28. Februar 2018, 10:00 Uhr

Diskussion am 7. März

»Spurenleger«: Wie sieht das Friedberg von morgen aus?

»Burgfrieden Friedberg« nannte sich ein Projekt zur Stadtentwicklung. Jetzt geht der Prozess weiter, die Gruppe »Spurenleger« lädt zu einer Diskussionsveranstaltung zur Stadtentwicklung ein.
28. Februar 2018, 10:00 Uhr
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Von Jürgen Wagner
Wollen die Prozess der Stadtentwicklung vorantreiben (v.l.): Fritz Hartmut Ulrich, Michael Frielinghaus und Bernd Ulrich von der Gruppe »Spurenleger«, die für den 7. März im Albert-Stohr-Haus zu einer Vortragsdiskussion einlädt. (Foto: Nici Merz)

Acht ganz unterschiedliche Ideen, wie das Friedberg der Zukunft aussehen könnten, präsentierten Studenten der TU Darmstadt im Frühjahr 2017 im Alten Rathaus. Da gab es Biergärten und Auenlandschaften an der Seewiese, der Güterbahnhof wurde in einen Park verwandelt, die Kaserne verwandelte sich in ein Wohn- und Büroviertel. Manches war umsetzbar, vieles Vision. Es ging um einen Gedankenanstoß und um den Blick von Außen. »Jetzt wollen wir den Prozess aufs nächste Level heben«, sagt Michael Frielinghaus. »Die Veranstaltung am 7. März ist kein Abschluss, sondern ein Start.«

Die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Albert-Stohr-Haus (Ludwigstraße 34, Beginn: 19 Uhr) trägt den Titel »Vergangenheit erben – Zukunft gestalten«. Bürgermeister Dirk Antkowiak spricht über die »Chance für Friedberg«, zwei Fachleute der TU Darmstadt – Prof. Dr.-Ing. Anette Rudolph-Cleff und Dr.-Ing. Björn Hekmati – referieren über Stadtentwicklung. Dann folgt eine offene Frage- und Antwort-Runde mit Moderator Jens Joachim.

Die Begrüßung übernimmt Bernd Ulrich, der wie Frielinghaus, Fritz Hartmut Ulrich und fünf weitere Friedberger zur Gruppe »Spurenleger« zählt, einer Initiative des Stadtmarketing-Vereins. Die »Spurenleger« wollen Impulse für das Friedberg der Zukunft geben, sie wollen Ideen sammeln und im wahrsten Sinne des Wortes Spuren legen. »Wir legen an den Tischen Zettel aus, darauf kann jeder seine Ideen oder Wünsche formulieren«, sagt Bernd Ulrich. »Das geht anonym, am liebsten aber personalisiert. Wir werten die Anregungen aus und geben sie an die Politik weiter.«

Studenten-WGs auf der Kaiserstraße

Das Miteinander von Kommunalpolitik und Bürgerschaft liegt der Gruppe am Herzen. Stadtentwicklung ist nichts, was von heute auf morgen geht und dann abgeschlossen ist. Stadtentwicklung ist ein Prozess. In Friedberg hat dieser Prozess nach Meinung vieler in den letzten Jahren nicht genügend Fahrt aufgenommen. Das soll sich ändern. »Wir spüren eine Aufbruchstimmung«, sagt Fritz Hartmut Ulrich und nennt ein Beispiel, wie die Gruppe für Bewegung sorgen kann:

Ulrich hat Kontakt zum Eigentümer eines Hauses in der Kaiserstraße aufgenommen, dessen obere Stockwerke seit langem leer stehen – wie viele andere Wohnungen auf der Kaiserstraße auch. »Wir haben die Idee entwickelt, dort eine Studenten-Wohngemeinschaft einzurichten. Damit könnten wir ein Modell schaffen, das andere nachahmen.« Es gäbe dann wieder mehr (günstigen) Wohnraum und die Innenstadt wäre belebter.

Kaserne und Kaiserstraße im Blick

Das ist nur ein Beispiel für eine Stadtentwicklung, bei der die »Spurenleger« Anstöße geben wollen. Viel ist zu tun in Friedberg, am vordringlichsten sind Kaserne und Kaiserstraße, Projekte, die noch einige Zeit benötigen werden. Mit den Studenten-WGs könne man der Öffentlichkeit zeigen, dass Veränderungen relativ schnell machbar sind.

Bei der Veranstaltung am 7. März gehe es nicht um fehlende Parkplätze oder den Ärger über die Einbahnstraßenregelung, machen die »Spurenleger« deutlich. Es geht um Ideen und um den Austausch der Bürger. »Wir machen keine Politik, aber wir unterstützen die Politik, indem wir Meinungen einfangen«, sagt Bernd Ulrich. Und Michael Frielinghaus ergänzt: »Unser Angebot richtet sich nicht nur an Fachleute, sondern an alle, die in Friedberg leben.«

Die Veranstaltung »Vergangenheit erben – Zukunft gestalten« beginnt am Mittwoch, 7. März, um 19 Uhr im Albert-Stohr-Haus in Friedberg (Ludwigstraße 34). Nach Vorträgen über den Stadtentwicklungsprozess folgt eine Diskussion.

 

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Leitbild für Friedberg

Die Gruppe »Spurenleger« fordert ein Leitbild für die Entwicklung der Stadt. Ein solches Leitbild entstehe »nicht auf einer Tabula rasa. Es orientiert sich vielmehr an den Charakteristika, die diesen Ort prägen, an dem, was seine Singularität ausmacht«, schreibt die Gruppe im Begleitband zur Ausstellung der Studenten. Fünf vordringliche Handlungsfelder werden genannt: Kaiserstraße, ein »Kulturforum« rund um die Stadtkirche, die Burg, die Kaserne und nicht zu vergessen die Stadtteile. Die »Spurenleger« sind Bernd-Uwe Domes, Michael Frielinghaus, Bernd Fritzel, Klaus Karger, Peter Schubert, Ulrich Schulteß, Bernd Ulrich und Fritz Hartmut Ulrich. (jw)



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