16. April 2019, 19:21 Uhr

Trotzdem: Anlegen statt sparen

16. April 2019, 19:21 Uhr

Die mögliche Fusion mit der Deutschen Bank ist »natürlich« auch in den vier Wetterauer Filialen der Commerzbank ein Thema, sagt Niederlassungsleiter Andreas Kinnel. Doch derzeit sei jedes Wort zu den Gerüchten, die derzeit kursieren, eines zu viel. Ohnehin hatte er die Presse eingeladen, um die Jahresbilanz der vier Commerzbank-Filialen vorzustellen – und die könne sich trotz zuletzt schwieriger Lage am Aktienmarkt mehr als sehen lassen.

In den Commerzbank-Filialen in Bad Nauheim, Bad Vilbel, Friedberg und Butzbach stieg die Zahl der Privatkunden um 683 auf derzeit 28 900. Auch wenn bereits 44 Prozent von ihnen Onlinebanking nutzen, wolle das Geldinstitut die persönliche Beratung vor Ort behalten und investiere in das Filialnetz. »Alle Standort bleiben erhalten«, versprach auch Filialleiter Florian Großmann, der sich vom Online-Bereich gleichwohl Vorteil für Bank und Kunden erhofft. Letztere profitierten von den vielen Funktionen der Banking-App und könnten online Kredite für den Autokauf (auch ohne Kfz-Brief) oder eine Immobilienmodernisierung (ohne Grundbuch-Eintrag) erhalten. Mittlerweile berichtet auch Amazons »Alexa« auf Zuruf von aktuellen Neuerungen bei der Bank. Die Commerzbank selbst nutze die Kundendaten, um ihren Beratern Hinweise zu geben, damit diese individuelle Angebote machen können, erklärte Großmann.

Kinnel: Kunden verschenken Geld

Im Kreditgeschäft haben laut Niederlassungsleiter Kinnel niedrige Zinsen und die gute wirtschaftliche Lage dafür gesorgt, dass 2018 in den vier Wetterauer Filialen neue Ratenkredite über 8,3 Millionen Euro ausgegeben wurden – ein Zuwachs um über 60 Prozent. Bei der Immobilienfinanzierung seien die Zahlen 2017 besser gewesen, doch die 35,2 Millionen Euro, die neu vergeben wurden, seien ein guter Wert. »Es gibt keine Spekulationsblase auf dem Immobilienmarkt«, ist sich Kinnel sicher.

Dass viele Kunden Geld auf die hohe Kante, ihr Commerzbank-Konto, legen, sei dagegen unvernünftig. »Wer Vermögen erhalten will, muss anlegen statt sparen«, betont Kinnel. Gut 200 Millionen Euro lägen praktisch unverzinst auf den Konten. Das seien etwa 7000 Euro pro Kunde. Hier werde Geld verschenkt. Zwar habe es 2018 und besonders im letzten Quartal Verluste an den Börsen gegeben, aber wer Zeit mitbringe, Anlagen breit streue und global investiere, der könne auch 2019 gute Renditen einstreichen.

Dennoch: Die verwalteten Kundenanlagen sanken 2018 um immerhin 20 Prozent auf 139 Millionen Euro. »Zugleich stellen wir fest, dass Kunden ihre Geldanlage zunehmend in professionelle Hände geben«, sagt Kinnel. In der Wetterau hätten die verwalteten Wertpapier-Lösungen mittlerweile einen Anteil von 55,5 Prozent.

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