05. Juni 2019, 08:00 Uhr

Feuergefahr

Sommer, Sonne, Brandgefahr: Vorsicht in der Wetterau

Der Jahrhundertsommer 2018 hat die Wetterauer Wehren vor enorme Herausforderungen gestellt. Wie sind sich die Feuerwehren auf den Sommer 2019 vorbereitet? Was muss jeder Einzelne beachten?
05. Juni 2019, 08:00 Uhr
Brennende Strohballen zählen bei extremer Hitze zu den Einsatzszenarien der Feuerwehren. Auch im Wald besteht erhöhte Brandgefahr. Nicht zuletzt muss man im eigenen Garten aufpassen, darf zum Beispiel Gartenabfälle nicht verbrennen. (Archivfoto: einsatzfotos.tv/ssa)

Auch wenn die Ursache noch unklar ist: Die 50 Strohballen, die am Sonntagnachmittag im Feld bei Assenheim gebrannt haben, sind für die Feuerwehren in der Wetterau womöglich nur der Vorbote auf einen heißen Sommer gewesen. Wenn es zusätzlich noch im Wald und auf den Feldern brennt, müssen die Einsatzkräfte noch öfters ausrücken, und die zusätzliche Hitze durch die Sonne kostet Kraft. Die WZ hat deshalb bei Kreisbrandinspektor Lars Henrich nachgefragt, wie sich die Wehren in der Wetterau auf den ersten Sommer nach dem Jahrhundertsommer 2018 vorbereitet haben, wie sie ausgerüstet sind und welche Verantwortung jeder einzelne Bürger trägt.

Erfahrungen aus 2018 - Die kommunalen Feuerwehren konnten sich 2018 durch die erheblichen Brandeinsätze, insbesondere eine Vielzahl von Flächenbränden und teils Waldbränden, auf die veränderten Einsatzbedingungen einstellen und Erfahrungen sammeln. Neben den Löschfahrzeugen mit Löschwasserbehältern für bis zu 2000 Liter pro Fahrzeug verfügen die Kommunen auch im Wetteraukreis über Großtanklöschfahrzeuge mit bis zu 4800 Litern Löschwasser.

Diese Fahrzeuge werden, unter Berücksichtigung der Standorte, überörtlich zur Unterstützung bei gemeldeten Einsatzstichworten primär mit alarmiert. Die Feuerwehren haben sich in kürzester Zeit auf die »neuen« Einsatzsituationen vorbereitet.

Anstrengende Einsätze - Wegen der zusätzlichen Belastung durch die Hitze müssen Reserve-Personal und ein frühzeitiger Austausch der Einsatzkräfte berücksichtigt werden. Durch die Schutzkleidung sinkt die Leistungsfähigkeit bei extremer Hitze weiter. Zudem ist es zwingend erforderlich, dass die Einsatzkräfte ausreichend Getränke zur Verfügung haben. Die Einsatzdauer des Einzelnen wird reduziert.

Ausbildung und Material - Die Ausbildung spielt eine große Rolle, da - im Gegensatz zur Brandbekämpfung innerhalb von Gebäuden - bei Flächen- und Waldbränden die Rahmenbedingungen vom Ort der Einsatzstelle, den Windverhältnissen und dem womöglich fehlenden Löschwasser abhängen. Das alles muss im Vorfeld geschult werden. Wesentlicher Faktor ist die Sicherstellung der notwendigen Löschwasserversorgung. Dies kann über eine Vielzahl von Tanklöschfahrzeugen oder die Verlegung von Löschwasserleitungen geschehen.

Hitze oder Brandstiftung - Eine Brandursache kann vonseiten der Feuerwehr in der Regel nicht beurteilt werden. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Hier wird die zuständige Polizei über jedes Brand-Ereignis informiert, um eine Aufklärung sicherzustellen.

Darauf muss jeder achten - Das Umwelt- und das Innenministerium geben frühzeitig Verhaltensregeln bekannt. Bei erhöhter Hitze sind offene Feuer und das Wegwerfen brennender Gegenstände zu unterlassen. Außerdem sollte man Wiesenwege und -flächen nicht befahren, denn alleine durch ein heißes Abgasrohr kann ein Flächenbrand verursacht werden. Das kann auch durch das Wegwerfen von Glasbehältern passieren.

Vorsicht im eigenen Garten - Ein offenes Lagerfeuer ist tabu, grillen sollte man nur unter Aufsicht und die Grillkohle erst nach vollständigem Abkühlen entsorgen. Außerdem verbieten die Kommunen das Verbrennen von Gartenabfällen. In der Vergangenheit wurde als Brandursache im Garten sehr oft das Abflammen von Unkraut mittels Gasbrenner ermittelt. Dies ist bei extremer Hitze und Trockenheit zu unterlassen. Jeder sollte sich bewusst sein, dass durch Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit sein Eigentum oder das seines Nachbarn vollständig vernichtet werden kann. (Archivfoto: prw)

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