21. Februar 2018, 21:02 Uhr

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein

21. Februar 2018, 21:02 Uhr
Hochkarätige Klänge: Das kann die Kammerphilharmonie. (Foto: geo)

Zum seinem ersten Sinfoniekonzert in diesem Jahr lädt der Förderverein Sinfonische Musik für Sonntag, 4. März, um 15.30 Uhr in das Jugendstiltheater Bad Nauheim, Elvis-Presley-Platz, ein. Die Kammerphilharmonie Bad Nauheim konzertiert unter Leitung von Uwe Krause mit Ernest Blochs »Deux Poèmes pour Orchestre, Frühling«, Reinhold Glières Konzert für Horn und Orchester B-Dur op. 91 mit Samuel Seidenberg am Horn und Alexander Glasunows »Sinfonie Nr. 7 F-Dur op. 77«, Pastorale genannt.

Alle drei Komponisten, ein schweizerisch-amerikanischer Komponist und zwei russische Komponisten sind zwar zwischen 1865 und 1880 geboren und zwischen 1936 und 1959 gestorben, also Zeitgenossen, und könnten doch unterschiedlicher nicht sein.

Bloch studierte Musik in Brüssel und München und ab 1899 für zwei Jahre auch im Dr. Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt. Im Jahre 1905 stellte er die Partitur zu »Deux Poèmes pour Orchestre« fertig, dessen zweites Poèm »Printemps« (Frühling) im ersten Sinfonie-Konzert erklingt. Hier zeigt er sich stark von Debussy beeinflusst, den er nach seinem Studium in Paris persönlich kennenlernte.

Die »Deux Poèmes pour Orchestre« (Winter-Frühling) von 1904/1905 ist ein wichtiges Werk aus Blochs erster Schaffensperiode. Es zeigt zwar in Harmonik und Instrumentation noch deutlich die Nähe zu Debussy, lässt aber schon die eigene Stimme des Komponisten ahnen.

Während Bloch besonders in den USA schon zu Lebzeiten große Erfolge feiern konnte und auch heute noch als bedeutender Komponist gilt, sind seine Werke in Europa weitgehend in Vergessenheit geraten.

Glière war einer der angesehensten Komponisten der jungen Sowjetunion. Dreimal wurde er mit dem Stalinpreis erster Klasse ausgezeichnet. Für das sowjetische Konzertleben holte Glière 1950 nach, was für das volltönende Horn in Mitteleuropa 100 Jahre lang weitgehend versäumt worden war: Konzertstücke großen Formats zu schaffen, die den gewachsenen chromatischen Möglichkeiten des Horns Rechnung trugen.

Das Konzert für Horn und Orchester op. 91 von 1950 ist bis heute ein Bravourstück, das höchste Anforderungen an die Hornisten stellt, exzellente Virtuosität ebenso fordert wie die Fähigkeit zum Vortrag weit gesponnener, wohlklingender Melodiebögen.

Mit 16 Jahren schreibt Glasunow seine erste Symphonie. »Das war ein wirklicher Freudentag für uns alle, die Musiker der jungen russischen Schule. Jugendlich in der Eingebung, aber reif in der Technik und Form, errang die Symphonie einen großen Erfolg. Das Publikum rief den Komponisten, und als er auf die Bühne kam, war es erstaunt, dass er ein Junge in Gymnasiastenuniform war,« berichtet Nikolai Rimski-Korsakow.

Glasunow ist kein Revolutionär, er wird früh zu einem Klassiker der russischen Musik und blieb es zeit seines Lebens. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts Komponisten wie Mahler und Schönberg, Ravel, Strawinsky oder Skrjabin die Welt mit ungewohnten Harmonien und nie gehörten Rhythmen überraschen, steht Glasunow dem kritisch gegenüber. Zur Musik seines Studenten Dimitri Schostakowitsch bekennt er: »Ich finde seine Musik schrecklich. Aber das ist unwichtig. Die Zukunft gehört nicht mir, sondern diesem Jungen. Man muss ihm ein Stipendium besorgen.«

Eintrittskarten sind im Vorverkauf erhältlich in den Geschäftsstellen der Wetterauer Zeitung in Bad Nauheim und Friedberg oder in der Tourist-Information in Bad Nauheim. Weitere Informationen zum Programm, Kartenverkauf und zum Förderverein findet man unter www.sinfonie-badnauheim.de.

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