14. Juni 2018, 11:10 Uhr

Trickbetrüger

Schutz vor Trickbetrügern: Deshalb sind Eltern und Enkel in der Pflicht

Die Maschen von Trickbetrügern sollten sich langsam herumgesprochen haben. Doch immer wieder gibt es unfassbare Fälle. So müssen Kinder und Enkel ihre Verwandten schützen.
14. Juni 2018, 11:10 Uhr
(Symbolfoto: dpa) (Foto: Jan-Philipp Strobel (dpa))

Die Maschen von Trickbetrügern sollten sich langsam herumgesprochen haben, möchte man meinen. Doch immer wieder gibt es diese Fälle: Eine 73-jährige Frau aus Nieder-Weisel hinterließ einem falschen Polizeibeamten am letzten Mittwoch gegen 17.30 Uhr einen fünfstelligen Betrag. Als die Frau am Montag erneut Geld bei der Bank abheben wollte, weil der Betrüger das große Geschäft witterte, wurde eine Mitarbeiterin misstrauisch und informierte die Polizei.

 

Senioren immer wieder Opfer

Vor allem Senioren werden immer wieder Opfer von Trickbetrügern. Helmut Richter aus Rosbach ist einer von derzeit 25 Sicherheitsberatern für Senioren im Wetteraukreis, die für dubiose Tricks anfällige Menschen sensibilisieren. Die Ehrenamtler besuchen Organisationen und Treffpunkte von Senioren. »Wir wollen älteren Menschen helfen, zurückhaltender zu sein, wenn es unangekündigt an der Tür oder am Telefon klingelt« sagt Richter
.

+++ Lesen Sie auch: Bankangestellte verhindern Betrug an Seniorin +++


In den kostenlosen Gesprächsrunden sei immer einer dabei, der eine der Maschen schon erlebt habe. »Erfahrungsberichte helfen viel mehr zu sensibilisieren als ein stumpfer Vortrag«, sagt Richter. Deshalb sei es wichtig, mit den Senioren zu sprechen. Der Appell von Richter geht jedoch an die jüngeren Generationen: »Redet mit euren Angehörigen oder Freunden, klärt sie auf und bietet Hilfe an. Nur so gewinnt ihr Vertrauen. Dann kann kein Gauner am Telefon Angst verbreiten.«

 

Vieles läuft anonymer

Doch wie soll das funktionieren, wenn man nicht im selben Haus wohnt? »Die Jüngeren müssen immer wieder betonen, dass die Älteren sich sofort melden sollen, wenn Unbekannte Kontakt mit ihnen aufnehmen«, sagt Richter. Vieles laufe heute anonymer ab. Den klassischen »Weißt du, wer hier spricht?«-Anruf gebe es kaum noch. »Vielmehr rufen falsche Anwälte an oder stehen mit einer Vollmacht vor der Tür«, sagt der Hilfsberater. Mit Kriminaloberkommissarin Sylvia Jakob sei man im Austausch über Entwicklungen in der Betrüger-Szene.

Gleiches gilt für die Bankinstitute. »Wir schulen unsere Mitarbeiter regelmäßig und sind in engem Kontakt mit dem Polizeipräsidium«, sagt Bernd Kunzelmann von der Sparkasse Oberhessen. In der Vergangenheit häuften sich Fälle, bei denen Bankmitarbeiter aufgrund ungewohnter Überweisungen stutzig wurden – und den Schwindel aufdeckten. Die Chancen der Butzbacherin, ihr Geld zurückzubekommen, sind gering. »Wir können nur immer wieder auf die Gefahren aufmerksam machen«, sagt Richter. Schließlich soll das Geld bleiben, wo es hingehört.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bankmitarbeiter
  • Eltern
  • Enkel
  • Helmut Richter
  • Polizei
  • Senioren
  • Sicherheitsberater
  • Sparkasse Oberhessen
  • Trickbetrüger
  • Wetteraukreis
  • Erik Scharf
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos