02. Juli 2019, 19:56 Uhr

Sporthausbau im Quellenpark beginnt

Stadt und Förderverein haben dem SV Fun-Ball offiziell die Fördergelder für den Bau eines Sporthauses im Quellenpark übergeben. Innerhalb des kommenden Jahres sollen im neuen Stadtteil ein Gebäude mit Raum für Sportkurse wie Yoga entstehen. Es ist eine Mammutaufgabe für Bad Vilbels größten Verein.
02. Juli 2019, 19:56 Uhr
Die Freude ist ihnen anzusehen (von links): Stefan Kött, Vorsitzender des SV Fun-Ball Dortelweil, sein Stellvertreter Klaus Rotter und Schatzmeister Wolfhart Burdenski nehmen den Zuschussbescheid für den Sporthausbau aus den Händen von Bürgermeister Thomas Stöhr entgegen. (Foto: pv)

Nach dem Spatenstich Mitte Juni, steht nun auch offiziell die Finanzierung des Sporthauses, das der SV Fun-Ball Dortelweil im Quellenpark bauen will. In der vergangenen Woche hat Bad Vilbels Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) dem Vereinsvorstand den Zuschussbescheid überreicht. Zeitgleich bewilligte der Verein für Sport- und Kulturförderung die Gelder, die er zu dem Vorhaben beisteuert.

Rund 2,4 Millionen Euro soll der Neubau insgesamt kosten. Ein Drittel kommt aus den städtischen Kassen, ein weiteres Drittel vom Verein für Sport- und Kulturförderung, an dem die Stadtwerke maßgeblich beteiligt sind und bei dem Stadtrat und Stadtwerke-Chef Klaus Minkel (CDU) im Vorstand sitzt. Es ist dessen bisher größte Einzelbewilligung.

Verzicht auf Landeszuschuss

Die letzten 800 000 Euro muss Fun-Ball selbst aufbringen. 200 000 Euro zahlt der Sportverein aus Rücklagen, die Restsumme leiht er zu einem günstigen Zinssatz von der Stadt. Zurückzahlen muss er sie innerhalb der nächsten 30 Jahre.

Verzichtet hatte der SV Fun Ball auf eine Förderung durch das Land Hessen. Nach eigenen Angaben wegen des hohen bürokratischen Aufwandes. Um die Landesmittel anzapfen zu können, hätte der Verein wie ein öffentlicher Bauträger agieren müssen, etwa mit einer europaweiten Ausschreibung des Projekts. »Das wäre für uns nicht leistbar gewesen«, betonte Fun-Ball-Vorstandschef Stefan Kött. Überhaupt bedeute das Großprojekt für den mit rund 4000 Mitgliedern größten Verein der Wetterau eine Herausforderung. Nicht allein wegen des finanziellen Risikos, in das man neben den Baukosten auch die späteren Betriebskosten einrechne. Die einzelnen Projektteams haben eine Menge zu klären: Von baulichen Fragen bis zum letztlichen Kursangebot. »Da steckt viel Arbeit drin«, sagte Kött. »Das machen wir alles im Ehrenamt.«

Entstehen wird ein multifunktionales dreistöckiges Gebäude mit einer Fläche von 600 Quadratmetern. Das Sporthaus wird keine klassische Sporthalle, Platz zum Handball spielen gibt es beispielsweise nicht. Stattdessen will der Verein im Quellenpark seine Kurse für Bewegungssportarten ansiedeln, beispielsweise Yoga oder Pilates. In diesen Bereichen steigt laut Kött die Nachfrage. Auch einen Fitnessbereich wird es in dem Neubau geben.

Grundstück von der Stadt

Ein 1760-Quadratmeter-Grundstück überlässt die Stadt dem SV Fun-Ball in Erbpacht. Andere Sportvereine werden das Sporthaus nicht nutzen können, Kooperationen mit Schulen und Kitas sind hingegen fest eingeplant. Die Bauarbeiten sollen im nächsten Sommer abgeschlossen sein, die Eröffnung ist für Ende September 2020 vorgesehen. Entwürfe des Sporthauses wollte der Verein auf Nachfrage nicht öffentlich machen. »Wir freuen uns sehr, dass es nun losgeht und bedanken uns bei der Stadt für den Zuschuss und die vertrauensvolle Zusammenarbeit«, so Kött. Das Sporthaus sei eine »ideale Weiterentwicklung« für Fun-Ball.

Ihn und die Stadtverwaltung eint die Hoffnung, dass der Sportverein den 3000 Menschen, die in den kommenden Jahren in den größtenteils im Bau befindlichen Quellenpark ziehen werden, hilft in Bad Vilbel anzukommen. »Wir wollen unseren Beitrag zur Integration der Neubürger leisten«, sagt Kött. Das Sporthaus bedeute für alle eine Win-win-Situation.

Sport hat integrierende Wirkung

»Vereinsgebundener Sport, der auf ehrenamtlichem Engagement fußt, ist ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Wir unterstützen daher dieses ehrgeizige Projekt sehr gern. Für die Stadt ist es ein erheblicher Vorteil, wenn ein Verein ein solches Projekt ausführt, daher haben wir uns auch entschieden, einen derart hohen Zuschuss zu gewähren«, sagte Stöhr. Er sieht das Sporthaus als wichtigen Teil der Infrastruktur des neuen Stadtteils.

»Wir trauen dem Fun-Ball-Verein im Quellenpark eine gute Integrationsarbeit im neuen Stadtteil zu, wie es bereits in Dortelweil-West gelungen ist«, ergänzte Minkel in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins.

Der Sporthausbau war in den vergangenen Jahren teils heftig umstritten. Kritik gab es vor allem daran, dass sich die Stadt intensiv mit ihren Geldern an dem Projekt beteiligt, sowohl über die große Fördersumme und niedrigverzinste Leihsumme als auch über das Grundstück und indirekt über den Förderverein. Ein Vorwurf lautete: Der SV Fun-Ball werde bevorzugt behandelt.

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