29. Oktober 2018, 20:21 Uhr

Spaß am Züchten und Zeigen

29. Oktober 2018, 20:21 Uhr
Kleintierzucht ist vielfältig, sagt Richard Wölker. Er zeigt einen Deutschen Riesen. Unterschiedlichste Tauben- und Hühnerrassen werden in Klein-Karben gezüchtet.

Preise fürs schönste Tier: Fehlanzeige. Um ihre Tiere zu zeigen, wählten die Aktiven des Kleintierzuchtvereins Klein-Karben einen anderen Ansatz. Erstmals wurden am Wochenende in der Zuchtanlage am Nidda-Altarm keine Preise an die Besitzer der schönsten Tiere verliehen. Die Tiere wurden an den zwei Tagen der offenen Tür gezeigt, ganz ohne Wettbewerb.

Längst haben die Verantwortlichen des Vereins die Zeichen der Zeit erkannt: Das Durchschnittsalter aller Mitglieder liegt zwischen 60 und 70 Jahren, Nachwuchs gibt es nicht. Zeit, um sich nach außen hin zu öffnen und Werbung in eigener Sache zu betreiben. Vor allem geht es darum, Familien mit Kindern und junge Menschen anzusprechen.

»Bewertungssysteme wie bei den üblichen Kleintierausstellungen, die nur von Züchtern verstanden werden, bringen normalen Besuchern gar nichts«, erklärt der Vorsitzende, Wolfgang Datz. Er zeigt gern das 16 000 Quadratmeter große Areal.»In diesem Jahr wollen wir es weniger kompliziert für die Besucher gestalten und stellen nur die von uns selbst gezüchteten Tiere aus. Damit möchten wir anderen die Vielfalt unseres Hobbys aufzeigen.«

Jeder hat eigenes Gehege

Zu sehen gibt es einiges auf dem 1971 gegründeten Zuchtgelände. Truthähne, Tauben, Hasen, Hühner und mehrere Behausungen für Bienen, die Klotzbeuten. Alles verteilt sich über die Anlage. Jeder Züchter besitzt sein eigenes, umzäuntes Areal. 53 Mitglieder hat der Verein derzeit, elf sind aktiv. Sie halten die Gehege instand und tauschen sich mit befreundeten Kleintierzüchtern aus anderen Vereinen aus. Regelmäßig sind Klein-Karbener Züchter mit ihren Tieren auf der Bundesschau in Leipzig vertreten, manchmal mit beachtlichen Erfolgen. Datz, der seit vier Jahren die Geschicke des Vereins lenkt, züchtet Welsumer Landhühner. Das Besondere an dieser Rasse sind die stattlichen Eier, erklärt Datz, der in Rosbach lebt.

Eine zweijährige Henne könne Eier mit einem Gewicht von 80 bis 90 Gramm legen. Ihren Namen hätten die Hühner von der niederländischen Stadt Welsum bekommen, wo man sie seit 1911 züchtet.

Kurios, nicht wegen ihres Gewichts, sondern wegen ihrer besonderen Farbe, erscheinen die Eier der Hühnerrasse »Maran«. Die temperamentvollen Tiere legen Eier, die aussehen, als sei ihre Schale mit Schokolade überzogen. Richard Wölker und Rainer Zimmermann kümmern sich um die Aufzucht dieser französischen Landhühner.

Ein imposanter Hingucker sind die »Deutschen Riesen«, eine heimische Kaninchenrasse. Ausgewachsene Tiere können ein Höchstgewicht von fast zwölf Kilogramm erreichen. Die aus Gent in Belgien stammende Kaninchenrasse entwickelte erst durch die Zucht in Deutschland ihren kräftigen Körperbau. Vize-Vorsitzender Richard Wölker hatte ganz schön zu kämpfen, bis er eines der Tiere mit schwarzem Farbanschlag aus dem Käfig herausfischen konnte.

Vereinskasse ist leer

Im Gespräch machten die Kleintierzüchter keinen Hehl daraus, dass sie sich auch mit einigen Sorgen und Nöten herumschlagen müssten. Die ab und zu auftauchenden Ratten und Marder von der Nidda seien dabei das kleinste Problem. Diese Räuber habe man im Griff. Problematischer sei es mit den Finanzen. »Eigentlich darf bei uns noch nicht mal der Rasenmäher kaputtgehen«, klagt Datz.

Ein belebendes Element auf der Anlage ist Bienenbotschafter Antonio Gurliaccio. Dessen selbst hergestellte Klotzbeuten sind an mehreren Bäumen angebracht. In einer Parzelle findet er ideale Arbeitsbedingungen für Imkerei und Zeidlerei. Klotzbeuten sind Zeidlerbäume, dafür höhlt er Abschnitte eines Baumstammes aus, dort nisten sich Wildbienen ein. (Fotos: Schenk)

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