20. Mai 2019, 20:51 Uhr

Traum vom Museum lebt weiter

20. Mai 2019, 20:51 Uhr
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Von Stephan Lutz

Es ist ein Riesenschritt zur Erfüllung der Herzenswünsche der Stammheimer Traktorfreunde: Nach unzähligen Beratungen, langwierigen Planungen, baubehördlichen Rückschlägen und Terminverschiebungen ist dieser Tage die seit Jahren gewünschte Lager- und Abstellhalle als Anbau an das Glashaus der ehemaligen Gärtnerei errichtet worden.

Sie hat eine Grundfläche von rund 200 Metern und soll in erster Linie jenen historischen landwirtschaftlichen Maschinen wie Mähbinder, Mähdrescher oder Dreschmaschine einen Platz bieten, die die handwerklich begabten Mitglieder des Vereins in den vergangenen Jahren erworben und sukzessive restauriert haben, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Der Traum, das Glashaus irgendwann doch noch zum Schlepper- und Trecker-Museum zu machen, darf weiter geträumt werden.

Viele heutige Kinder, die einen Mähdrescher über ein Getreidefeld fahren sehen, können sich gar nicht vorstellen, dass die Getreideernte vor 50, 60 und mehr Jahren ganz anders vollzogen wurde. Mit einer hölzernen Dreschmaschine, die über zwei Lederriemen von mit Antriebsscheiben ausgestatteten Schleppern angetrieben wurde, bearbeitete man die handgebundenen Garben, »um die Spreu vom Weizen zu trennen« - so wie das alte Sprichwort es sagt.

Die Traktorfreunde schmeißen ihre Dreschmaschine das nächste Mal am ersten Wochenende im September anlässlich ihres zweitägigen Treffens für Traktorfreunde auf dem Stammheimer Bolzplatz wieder an.

Verteuert und verzögert

Die ersten Gedanken über einen Erweiterungsbau gehen zurück ins Jahr 2013. Konkreter wurde es 2015, als man in sachliche Planungen einstieg. Massiv verteuert und enorm verzögert zugleich wurde das Projekt mit der Brandschutzauflage, zwischen Glashaus und Halle eine L-förmige Brandmauer zu errichten. Die ist 4,50 Meter hoch und fast 25 Meter lang.

Die niedrige Seite der Halle weist eine Traufhöhe von 3,50 Meter auf. Zwar haben die Mitglieder des Vereins mit ihrem etwa zehnköpfigen Bauteam an Baufachleuten mit Mauern, Verputzen und Fundamente ausheben inklusive Körbe binden vieles in Eigenleistung und mit tatkräftiger Unterstützung der Nachbarn vom Fuhrunternehmen Pfannmüller erledigen können. Trotzdem war der einst gesetzte Zeit- und Finanzrahmen so nicht mehr zu halten.

Mit der Errichtung des Grundgerüstes samt Dach mit gedämmten »Sandwich-Elementen« durch eine Fachfirma hat die Halle nun konkrete Züge angenommen. Als deutliches Signal für diesen »Etappensieg« prangt der Richtfestbaum hoch oben über der Halle. Die Montage der Seitenwände und eines Rolltores wollen die Traktorfreunde ebenfalls in Eigenregie übernehmen. Nun gilt es entsprechende Angebote einzuholen und die Elektro- und Spenglerarbeiten selbst zu erledigen, um möglichst noch dieses Jahr die Fertigstellung feiern zu können.

Der Dank der beiden Vorsitzenden Ralf Bachmann und Gerhard Bichler geht an alle Helfer des Vereins und Familie Pfannmüller mit ihrem Fuhrpark und Gerätschaften.



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