16. Juni 2017, 19:02 Uhr

Sommerliche Klänge

16. Juni 2017, 19:02 Uhr
Gabriel Faurés »Cantique de Jean Racine« wurde von Leonie Minor an der Harfe begleitet.

Es ist eine lieb gewordene Tradition, dass der Kirchenchor von Rodheim unter Leitung von Hannelore Hartenstein sowie der evangelische Kirchenchor von Ober-Rosbach und Köppern unter Leitung von Heike Berlenbach zusammen mit dem Collegium Musicum zum gemeinsamen Konzert einladen. Wiebke Egerter, die für den Kirchenvorstand Akteure und Zuhörer in der Stadtkirche von Ober-Rosbach begrüßte, durfte in ein voll besetztes Gotteshaus blicken und freute sich darüber, dass außer den vielen gestandenen Chorsängerinnen, Chorsängern und Instrumentalisten auch vier junge Nachwuchstalente im Alter zwischen 15 und 17 Jahren das Konzert mitgestalteten. Durch das Programm führte Dirigent Joachim Etzel, der in gewohnter Manier viel Wissenswertes über die Komponisten und ihre Zeit zu berichten hatte. Dank seiner einfühlsamen Beschreibung bekamen Telemann, Vivaldi, Elgar und Fauré, die zwischen 1681 und 1924 lebten, für die Zuhörer ein Gesicht, und man konnte sich vorstellen, in welcher Umgebung und aus welchem Antrieb heraus die berühmten Komponisten ihre Werke zu Papier gebracht hatten.

Schon nach dem ersten Stück, dem Konzert a-Moll für zwei Blockflöten und Streichorchester von Georg Philipp Telemann, erscholl der Ruf nach einer Zugabe – hatten doch die beiden Flötistinnen Leonie Minor (15) und Hanna Volgmann (17) das Publikum spontan begeistern können. »Wir haben heute frischgebackene, erste Preisträgerinnen von Jugend musiziert unter uns«, erklärte Etzel. Das war natürlich Lob und Aufforderung zugleich, noch zwei kleine Flötensoli hinterherzuschicken, die mit viel Applaus bedacht wurden.

Mit der zweiten Fassung des Magnificat für Sopran, Alt, Chor und Streicher von Antonio Vivaldi verließen die Musiker die Welt des Barock. Chiara Bäuml (Sopran) und Nora Khayata (Alt) hatten es zuvor glänzend verstanden, mit ihren jungen – und dennoch höchst ausdrucksvollen – Stimmen musikalische Höhepunkte zu setzen. Mühelos bewältigten sie auch anspruchsvolle Passagen und ergänzten den Chorgesang mit beeindruckenden Soli, die das Publikum mehr als einmal aufhorchen ließen.

Zwei Stücke aus der Romantik spielten im zweiten Teil des Konzerts eine Rolle – sofern man angesichts der sorgsam ausgewählten Zusammenstellung der Werke überhaupt von einer Zweiteilung sprechen konnte. Bei der Serenade e-Moll op. 20 für Streichorchester von Edward Elgar zeigte das Collegium Musicum, dass es ihm immer wieder gelingt, Farbe in unser Leben zu bringen. Sommerliche Leichtigkeit, verknüpft mit einem raumerfüllenden Klang bestimmten diesen Programmabschnitt. Der 1934 verstorbene britische Komponist zeichnete sich durch bemerkenswerten musikalischen Erfindungsreichtum aus. Joachim Etzel und das Collegium Musicum bewiesen ohne jeden Zweifel, dass sie damit umzugehen wissen.

Mit dem Cantique de Jean Racine von Gabriel Fauré, hier in der Fassung von John Rutter, traten Chöre und Streicher wieder zum gemeinsamen Auftritt vor ihr Publikum. Begleitet wurden sie von Leonie Minor – diesmal an der Harfe. Auch hier zeigte die junge Hoffnungsträgerin, dass ihr die Musik im Blut liegt.

»Und lass nicht zu, dass wir, verirrt auf dunklem Pfade, uns deinem heiligen Willen entziehen«, lautete eine Textpassage zum Abschluss des Konzerts. Ein Satz, der heute mehr denn je an Bedeutung gewinnt.

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