21. August 2019, 19:47 Uhr

Sorge um die Bäume

21. August 2019, 19:47 Uhr
Die CDU-Politiker informieren sich über den Zustand des Ossenheimer Wäldchens. Beim Blick nach oben fallen abgestorbene Baumkronen auf. (Foto: pm)

Wie kann der drohende Forstkollaps vermieden werden? Um sich über die aktuelle Lage in den hessischen Wäldern zu informieren, hat die Friedberger CDU mit ihrem Vorsitzenden Bernd Wagner an der Spitze sowie Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender und weiteren Magistrats-, Fraktions- und Vorstandsmitgliedern das Ossenheimer Wäldchen besucht.

»Der Tod eines Baumes beginnt in der Krone«, sagte Welf Bücken, Leiter der Rentkammer des Grafen zu Solms-Rödelheim und Assenheim, des Besitzers des 35 Hektar großen Ossenheimer Wäldchens. Zusammen mit Wolfram Peppler, Revierförster und Inhaber der Firma Forstservice Peppler, erläuterte er den Christdemokraten die Schäden an den Bäumen durch Trockenheit, Schädlingsbefall und Krankheiten. Bücken deutete nach oben zu den abgestorbenen Kronen der Buchen. »Die Situation nach dem trockenen Sommer 2018 ist extrem angespannt. Wir hatten seitdem viel zu wenig Niederschläge. Die Vorratsspeicher im Boden sind leer.« Auch der normale Zersetzungsprozess des Laubes finde nicht statt. Es fehle einfach Wasser. Neben der Buche streckt auch die Vogelkirsche ihre trockene Krone in den sommerlichen Himmel. »Das tut besonders weh«, sagte Peppler, »denn um solch geradschaftige Stämme wie hier zu erzielen, musste die Kirsche besonders in der Jugend intensiv gepflegt werden. Um einen astfreien Stamm zu erhalten, sind arbeitsintensive und regelmäßige Astungen erforderlich. Und das kostet Geld.«

Einige Meter weiter erwartete die Besucher ein ganz anderes Bild: Der Boden war plötzlich voll mit trockenen Ahornblättern, nebenan ragten abgestorbene Äste empor. Geschwächt durch die Trockenheit, war der Bergahorn durch eine Schlauchpilzart befallen worden. Die zunehmenden heißen Sommer mit langen Trockenzeiten begünstigen die Infektion. Der durch Wassermangel geschwächte Baum bietet dem Pilz leichtes Spiel. Dabei verliert der Baum zunächst die Blätter, dann bilden sich rußige Flecken auf der Rinde, und der Baum stirbt ab. »Ist ein Baum befallen, hilft nur noch die Motorsäge«, erklärte Bücken. Doch damit ist das Leiden im Ossenheimer Wäldchen noch nicht am Ende. Gut zehn Prozent des Waldes bestehen aus Eschen, und die sind vom Eschentriebsterben befallen. Der Pilz mit dem Namen »Falsches Weißes Stengelbecherchen« verursacht die neue Krankheit an den Eschen. Bei Altbäumen verläuft das Eschentriebsterben zunächst langsam, infizierte Jungbäume sterben rasch ab. Wie bei vielen chronischen Krankheiten sind die Bäume infolge der Symptome deutlich geschwächt. Anderen Erregern und Insekten, wie Hallimasch und Eschenbastkäfer, fällt es leichter, die Eschen zu befallen. Die Folge ist dann der Tod des Baumes. Bücken zeigte auch die Leistungen auf, die ein Hektar Wald pro Jahr erbringe: Er filtere bis zu 50 Tonnen Ruß und Staub aus der Luft, bilde um die 100 000 Kubikmeter neues Grundwasser, setze 15 bis 30 Tonnen Sauerstoff frei, binde 10,6 Tonnen Kohlendioxid. In ihm lebten 13 000 Arten. Zum Abschluss des Rundganges sagte Bücken: »Diese Leistungen können auch in Zukunft erbracht werden, wenn der Wald weiterhin klug und nachhaltig bewirtschaftet wird. Und wenn diese Leistungen auch von der Gesellschaft honoriert werden.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bernd Wagner
  • Bäume
  • CDU
  • CDU Friedberg
  • Eschen
  • Ossenheim
  • Wald und Waldgebiete
  • Wasserknappheit
  • Friedberg-Ossenheim
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.