22. Juli 2018, 18:00 Uhr

Kameraüberwachung

Sechs Augen für mehr Sicherheit auf dem Marktplatz in Bad Nauheim

Sie sollen mögliche Straftaten aufklären und letztendlich auch welche verhindern: Sechs Kameras am Marktplatz in Bad Nauheim sind offiziell in Betrieb genommen worden.
22. Juli 2018, 18:00 Uhr
Nachdem die Hürden gemeistert sind, hängen die Kameras. Teilweise sind sie dreh- und schwenkbar. (Foto: pm)

Die gestiegene Zahl der Straftaten – Körperverletzungen, Diebstahl und Gewalt gegen Polizisten – hat in den vergangenen Jahren eine Diskussion über eine mögliche Videoüberwachung auf dem Bad Nauheimer Marktplatz ausgelöst. Diese wurde vom Polizeipräsidium Mittelhessen aufgrund der Häufung der Vorfälle vorgeschlagen und vom Magistrat der Stadt Bad Nauheim begrüßt. Am Mittwoch haben Vertreter von Polizei und Stadt die Anlage offiziell in Betrieb genommen.

»Die nächtlichen Vorkommnisse rechtfertigen für einen Großteil der Bevölkerung die Videoüberwachung, andere mahnen die Verletzung von Persönlichkeitsrechten der Anwohner und Gewerbetreibenden an. Nach einer gründlichen Abwägung der Vor- und Nachteile entschied der Magistrat, aufgrund der bedeutsamen Wirkung als Präventionsinstrument, die Installation von sechs Kameras der Stadtverordnetenversammlung vorzuschlagen, die dem Vorhaben im Juni 2016 mehrheitlich zustimmte«, erklärt Erster Stadtrat Peter Krank.

Polizeipräsident Bernd Paul begrüße die Entscheidung der Stadt pro Videoüberwachungsanlage, heißt es in einer Pressemitteilung aus der Stadtverwaltung. Laut Paul sei der präventive Verdrängungscharakter nicht zu unterschätzen, aber auch nach Straftaten biete die Videoüberwachungstechnik gute Möglichkeiten, den oder die Täter zu identifizieren. »Eine Videoüberwachungsanlage verhindert zwar zunächst keine Straftat, sie führt in vielen Fällen jedoch zur Ermittlung des Täters und sorgt so im Nachhinein auch dafür, dass Folgetaten verhindert werden können.«

 

Private Bereiche sollen privat bleiben

 

Paul informierte auch darüber, dass dem Polizeiposten Bad Nauheim seit einigen Tagen ein Elektro-Roller für Streifentätigkeiten zur Verfügung steht. Der Polizeipräsident begrüßte zudem das Interesse der Stadt Bad Nauheim für das Projekt »Kompass«. Die kooperierende Präventionsarbeit werde künftig weiter an Bedeutung gewinnen, äußerte sich Paul.

Am Alten Rathaus wurden sechs Kameras montiert, vier feste und zwei dreh- und schwenkbare Geräte mit Infrarotbeleuchtung für die Nacht. »Dadurch entstehen auch bei Dunkelheit verwertbare Bilder von guter Qualität«, heißt es weiter in der Mitteilung. Sie überwachen den kompletten Marktplatz und die Einmündungsbereiche der angrenzenden Straßen. Dabei würden die Hauseingänge und Fenster durch Grauzoneneinblendung in der Software nicht von den Kameras erfasst. Damit werde gewährleistet, dass private Bereiche auch privat blieben und sich die Besucher des Marktplatzes trotzdem sicherer fühlten.

 

Daten werden zehn Tage gespeichert

 

Die Technik und der Bildspeicher sind im Alten Rathaus untergebracht, die Empfangszentrale der Bilder mit zwei Überwachungsmonitoren befindet sich in der Polizeistation in Friedberg. Die schwenkbaren Kameras fahren in Zeitintervallen vordefinierte Standpunkte ab, können aber auch von der Polizei bei Bedarf manuell gesteuert werden. Die Daten werden zehn Tage gespeichert und können somit auch für nachträgliche Ermittlungen verwendet werden. Danach werden die Bilder gelöscht.

»Die Inbetriebnahme der Anlage verzögerte sich, da wir in der Zeit zwischen Beschluss und Aufzeichnungsbeginn einige Hürden nehmen mussten«, erläuterte Krank. So wurde beispielsweise wegen des denkmalgeschützten Alten Rathauses der Denkmalschutz des Wetteraukreises mit eingebunden, der eine andere Farbgebung für die Kameras forderte. Die serienmäßig weißen Kameras mussten von einer Fachfirma auseinandergebaut, die Einzelteile schwarz lackiert und wieder zusammengebaut werden. Außerdem wurden für die zusätzlich benötigten Internetverbindungen am Alten Rathaus DSL-Leitungen gezogen.

 

25 000 Euro investiert

 

»Wir erhoffen uns durch die Videoüberwachung eine Verbesserung der Sicherheitslage am Marktplatz. Wir sehen darin einen Zugewinn für die polizeiliche Arbeit und sehen künftig bessere Chancen, auf Geschehnisse vor Ort schneller und gezielter einwirken zu können«, stimmten Paul und Krank überein.

Im Anschluss an die Inbetriebnahme wurden auf der Wache der Polizeistation Friedberg die auflaufenden Kameraaufzeichnungen und technischen Möglichkeiten vorgeführt. Die Gesamtkosten für die Technik, die Herstellung der Internetleitungen, die Inbetriebnahme und die Einweisung des Personals der Polizei belaufen sich laut Stadt auf rund 25 000 Euro.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bilder
  • Gewalt gegen Polizisten
  • Kameras und Photoapparate
  • Persönlichkeitsrecht
  • Polizei
  • Polizeipräsidium Mittelhessen
  • Video-Überwachung
  • Bad Nauheim
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.