Wetterau

Symbolfigur des Widerstands

Die »Frau vom Checkpoint Charlie« kommt am Mittwoch, 20. November, nach Rodheim zum Zeitzeugengespräch. Die Freien Wähler haben Jutta Fleck und ihre Tochter Beate Gallus nach Rosbach eingeladen. Die beiden werden um 19 Uhr im Bürgerhaus Rodheim über ihre »versuchte Republikflucht« und die Folgen für die Familie berichten, wie Ernst Gruner, der für die FWG die Veranstaltung organisiert, mitteilt. Fleck ist seit der Ausstrahlung des Spielfilms und der TV-Dokumentation als »Frau vom Checkpoint Charlie« bekannt - und zur Symbolfigur für den friedlichen Widerstand gegenüber der DDR-Diktatur geworden.
17. Oktober 2019, 20:47 Uhr
Redaktion
Jutta Fleck
Jutta Fleck

Die »Frau vom Checkpoint Charlie« kommt am Mittwoch, 20. November, nach Rodheim zum Zeitzeugengespräch. Die Freien Wähler haben Jutta Fleck und ihre Tochter Beate Gallus nach Rosbach eingeladen. Die beiden werden um 19 Uhr im Bürgerhaus Rodheim über ihre »versuchte Republikflucht« und die Folgen für die Familie berichten, wie Ernst Gruner, der für die FWG die Veranstaltung organisiert, mitteilt. Fleck ist seit der Ausstrahlung des Spielfilms und der TV-Dokumentation als »Frau vom Checkpoint Charlie« bekannt - und zur Symbolfigur für den friedlichen Widerstand gegenüber der DDR-Diktatur geworden.

Am 25. August 1982 wurde sie mit ihren beiden Kindern (Claudia, elf Jahre, Beate, neun Jahre) in Bukarest verhaftet und am 4. Januar 1983 wegen »versuchter Republikflucht in einem besonders schweren Fall« zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, die sie in der Strafvollzugsanstalt Burg Hoheneck absitzen musste. Nach 21 Monaten von der Bundesrepublik freigekauft, nahm sie den Kampf gegen das DDR-System auf und versuchte, ihre Töchter zu sich holen. So unternahm sie am bekannten Grenzübergang Checkpoint Charlie eine wochenlange Hungerstreik- und Protestaktion. Sie stand dort bei Wind und Wetter, Auge in Auge mit den Grenzsoldaten der DDR, und einem Plakat mit der Aufschrift: »Gebt mir meine Kinder zurück«, um die Ausreise der beiden Mädchen zu erzwingen. Erst nach jahrelangen Bemühungen konnte Jutta Fleck am 25. August 1988 nach langem Kampf ihre Kinder wieder in die Arme nehmen. Jutta Fleck lebt heute in Wiesbaden und wirbt als Zeitzeugin für ein Engagement für die Werte der Freiheit und der Demokratie. (Foto: pm)

Schülergruppen und Schulklassen sind besonders eingeladen, Anfragen und Anmeldungen bei Ernst Gruner per E-Mail an gruner-zeitzeugengespraech@t-online.de.

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