20. Juli 2018, 20:23 Uhr

Schwierig, aber keine Katastrophe

20. Juli 2018, 20:23 Uhr
Sehen trotz des heißen Sommers keinen Anlass zur Panik (v. l.): Christoph Förster, Helmut Keller und Thomas Zebunke. (Foto: pm)

Die Ernte ist in weiten Teilen des Kreises zur Hälfte eingebracht. Die Lage sei schwierig, aber keine Katastrophe, zogen die Landwirte ein erstes Fazit, die sich jetzt mit dem Direktkandidaten der Grünen im Wahlkreis östliche Wetterau, Thomas Zebunke, ausgetauscht haben.

Der neue Mähdrescher steht seit zwei Tagen still auf der Domäne Marienborn bei Eckartshausen. Nach der langen Trockenheit hat es zu Beginn der Weizenernte geregnet, Luft und Getreide sind noch feucht. Christoph Förster hofft, dass er am Nachmittag wieder mit dem Dreschen beginnen kann.

»So feucht wie die erste Jahreshälfte im vergangenen Jahr war, so trocken war sie in diesem. Es gibt auch in Hessen einzelne Regionen, die mit erheblichen Verlusten durch die Trockenheit zu kämpfen haben. Insgesamt ist die Situation in der Wetterau für die meisten Betriebe noch verkraftbar«, sagt Agraringenieur Zebunke. Förster ergänzt, Ackerbaubetriebe mit einer weiteren Fruchtfolge, das sind meistens Biobetriebe wie sein eigener, könnten auf den guten Böden der Wetterau auch mit weniger Niederschlägen auskommen. Das habe dazu beigetragen, dass die Wintergerste noch fast normale Erträge brachte. »Bei Weizen, Triticale und beim Raps haben wir bis zu zwei Wochen früher ernten müssen, und da lassen die Erträge schon nach. Statt der in weiten Teilen der Wetterau üblichen neun Tonnen Ertrag pro Hektar beim Winterweizen werden in diesem Jahr kaum noch acht Tonnen erreicht.« Bei Kartoffeln gebe es einen guten Knollenansatz, aber der Wassermangel führe zu kleineren Knollen als üblich.

Sein Kollege Helmut Keller führt die Domäne Konradsdorf bei Ortenberg als Milchviehbetrieb. »Futterbaubetriebe haben es schon schwerer«, sagt er, »uns fehlt dieses Jahr mindestens ein Schnitt, da kommen Betriebe mit einem hohen Viehbesatz in Bedrängnis und müssen zukaufen. Glücklicherweise macht der Mais sich noch ganz gut in diesem Jahr. Die Getreidequalität erreicht oft nicht mehr die Backfähigkeit und muss als Futtergetreide vermarktet werden.«

Für Zebunke ist das ein Zeichen dafür, dass der Klimawandel in der hessischen Landwirtschaft angekommen ist. »Die Landwirte haben keine andere Wahl, als damit umzugehen und ihre Anbaumethoden anzupassen.« Hilfreich seien Methoden des ökologischen Landbaus. »Mehr mechanische Bodenbearbeitung zur Unkrautbekämpfung, tief wurzelnde Zwischenfrüchte und der höhere Humusanteil im Oberboden halten mehr Wasser im Boden.«

Diese Erfahrung machten auch konventionelle Bauern und tauschten sich mit ihren ökologisch wirtschaftenden Kollegen aus. Keller rät, die Futterfläche auszuweiten und den Viehbesatz niedrig zu halten.

Ackerbauer Förster beschäftigt sich mit anderen Sorten und nochmals erweiterten Fruchtfolgen.

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