14. Oktober 2019, 20:17 Uhr

So kreativ kann ein Roboter sein

14. Oktober 2019, 20:17 Uhr
Auch so kann Kunst funktionieren: Immer wieder muss Hannes Siller (l.) den Besuchern seine Installation Robodraw erläutern. (Foto: lod)

Rot ist in diesem Jahr die dominierende Farbe in der Ausstellung der künstlerisch tätigen Mitglieder des Kunstvereins Friedberg, die am Samstagabend unmittelbar vor Beginn der 1. Friedberger Kulturnacht eröffnet wurde.

Als Motto hatte der Vorstand »Herzenssache« vorgegeben und als Leitfarbe rot ausgewählt. 35 Mitglieder hatten sich dem Thema angenommen. Mit 56 Werken - von Gemälden und Zeichnungen über Grafiken und Assemblagen, bis hin zu einigen Objekten, einer Karikatur, drei Fotografien und einem Video - haben die Künstler zu einer äußerst abwechslungsreichen und vielfältigen Präsentation auf sehr hohem Niveau beigetragen.

»Wir haben uns mit etwas Rot in der Kleidung auf das Thema eingestellt,« sagte Kunstvereinsvorsitzender Joachim Albert bei der Begrüßung der über 100 Besucher der Vernissage, die im größeren zweiten Ausstellungsraum stattfand. Albert hatte sich ebenso eine rote Blume in den Sakko gesteckt, wie Kurator Yves Langsdorf.

Beide zeigten sich positiv überrascht von den Arbeiten der Vereinsmitglieder. »Wir haben Ihnen Raum gegeben, die Vielfalt der Techniken zu präsentieren. Sie haben dies genutzt«, sprach Albert die Künstler direkt an. Noch etwas war den Machern wichtig: Die Ausstellung sollte persönlicher werden. Dazu diene nicht nur die Leitfarbe, sondern auch das für die Ausstellung abgewandelte Kunstvereinslogo, das zu einer »Abstraktion eines geschnittenen Herzens« wurde, wie es Albert formulierte.

Auch die erstmalige Vorgabe einer Leitfarbe bewertete Albert als großen Erfolg. »Damit sollen die Besucher erkennen, dass alles zusammengehört«, erklärte Kurator Yves Langsdorf, der auf einige Werke von »Neulingen« näher einging, wie der bei der letztjährigen Luminale in Frankfurt entstandenen Fotografie »Der Rote Römer« von Loni Schuchardt. Langsdorf: »Eine großartige Arbeit, an der nichts bearbeitet wurde.«

Gemälde ohne Titel

Auf die sehr persönliche Assemblage von Dr. Burchard Bott, der ein englisches Setzbrett rot ausgefasst und mit vielen Lieblingsdingen gefüllt hat, ging Langsdorf ebenso ausführlich ein, wie auf das abstrakte Doppelgemälde »Bruder« und »Schwester« von Tessa Frielinghaus oder die beiden filigranen Gemälde ohne Titel von Francesco Giglio.

Schon vor der Einführung entpuppte sich die Installation »Robodraw« von Hannes Siller als besondere Attraktion. Der Web-Designer hat zwei kleine »Malroboter« geschaffen, wobei die Einzelteile aus einem 3-D-Drucker stammen. »Ich habe die Roboter so programmiert, dass sie geradeaus fahren, sich drehen und ausweichen«, erklärte Siller den Besuchern. Besetzt mit jeweils einem Marker zeichnen die beiden Mini-Roboter so abstrakte Gemälde auf die weiße Lkw-Plane in einem großen Kasten. Das Ergebnis wird samt einem Video im Ausstellungsraum 2 gezeigt.

»Jede Arbeit hat seinen Beitrag zu dieser rundum gelungenen Ausstellung geleistet«, zog Langsdorf ein positives Fazit der Mitgliederausstellung. Die Vernissage ging nahtlos über in die erste Friedberger Kulturnacht, an der sich der Kunstverein mit einem Konzert der Sängerin Fee Mieze, einer Führung durch die Mitgliederausstellung und einer Installation in der Burgkirche beteiligte.

Die Ausstellung »Herzenssache« in den Räumen des Kunstvereins in der Haagstraße 16 ist noch bis einschließlich 27. Oktober täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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