05. Juni 2019, 11:00 Uhr

Friedhofsgebühren

Sterben in Ober-Mörlen wird teurer

Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich über drei wichtige Themen beraten: Die Zukunft der Holzvermarktung, das neu zu entwickelnde Gewerbegebiet und Friedhofsgebühren.
05. Juni 2019, 11:00 Uhr
Der Ober-Mörler Friedhof bietet verschiedene Möglichkeiten der Erd- und Feuerbestattung. Die Gebühren werden nach fünf Jahren erstmals wieder erhöht. (Foto: hau)

Ein arbeitsreicher Abend stand dem Haupt- und Finanzausschuss (HuF) am Montag ins Haus. Das Parlament hatte in seiner jüngsten Sitzung drei Themen zur Beratung hierher verwiesen: Anpassung der Friedhofsgebühren, Zukunft der Holzvermarktung und das neu zu entwickelnde »Gewerbegebiet Boschstraße«.

Am schnellsten war - bei aller Verwirrung um verschiedene Vermarktungsgesellschaften - das Thema Holz abgehandelt. Sie habe vom Parlament nur das Okay haben wollen, ergebnisoffene Gespräche in allen Richtungen führen zu dürfen, sagte Bürgermeisterin Kristina Paulenz. Bislang habe Gemeindemitarbeiterin Anja Wölm erfolgreich an den Verhandlungen teilgenommen; sie wolle deren Arbeit nun fortführen. Zu diesem Zweck habe sie das Parlament einbinden wollen. »Ich bitte nur darum, Gespräche führen zu dürfen«, wiederholte die Rathauschefin.

Grundstücksverkauf empfohlen

Das gehe auch ohne Antrag und Beschluss, einigte sich der HuF mit Paulenz - nicht ohne dafür zu plädieren, die für Ober-Mörlen beste Lösung zu finden. Die Holzsortimente der Partnerkommunen sollten zusammenpassen, und auch die räumliche Überschaubarkeit solle gegeben sein. Vorschlag vom Ausschuss: Vertreter beider in Frage kommenden Holzvermarktungsgesellschaften zu einer Sitzung nach Ober-Mörlen einzuladen.

Mehr Erklärungsbedarf forderte die Anpassung der Friedhofsgebührensatzung. Der externe Kommunalberater Uwe Zöllner erläuterte seine Kalkulation und nahm auch Bezug auf seine seither nicht mehr aktualisierte Berechnung von 2014. Kommunalen Friedhofsgebühren liege ein kompliziertes Berechnungsmodell mit mehreren Variablen zugrunde, wie die Zahl der Sterbefälle oder die Entwicklung der Bestattungskultur.

Auf Zöllners Empfehlung hin verständigte sich der HuF darauf, zunächst in den Fraktionen über eine Dreiteilung zu beraten: 100 Prozent Kostendeckung bei Bestattung und Grabräumung sowie 70 Prozent (statt der ursprünglich erwogenen 100 Prozent) Kostendeckung bei den Nutzungsrechten. Zugleich müsse man die Entwicklung gut im Auge behalten. »Eigentlich müsste die Satzung alle zwei Jahre aktualisiert werden«, empfahl der Experte. Konkrete Zahlen (Gebühren und zu erwartende Defizite) sollen für die nächste HuF-Sitzung am 18. Juni vorliegen.

Dass das Ober-Mörler Gewerbegebiet in Feldrandlage westlich der Boschstraße erweitert wird, ist seit Ende März beschlossene Sache. Das Parlament stimmte unisono für die Aufstellung eines Bebauungsplans »Gewerbegebiet Boschstraße«. Im ersten Bauabschnitt soll nun ein erstes Grundstück verkauft werden. Interesse zeigt die Firma Keck Automobile mit Sitz in Offenbach. Der Kommune als Grundstückseigentümerin würde der Verkauf von 7500 Quadratmetern bereits erschlossener Netto-Baulandfläche einen Erlös von 562 000 Euro plus zukünftige Steuereinnahmen in den Gemeindesäckel spülen.

Im HuF wollte man wissen, ob der Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt die für das Dorf beste Lösung sei. Der Quadratmeterpreis sei zwar angemessen, man wolle aber sicherstellen, bei der Grundstücksgestaltung mitreden zu können. Das ergebe sich mit dem Bebauungsplan, erklärte die Bürgermeisterin. Zur Firma selbst erfuhren die Politiker, dass man weder mit spürbar mehr innerörtlichem Verkehr noch mit großen Lkw rechnen müsse.

Wie das Ehepaar Keck den Anwesenden erklärte, seien sie seit vielen Jahren auf die Wartung, Reparatur und den Aufbau von Tiefkühlfahrzeugen (3,5-Tonnen-Kleintransporter) spezialisiert, wie sie von namhaften Tiefkühlkostfirmen genutzt würden. Monatlich rechneten sie mit 15 bis 20 bundesweiten Anlieferungen. Auf dem Firmengelände stünden in der Regel rund 100 Wagen, dazu die Autos von acht Mitarbeitern. Man freue sich, bei Zustimmung des Parlaments den Firmensitz in den eigenen Wohnort verlegen zu können, unterstrichen Roland Keck und seine Frau. Der HuF ließ sich überzeugen und wird dem Parlament empfehlen, die Beschlussvorlage anzunehmen und die baureife Fläche zu einem Quadratmeterpreis von 75 Euro an die Firma zu veräußern.

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