29. Mai 2018, 21:31 Uhr

Stimmungsvolles Konzert

29. Mai 2018, 21:31 Uhr
Harfenistin Leonie Minor sorgt für ein Glanzlicht. Sie beeindruckt durch ihr souveränes Spiel bei Georg Friedrich Händels Harfenkonzert. (Foto: lh)

Zu einem stimmungsvollen Nachmittagskonzert luden das Collegium Musicum unter der Leitung von Joachim Etzel sowie die Kirchenchöre aus Rosbach, Rodheim und Köppern (Leitungen Heike Berlenbach und Hannelore Hartenstein) am Sonntag in die evangelische Stadtkirche Ober-Rosbach ein. Gastgeber Pfarrer Gerrit Boomgaarden stellte erfreut fest, dass es während der 17 Rosbacher Amtsjahre jedes Jahr ein Konzert dieser Art gegeben habe. Zur Aufführung kamen fünf Kompositionen aus vier Jahrhunderten.

Den Anfang machten Chöre und Orchester gemeinsam mit Johann Pachelbels Chorkantate »Was Gott tut, das ist wohlgetan« aus dem 17. Jahrhundert. Chöre und Streicher überzeugten durch eine einfühlsame Darbietung, und Ilse Etzel, die nur wenige Stunden vorher für den erkrankten Organisten eingesprungen war (und sich deshalb erst kurz vor der Aufführung in die Noten eingelesen hatte), bewies ihr Können nicht nur an der Geige, sondern auch an der Orgel.

Ein Glanzlicht dürfte anschließend die junge Harfenistin Leonie Minor gewesen sein, die auch an der Blockflöte schon zahlreiche Aufführungen mit Bravour gemeistert hat. Kürzlich erst hat das aufstrebende Talent eine weitere Auszeichnung für ihre musikalische Leistung in Empfang nehmen dürfen. Als Solistin trat sie nun bei Georg Friedrich Händels Harfenkonzert auf und beeindruckte nicht nur durch ihr souveränes Spiel, sondern auch durch ihre außerordentliche Konzentration und Präzision. Den Notenständer überließ sie dem Dirigenten, denn sie spielte alle drei Sätze auswendig – wofür sie berechtigterweise großen Applaus entgegennehmen durfte.

Aus Anlass des 200. Geburtstags von Charles Gounod (1818-1893) folgte dessen »Messe brève no. 7« in fünf Sätzen. »Den sechsten Satz, das Credo, spielen wir heute nicht, weil der Komponist ihn für den Gemeindegesang vorgesehen hatte«, erläuterte Etzel. Mit der »Kleinen Serenade op. 12« des schwedischen Komponisten, Dirigenten und Musiklehrers Lars-Eric Larsson (1908-1986) entführte das Orchester seine Zuhörer danach von der sommerlichen Hitze Rosbachs in den hohen Norden. »Hier konnte man wahrlich die Weite und Unberührtheit der nordischen Landschaften spüren«, meinte ein Zuhörer. Sein Kompliment galt auch dem Orchester, dem er eine gelungene Umsetzung des Werkes bescheinigte. Larsson war Absolvent der Königlichen Musikhochschule Stockholm und führte seine Studien bei Alban Berg in Wien fort.

Zu Gabriel Faurés »Cantique de Jean Racine, op. 11« traten Chöre und Orchester zum dritten Mal gemeinsam vor ihr Publikum. Sie trugen eine Fassung von John Rutter für Chor, Harfe und Streicher vor. »Ergieß auf uns das Feuer der göttlichen Gnade, dass Nacht und Schuld vor deiner Stimme fliehn«, heißt es in dem Text. Mit diesem gemeinsamen Wunsch begaben sich Publikum und Musiker hinaus in die sommerliche Wärme.

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