23. Januar 2019, 20:41 Uhr

Sie bringen die Kultur ins Rollen

23. Januar 2019, 20:41 Uhr
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Aus der Redaktion
Elke und Rainer Schmied sorgen dafür, dass der Theaterbus wieder fährt. (Foto: dos)

»Könnten Sie es nicht übernehmen, die Theaterbus-Fahrten zu organisieren«: Als diese Frage an Elke und Rainer Schmied gestellt wurde, zögerten sie nicht lange. Denn schließlich waren sie selber jahrelang mitgefahren, solange es das Angebot noch gab. Bis die vormalige ehrenamtliche Organisatorin Gertrud Förster es 2012 nach fast 20 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hatte. Doch jetzt fährt der Theaterbus wieder, dank Elke Schmied (65) und Rainer Schmied (69).

Schon zweimal, im Oktober und Dezember, rollte ein voll besetzter Reisebus mit 50 Fahrgästen nach Wiesbaden ins Staatstheater. Im Februar steht die dritte Fahrt an, auf dem Programm steht die Oper »Eugen Onegin«. Ziel ist erneut das Staatstheater Wiesbaden. Alle zwei Monate wollen die Schmieds nun ehrenamtlich eine Theaterfahrt organisieren. Dann kann es auch mal nach Frankfurt gehen entweder ins Fritz-Rémond-Theater oder in die Komödie.

Jede Fahrt ausgebucht

Diese Bereitschaft, den Theaterbus in Bad Vilbel zu organisieren, kommt nicht von ungefähr. Seit die Schmieds im Ruhestand sind, genießen sie das kulturelle Angebot der Rhein-Main Region. Im Sommer freuen sie sich auf die Vilbeler Burgfestspiele, aber auch Frankfurt mit seinen verschiedenen Theaterhäusern ist oft ihr Ziel.

Doch in keine Stadt geht es nun so bequem, wie nach Wiesbaden. Denn dank des Theaterbusses verzichten beide gerne auf das Selberfahren im Auto.

Positiv überrascht sind die Schmieds, wie gut das bisher mit dem Theaterbus geklappt hat. Bislang war jede Fahrt ausgebucht. »Die Leute sind absolut glücklich über das Angebot und wir haben schon viel Lob bekommen« erzählt Elke Schmied.

Die einstige Geschäftsfrau und jetzige Ruheständlerin, die zusammen mit ihrem Mann Rainer ein Elektrofachgeschäft in Dortelweil geführt hat, hat Erfahrung im Organisieren: »Ohne Excel-Listen geht es nicht«, sagt sie und schlägt den Ordner auf. Fein säuberlich ist in einer Liste aufgeführt, wer sich angemeldet hat für die bevorstehende Fahrt, welche Preisgruppe gewünscht ist und ob es Wünsche zur Sitzplatzwahl gibt. »Wenn Freunde zusammensitzen wollen, ist das in der Regel möglich«, erklärt Schmied.

Die Theaterkarten bestellt sie, sobald ihre Anmeldeliste voll ist, beim »Gruppenbüro« des Hessischen Staatstheaters. Die Mitarbeiter dort übernehmen alles Übrige, buchen die Tickets, schicken sie an das Ehepaar Schmied und bestellen vor allem den Reisebus. »Das absolute Plus für unsere etwas älteren Theatergänger ist, dass wir direkt vor dem Theater abgesetzt werden«, sagt Schmied.

Zum Einstieg in Bad Vilbel gibt es je nach Bedarf sechs bis sieben Haltestellen über Kloppenheim nach Dortelweil, in die Kernstadt und zum Schluss auf dem Heilsberg. »Jeder wird abgehakt«, sagen die Schmieds: So haben sie die Gewissheit, dass alle dabei sind, die eine Karte bestellt haben. In der Mehrheit sind es Senioren, die mit dem Theaterbus mitfahren. »In diesem Alter fährt man nicht mehr so gerne Auto«, wissen die Schmieds. Und schließlich sei alles sehr komfortabel organisiert. Man achte aufeinander und helfe sich gegebenenfalls auf sehr freundliche Weise.

Pläne durchforsten

Die Schmieds freuen sich selber schon sehr auf die bereits ausverkaufte Theaterfahrt am 3. Februar zur Oper »Eugen Onegin« von Peter Tschaikowsky. Sie haben das Stück ausgesucht und recherchieren jetzt schon auf den Spielplänen der Theaterhäuser, was als Nächstes, in etwa acht Wochen, infrage kommt. Wenn sie sich für eine Aufführung entschieden haben, dauere es keine zwei Wochen und alle Plätze im Bus seien vergeben, wissen die Schmieds.



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