06. März 2018, 11:00 Uhr

Krankenhaus wird erweitert

Startschuss für Millionenprojekt am Hochwaldkrankenhaus

Bis 2024 wird das Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim erweitert. Für den ersten Bauabschnitt hat Minister Grüttner einen Bewilligungsbescheid über sieben Millionen Euro überreicht.
06. März 2018, 11:00 Uhr
Am Computer simuliert, bis 2024 Realität: Blick aus nordwestlicher Richtung auf den geplanten westlichen Erweiterungsbau des Hochwaldkrankenhauses mit dem neu gestalteten Haupteingang, der dorthin verlegt wird. (Visualisierung und Foto: pv)

Mit der Überreichung eines Bewilligungsbescheides in Höhe von sieben Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt an Dr. Dirk M. Fellermann, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW), gab Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner am Freitag den Startschuss für eine auf fünf Jahre angelegte Baumaßnahme. An deren Ende werde am Standort Bad Nauheim des GZW »eines der modernsten Krankenhäuser Hessens« stehen, wie Fellermann ankündigte.

Lob gab es dafür vom Ersten Kreisbeigeordneten Jan Weckler und von Bürgermeister Klaus Kreß. Beide betonten die Bedeutung des Hochwaldkrankenhauses und seines Erhalts in öffentlich-rechtlicher Hand für die Gesundheitsstadt sowie für die medizinische Versorgung der gesamten Region.

Auch künftig werden die GZW-Standorte Friedberg und Bad Nauheim medizinisch genutzt, allerdings sollen im Interesse eines weiteren Ausbaus der interdisziplinären Kooperation die stationären Angebote am Standort Bad Nauheim konzentriert werden.

 

Mehrere Bauabschnitte bis 2024

 

Grüttner betonte: »Mit dem Start der Neubaumaßnahme wird die dauerhafte Sicherung eines weiteren öffentlichen-rechtlichen Krankenhauses und damit der wohnortnahen Gesundheitsversorgung in einer zentralen Region Hessens auf den Weg gebracht.« Weckler und Kreß machten klar, dass es Ziel sei, das Hochwaldkrankenhaus in kommunaler Hand zu erhalten und damit auch die Gesundheitsstadt Bad Nauheim zu stärken.

 

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Nehmen von Minister Stefan Grüttner (2. v. r.) den Bewilligungsbescheid über sieben Millio...

 

Dem seit Juli 2016 amtierenden GZW-Geschäftsführer sei es in kürzester Zeit gelungen, die Zusage über sieben Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt zu »reaktivieren« sowie weitere Fördermittel wie 26,2 Millionen Euro aus dem Strukturfonds sowie zehn Millionen Euro Landes-Krankenhausförderdarlehen für das GZW zu akquirieren. Sollten auch diese Fördermaßnahmen positiv bewilligt werden, würde sich die staatliche Förderquote der geplanten Baumaßnahme auf rund 75 Prozent belaufen, informierten Weckler und Kreß. Der Ärztliche Direktor des GZW, Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, erinnerte daran, dass die Krankenhäuser rund um Bad Nauheim alle bereits modernisiert oder komplett neu gebaut worden seien.

In mehreren Bauabschnitten bis 2024 werden insgesamt 60 Millionen Euro (zuzüglich 5,5 Millionen Euro für medizintechnische Einrichtung) investiert, wie Architekt Prof. Linus Hofrichter erläuterte.

 

30 statt 12 Betten auf Intensivstation

 

Für die Zusammenlegung der stationären Versorgung würden die in Bad Nauheim bestehenden 9000 Quadratmeter Nutzfläche um 7750 Quadratmeter erweitert. Laut Hofrichter sieht die bisherige Zielplanung die Umsetzung in fünf Bauabschnitten vor. Der erste, für den am Freitag der Bewilligungsbescheid übergeben worden ist, umfasst die Erweiterungen des Zentral-Operationstraktes am Hochwaldkrankenhaus von vier auf fünf OP-Säle sowie der Sterilgutaufbereitung. In den weiteren Bauabschnitten sollen die Pflegebereiche von derzeit 248 Betten und 4900 Quadratmetern auf 400 Betten mit insgesamt 10 500 Quadratmetern erweitert werden. Dies werde die Stationsgrößen ebenso wie die Patientenunterbringung und -versorgung optimieren.

Parallel sollen die Intensivstation von 12 auf 30 Betten ausgebaut und ein differenziertes Pflegesystem mit Intensiv- und Intermediate-Care (einschließlich Verbesserung der Isoliermöglichkeiten) geschaffen werden.

Des Weiteren stehen die Sanierung der Pflege- und Funktionsbereiche in den Bestandsbauten am Hochwaldkrankenhaus, die Errichtung eines Parkdecks im Bereich der vorhandenen Parkplatzfläche sowie die Verlegung des Haupteingangs an die nordwestliche Ecke des Neubaus an. Kreß kündigte an, zur Vorstellung der Neubaupläne eine Bürgerversammlung abhalten zu wollen.

Info

GZW: Wer hat künftig das Sagen?

Während die Erweiterung des Hochwaldkrankenhauses beschlossene Sache ist, bleibt unklar, wer im Gesundheitszentrum Wetterau (GZW) künftig das Sagen hat. Zurzeit halten der Wetteraukreis und die Stadt Bad Nauheim jeweils 50 Prozent der Anteile. Der Kreis möchte sein Stammkapital in der gGmbH bis 2022 um 15 Millionen Euro erhöhen. Die Stadt will da nicht mitziehen, weil sonst erneut ein defizitärer Haushalt drohen würde. Deshalb wird über den Verkauf der städtischen Anteile an den Kreis nachgedacht. Ein Gutachten hat deren Wert auf 1,75 Millionen Euro beziffert. Bürgermeister Klaus Kreß ist mit diesem Ergebnis nicht zufrieden, der Magistrat hat ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben. Kreß und Erster Kreisbeigeordneter Jan Weckler werden in Kürze über das Thema sprechen. Denkbar wäre auch, dass die Stadt nur einen gewissen Prozentsatz seiner GZW-Anteile an den Kreis abgibt. (bk)

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