12. Juni 2018, 19:16 Uhr

Tücken eines Mietvertrags

12. Juni 2018, 19:16 Uhr
Michael Klaus

Was tun, wenn eine Klausel im Mietvertrag unzulässig ist? Wie sollte man sich verhalten, wenn ein Vermieter offensichtliche Mietmängel nicht beseitigt? Und welche Nebenkosten dürfen überhaupt abgerechnet werden? Solche Fragen verunsichern selbst langjährige Mieter. Schließlich birgt das deutsche Mietrecht die eine oder andere Stolperfalle – und nicht selten werden sich Mieter und Vermieter erst vor Gericht einig. Einen Mietvertrag in einem fremden Land und in einer fremden Sprache unterschreiben zu müssen, ist besonders schwer. Durch diese harte Prüfung müssen Menschen, die nach ihrer Migration nach Deutschland einen dauerhaften Bleibestatus bewilligt bekommen haben und nun selbst eine Bleibe finden müssen. Kein Wunder also, dass bei einer entsprechenden Informationsveranstaltung des Bad Nauheimer Willkommclubs das Interesse groß war. Der Willkommclub setzt sich für Menschen ein, die neu in Bad Nauheim sind, und hat Angebote parat, die dabei helfen sollen, sich möglichst schnell heimisch zu fühlen. Die Angebote richten sich dabei sowohl an aus Krisenregionen nach Bad Nauheim geflüchtete Menschen, als auch an Neubürger aus anderen Regionen.

Im Bistro des Mütter- und Familienzentrums (Müfaz) war jeder Stuhl besetzt, als sich Michael Klaus, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht, Zeit nahm und die Interessierten zu allen erdenklichen Fragen informierte. Darunter waren neben betroffenen Bad Nauheimern aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt auch allgemein interessierte Besucher sowie Ehrenamtliche, die in der Flüchtlingsarbeit aktiv sind. Die Fragen hatten es in sich, und schnell wurde klar: Anwaltlicher Rat ist häufig der einzig sichere Weg, nicht nur Recht zu haben, sondern auch Recht zu bekommen. Denn nicht immer ist die Situation so klar, wie beispielsweise im Fall von Kautionszahlungen. Es sei nämlich egal, ob der Vertrag explizit vorschreibe, die Kaution bereits vollständig vor Mietantritt zu zahlen oder nicht, sagte Klaus. Eine solche Klausel sei nichtig, da klar geregelt sei, dass man die Kaution in drei Monatsraten zahlen könne, beginnend ab dem ersten Miettag und niemals davor. Als langjähriger Vorsitzender des Mieterschutzbundes Friedberg-Wetterau konnte Anwalt Klaus hier viele Ratschläge geben. (Foto: pm)

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