21. November 2018, 19:06 Uhr

Sie lebt für die Musik

21. November 2018, 19:06 Uhr
»In Ockstadt gibt es immer offene Türen, vieles wird hier entwickelt«, sagt Chorleiterin Hermia Schlichtmann. (Foto: cor)

Im Mai 2018 wurden Chorleiterin Hermia Schlichtmann und ihr KonzertChor Bergisch Gladbach mit dem »BOPP 2018«, dem Kulturpreis des Stadtverbands Kultur Bergisch Gladbach ausgezeichnet. Eine Anerkennung, die der Chorleiterin viel Rückenwind für die Zukunft gibt. Im Dezember steht bereits das nächste große Konzertereignis auf dem Programm, das Weihnachtskonzert von Frohsinn Ockstadt am Samstag, 15. Dezember, in der St.-Jakobus-Kirche. Längst ist der Blick auch auf das kommende Jahr gerichtet, wenn zum großen 150-jährigen Frohsinn-Jubiläum am 25. Mai 2019 auch der befreundete Chor aus Bergisch-Gladbach erwartet wird.

Dass Hermia Schlichtmann für die Musik lebt, wird schnell spürbar. So leitet sie nicht nur parallel die beiden Chöre in Bergisch-Gladbach und Ockstadt, sondern geht auch immer wieder neue außergewöhnliche Wege der Chormusik.

Sieben Geschwister

Im März 2018 führte ihr KonzertChor Bergisch Gladbach gemeinsam mit dem Kourion Orchester Münster das Oratorium »Requiem for the Living« für Chor und Orchester von Dan Forrest auf. Die Vielfalt der Rhythmen und Harmonien beeindruckte nachhaltig das Publikum. Das Werk vermittelt Schmerz, Trauer, Bitterkeit und Wut, bevor die letzte Sequenz des Oratoriums Hoffnung und ewige Ruhe widerspiegelt. In ihm stecke somit auch Trost für die Hinterbliebenen. »Am Anfang war unter den Chormitglieder eine Skepsis spürbar«, sagt Schlichtmann. »Darauf folgte dann Erstaunen.«

Schlichtmann ergänzte das Konzertprogramm« durch »Jesu meine Freude«, dem Eingangschoral aus der gleichnamigen Trauermotette von Johann Sebastian Bach und dem Choral »What God Ordains Is Always Good« von Dan Forrest, der mit »Was Gott tut, das ist wohlgetan« von Johann Sebastian Bach korrespondierte. Darüber hinaus waren rein instrumentale Werke zu hören, die jeweils auf ihre Art die Endlichkeit, Trauer, Erinnerung an Verstorbene und die Sehnsucht nach Frieden umkreisten. Ein Konzert, zugleich wie eine Wegbegleitung, eine Vermittlung von Frieden und Akzeptanz. Dieser tiefe Geist und Hintergrund sei es gewesen, der schließlich zur Auszeichnung geführt habe. »Eine Bestätigung, die mir sehr wichtig ist«, sagt Schlichtmann, die schon früh in ihrer Kindheit einen Bezug zur Kirchenmusik aufgebaut hat.

Aufgewachsen mit sieben Geschwistern erlernte sie schon früh das Klavierspiel, mit 13 Jahren saß sie bereits an der Kirchenorgel. Heute ist Hermia Schlichtmann als Diplom-Chorleiterin und Kirchenmusikerin (A-Examen) sowie als Dozentin in vielen Bereichen der Chormusik im In- und Ausland tätig. Im März 2014 eröffnete sie ihr Musikatelier in Wölfersheim. Dort unterrichtet sie Musikbegeisterte in den Fächern Klavier, Orgel, E-Piano und Keyboard.

Neue Wege der Chormusik sind auch stets in Ockstadt erwünscht. So bereitet sich die Frohsinn-Familie derzeit auf das Weihnachtskonzert vor, das am 15. Dezember um 18 Uhr in der Jakobuskirche stattfindet. Zu Gast sind diesmal auch die Lioba-Voices aus Bad Nauheim. »In Ockstadt gibt es immer offenen Türen, vieles wird hier entwickelt«, meint Hermia Schlichtmann. Gerne habe sie vor zehn Jahren die Leitung von Cantiamo, später auch die des gemischten Chors übernommen. Zu den herausragenden Erfolgen von Cantiamo zählen Preise bei Wettbewerben und die Erlangung des Hessischen Chorpreises. 2015 und 2016 wurden unter dem Dirigat von John Rutter dessen Werke »Magnificat« und »Gloria« aufgeführt.

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