18. September 2019, 19:17 Uhr

Stadtplatz wird zur Bühne

18. September 2019, 19:17 Uhr
Entstanden sind kleine Szenen zu den Schlagworten »Ich« und »Wir«. Diese verbinden die ganz in Schwarz gekleideten Jugendlichen zu einer Geschichte. (Foto: cf)

Die Kunstschule zeigt im Rathaus eine Ausstellung mit Semesterarbeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Zur Eröffnung fand eine viel beachtete Performance auf dem Dortelweiler Platz statt. Voller Erwartung verstärkten Schaulustige die Reihen der bereits wartenden Zuschauer auf dem Dortelweiler Platz. Dort hatten neun Jugendliche den Bereich vor dem Jugendzentrum im Kulturforum Dortelweil mit bunten Cut-out-Skulpturen und -Transparenten dekoriert. Getreu dem Motto »Mache die Stadt zu deiner Bühne« verwandelten neun Jugendliche im Rahmen des Kunstprojektes »Get connected« einen Teil des Platzes in eine Open-Air-Bühne.

Die neun Jugendlichen im Alter von zwölf bis 19 Jahren gehören zu einer Gruppe mit 19 Jugendlichen. Diese hatte sich vier Monate lang am Wochenende sowie eine Woche in den Sommerferien unter Anleitung der Künstlerin Ingrid Strohkark, Gesangscoach Sabine Bechtold und Designerin Nicole Wächtler mit der Entwicklung einer freien Performance auseinandergesetzt. Entstanden sind kleine Szenen zum Thema »Ich« und »Wir«. Diese verbanden die ganz in Schwarz gekleideten Jugendlichen im Laufe der Aufführung zu einer Geschichte. Sie tanzten, rezitierten, sangen und musizierten mal temperamentvoll, mal verhalten vor dem mobilen Bühnenbild.

Musikalisch begleitet wurden die Sänger, Tänzer und Rezitatoren von Musikschullehrer Peter Koch und seinem Schüler Nils Bräutigam aus der Percussionsgruppe der örtlichen Musikschule. Trommelnd gab das Duo den Takt für Tänzer und Sänger vor. Bereits vom ersten Ton an fesselte die Performance das Publikum. Tonya (15) und Emily (13) tanzten vor den Cut-Out Skulpturen, verwandelten Rad schlagend und mit ausdrucksstarken Bewegungen das graue Pflaster zu ihrem Parkett. Danach gehörte die Bühne den Rezitatoren und Sängern. Gefühlvoll interpretierte ein Schüler das Gedicht »Der Panther« von Rainer Maria Rilke. Obwohl der Lyriker das Gedicht bereits 1902 in Paris verfasste, hat der Inhalt auch 117 Jahre später nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Das Gedicht beleuchtete eine Facette des universellen Themas »Freiheit«.

Weiter rückte eine Gesangsgruppe mit dem Lied »Freiheit« der Gruppe Söhne Mannheims in den Fokus. Es folgten weitere Lieder unterschiedlicher Interpreten sowie der Song aus dem gleichnamigen Film »Greatest Showman« von Michael Gracey. Während die einzelnen Jugendlichen als Solisten oder in Gruppen vor ihre Zuhörer traten, bewegten andere das Bühnenbild. Die Kursteilnehmer hatten ihre Cut-out-Köpfe mithilfe von Farben oder Tapes sozusagen in lebende Kunstwerke verwandelt. Die flachen, bildhauerisch dargestellten Typografien konnten von verschiedenen Seiten aus betrachtet werden.

Gebäude als Kunstwerk

Bei dem Kunstprojekt lernten die Jugendlichen unterschiedliche Kunstformen kennen. Im Sommer hatten sie bereits das Gebäude der Kunstschule in ein buntes Kunstwerk verwandelt. In der Performance verbanden sie bildende Kunst mit Körperausdruck und Musik.

Die zwischen drei und 80 Jahre alten Kunstschüler und Künstler haben ihre Werke in unterschiedlichen Techniken wie Aquarellmalerei, Drucktechniken oder Acrylmalerei gestaltet. Die Bandbreite ist groß. Sie reicht von Porträts über Stillleben bis zu Tier- und Landschaftsbildern.

Das Projekt »Get connected« wurde vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Modellprojekts Kulturkoffer gefördert. Die Performance war Teil der zuvor von Bürgermeister Thomas Stöhr und Kunstvereinvorsitzende Cornelia Weinheimer eröffneten Semesterausstellung im Rathaus. In der Wandelausstellung zu sehen sind je 30 farbenfrohe Bilder von Kindern und Erwachsenen.

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