Einer der bekanntesten Songs weltweit ist »Amazing Grace«, im 18. Jahrhundert geschrieben vom Engländer John Newton. Dessen Lebensgeschichte und seine große Liebe zu Polly Marie Catlett sowie die Geschichte des wirkungsvollen Lieds wird in dem Musical »Amazing Grace« erzählt.

Am Dienstagabend wurde das Stück um den bekanntesten Gospelsong der Welt in der Stadthalle aufgeführt, jedoch nicht von einem Tourneetheater, sondern als heimische Produktion. Die Friedbergerin Alena Neubert hat nach ihrem Studium bei Dominik Heinz an dessen privater Frankfurter Schule für Musik, Gesang und Darstellende Kunst die Produktionsfirma »The Brentwood Theatrical Productions (tbt)« gegründet.

Die 23-Jährige überzeugte nicht nur in der Rolle der Polly Mary Catlett, sie produzierte auch die zweistündige Aufführung, für die sie ihren Gesangslehrer Dominik Heinz als Regisseur und für die männliche Hauptrolle gewinnen konnte.

Dritter Profi im Bunde ist Marie Winter. Die junge Bad Nauheimerin wurde letztes Jahr als Schlagersängerin bekannt. In dem Zwei-Stunden-Stück spielt sie zunächst die liebevolle Mutter des kleinen John, der von der erst zehn Jahre alten Nele Janßen sehr sicher und souverän gespielt wurde. Danach wechselt sie in die Rolle der Gleichgültigkeit, die sie als »roter Engel« ausdrucksstark und souverän spielt.

Zusammen mit dem Hass (Gerald Stapfer) und der Angst (Mary Carmen Rönninger) führt sie durch die Lebensgeschichte Newtons, die das Trio gerne beeinflussen möchte. Gleich in drei Rollen präsent war Falk Schuch, zunächst als Sklavenhändler, dann als Notar und schließlich als depressiver William Cowper, der sich das Leben nehmen will, aber von Polly und John gerettet wird.

Das Musical wurde von Tore W. Aas, dem Leiter des weltberühmten Osloer Gospelchors und dem freikirchlichen Theologen und Journalisten Andreas Malessa als Chormusical geschrieben und vor fünf Jahren in Kassel uraufgeführt. Den wichtigen Chorpart übernahm der Basilika-Chor Ilbenstadt unter der Leitung von Jan Frische.

Gelungenes Bühnenbild

Die 30 Sängerinnen und Sänger überzeugten sowohl als zurückhaltender Begleitchor bei den Soli der Darsteller, aber auch als dynamischer Gospelchor, der bei der musikalischen Predigt von Newton mit bekannten Gospelklassikern überzeugte, angetrieben von ihrem Dirigenten, der dynamisch und in dieser Phase auch sehr sehenswert den Chor führte. Gelungen war auch das Bühnenbild mit wenigen Requisiten, jedoch gleich zwei großen Projektionsflächen. Eine diente als wechselnder Bühnenbildhintergrund, auf der Leinwand hoch über der Bühne wurde in den kurzen Umbaupausen die Lebensgeschichte Newtons von Stimmen aus dem Off, weitererzählt. Da tobt schon mal ein schwerer Sturm über die Leinwand, während Newton das Steuer fest in der Hand hielt. Auch die Tontechnik trug ihren Teil zum Gelingen der Produktion bei. Die Einspielungen der Halbplaybacks passten durchweg.

Etwas zu kurz kommt in dem Stück jedoch die Wandlung des Engländers von seiner Arbeit für einen Sklavenhändler und als rücksichtsloser Kapitän dreier Sklavenschiffe hin zu einem gläubigen Menschen, der schließlich als Pastor »Amazing Grace« schreibt.

Dies der Produktion anzulasten, wäre jedoch falsch. Dagegen überzeugten die sieben Darsteller in ihren elf Rollen allesamt, allen voran Alena Neubert, die gerade die ruhigen Stücke mit klarem Sopran ausdrucksstark sang. Die Sehnsucht nach ihrem geliebten John nahm man ihr sofort ab.

Stimmungsvoll war das Finale. Alle Hauptdarsteller, einschließlich der kleinen Nele, sangen eine Strophe von Amazing Grace und schließlich gemeinsam mit dem Chor den Titelsong. Stehende Ovationen waren die Folge. Beim Gospelmedley als Zugabe hielt es niemanden mehr auf den Sitzen.

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