03. April 2019, 14:00 Uhr

Integration

Sozialarbeiterin Yasemin Bayram hat Antworten auf viele Fragen

Sozialarbeiterin Yasemin Bayram ist Ansprechpartner für junge Menschen mit Migrationshintergrund an der Erich-Kästner-Schule in Rodheim. Sie hilft ihnen bei der Berufsorientierung und vermittelt Sprachkurse.
03. April 2019, 14:00 Uhr
Ob beim Schreiben von Bewerbungen, bei der Berufsorientierung oder der Vermittlung von Deutschkursen: Yasemin Bayram steht jungen Flüchtlingen und Migranten als Ansprechpartnerin zur Verfügung. (Foto: sky)

Seit Ende März gibt es an der Rodheimer Erich-Kästner-Schule ein neues Angebot für junge Flüchtlinge und Migranten zwischen zwölf und 27 Jahren. Das soll sie bei der sprachlichen und gesellschaftlichen Integration unterstützen, und ihnen Hilfestellung geben auf ihrem schulischen und beruflichen Werdegang. Nach Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen der Stadt und dem Jugendmigrationsdienst Wetterau von der Internationalen Bund Südwest gGmbH ist Diplom-Sozialarbeiterin Yasemin Bayram 14-täglich von 9 bis 12 Uhr vor Ort und steht Jugendlichen und jungen Erwachsenen für eine offene Sprechstunde zur Verfügung.

»Wir beraten auch die Eltern der Schüler und bieten zudem individuelle Terminvereinbarungen an«, sagt Bayram. »Schüler, die mit persönlichen Problemen oder Fragen zu ihrer Ausbildung zu mir kommen wollen, können sich von ihren Lehrern für diese Zeit freistellen lassen.« Wer nicht zur Schulgemeinde gehört, zum Beispiel junge Akademiker oder Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung, muss sich bei Betreten des Schulgeländes im Sekretariat anmelden. »Das ist notwendig, denn hier darf nicht jeder einfach so hereinspazieren«, erklärt Schulleiter Dietmar Hienz. Willkommen sind aber alle, die Rat und Auskunft brauchen.

 

Hauptschwerpunkte bei Haupt- oder Realschul-Abschlussklassen

»Solche konkreten Hilfsangebote sind ein wichtiger Baustein zur Integration und tragen damit zu einem guten gesellschaftlichen Klima in unserer Stadt bei«, betonte Ex-Bürgermeister Thomas Alber. Er hatte die Kooperation, die nun von seinem Nachfolger Steffen Maar fortgesetzt wird, auf den Weg gebracht. Hauptschwerpunkte sieht die Migrationshelferin bei den Jugendlichen in den Haupt- oder Realschul-Abschlussklassen. Häufig brauchten sie Hilfe bei der Orientierung im hiesigen Bildungs- und Ausbildungssystem oder bei der Suche nach einer Lehrstelle. »Zwar werden sie im Schulfach Arbeitslehre mit dem Verfassen von Lebensläufen oder Bewerbungen vertraut gemacht, aber hier und da brauchen sie noch mal eine individuelle Hilfe, damit auch alles rund ist«, weiß Bayram. Auch bei der Vermittlung von Berufspraktika ist sie behilflich.

 

Bewerbung, Deutschkurs oder Freizeitgestaltung

»Wir können zwar nicht jeden Bereich abdecken – zum Beispiel rechtliche Fragen – aber wir haben eine gute Vernetzung zu den kompetenten Stellen, die sich auf das jeweilige Thema spezialisiert haben.« Wo kann man zum Beispiel Diplome, Zeugnisse oder Ausbildungsabschlüsse anerkennen lassen, welche Schritte braucht es dazu – und, das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Leben in Deutschland: –,wo gibt es einen qualifizierten Deutschunterricht? »Wer in Schule, Studium, Beruf oder in seinem sozialen Umfeld Sprachbarrieren hat, hat es mitunter schwerer als andere«, sagt Bayram. Beim Jugendmigrationsdienst weiß man, wo junge Menschen (vielleicht erneut) die Schulbank drücken und einen Deutschkurs danach erfolgreich abschließen können. Auch hinsichtlich einer Freizeitgestaltung, die den jeweiligen Interessen entspricht, können die Migrationshelfer dank einer langjährigen Berufserfahrung helfend zur Seite stehen. Und wenn es finanziell einmal knapp wird, kennt Bayram die Stellen, wo der Weg aus der Schuldenkrise aufgezeigt werden kann.

 

Drei Fragen an Schulleiter Dietmar Hienz

Wir hoch schätzen Sie die Zahl jener Schüler ein, die das Angebot des Jugendmigrationsdienstes (JMD) wahrnehmen könnten?

Dietmar Hienz: In der betreffenden Altersgruppe besuchen rund hundert Kinder die Erich-Kästner-Schule. Ich glaube, dass etwa zehn bis fünfzehn Prozent an einer Beratung und Unterstützung durch den JMD interessiert sein könnten.

Gibt es da Schwerpunkte hinsichtlich der Jahrgänge?

Hienz: Vor allem in den Abgangsklassen ist der Bedarf groß. Dann geht es nämlich darum, eine Lehrstelle zu suchen und Bewerbungen zu schreiben. Manche Schüler wissen noch gar nicht, welchen Beruf sie mal ergreifen möchten und ob sie die Voraussetzungen für den Wunschberuf erfüllen. Andere wollen wissen, welche Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt, und wo sie diese wahrnehmen können.

In welchen Fächern klappt es mit der Verständigung am besten?

Hienz: Sport, Kunst und Musik sind ideale Fächer für ein kommunikatives Miteinander. Wir bieten aber auch Unterstützung in kleinen Gruppen mit dem Ziel, Deutsch als Zweitsprache zu erlernen. Das Angebot liegt bei etwa acht bis zehn Stunden pro Woche. (sky)

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