei es gewesen, »Platz-Sharing« zu ermöglichen, um genügend Plätze zur Verfügung zu stellen. Der gewünschte Effekt habe sich aber nicht eingestellt. Stattdessen erschwerten täglich wechselnde Betreuungszeiten einzelner Kinder »einen organisatorisch sinnvollen und pädagogisch vertretbaren Tagesablauf«, heißt es in der Vorlage. Der Verwaltungsaufwand sei zudem erheblich gewesen.

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