15. August 2018, 20:13 Uhr

»Schönster Beruf der Welt«

15. August 2018, 20:13 Uhr
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Von Harald Schuchardt
26 Jahre jung ist der neue Priester in Friedberg, Christian Kaschub. (Foto: Schuchardt)

Nach dem turnusmäßigen Weggang von Kaplan Alexander Rothermel hat Christian Kaschub Anfang Juli seinen Dienst als Kaplan in der katholischen Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt angetreten. »Priester ist für mich der schönste Beruf der Welt«, sagt der 29-jährige, der vor zwei Jahren im Dom zu Mainz zum Priester geweiht wurde und danach in der Pfarrei Johannes XIII. in Viernheim tätig war.

»Diese Zeit hat mich sehr geprägt«, sagt Kaschub, der in Heusenstamm aufgewachsen ist. Acht Stunden in der Woche gab er Religionsunterricht, hielt Messen und führte viele intensive Gespräche mit Gemeindemitgliedern. »Der persönliche Kontakt ist mir besonders wichtig. Ich freue mich auch in Friedberg auf jede persönliche Begegnung«, sagt der Kaplan.

In Viernheim hat er bei Trauergesprächen mit Menschen, die sonst eher selten mit der Kirche in Berührung kommen. Dabei habe er bemerkte, dass es viel Zeit brauche, um gute Arbeit zu machen und Glauben zu vermitteln. »Mir ist die Gemeinschaft unglaublich wichtig«, ergänzt Kaschub, der in seiner ersten Priesterstation viele persönliche Schicksale kennengelernt hat. Er nennt ein Beispiel: »Mich hat ein Ehepaar beeindruckt, dass vor zehn Jahren ihr Kind verloren hat und trotzdem im Glauben steht.«

Aufgewachsen ist der Priester in einer katholisch geprägten Familie. Seine Mutter ist unter anderem seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich im Pfarrbüro tätig, sein Vater war im Vorstand des Kirchenchors. Seine Faszination am Priesterberuf begann bereits im Kindergarten: »Der Pfarrer war da sehr präsent«. Als Schüler war er Ministrant und sang bei den »Minis« im Kirchenchor. Als 16-Jähriger nahm er an einem Info-Wochenende im Mainzer Priester-Seminar teil.

Er habe beschlossen, erst einmal Abitur zu machen, um dann weiter zu sehen, erzählt er. Schließlich trat er im Juli 2008 ins bischöfliche Priesterseminar in Mainz ein, absolvierte ein Vorsemester in Freiburg um dann in Mainz und Innsbruck katholische Theologie zu studieren. Er absolvierte er Praktika im katholischen Büro in Berlin sowie beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken in Bonn-Bad Godesberg.

Kaschub: »Ich dachte mir, Du probierst es aus. Mir war wichtig, die Freiheit zu haben, jederzeit wieder gehen zu können.« Doch dazu kam es nicht. »Ich bin Schritt für Schritt reingewachsen, es war ein jahrelanger Prozess«, sagt der Priester, dessen Familie seine Berufswahl unterstützt hat. Das Zölibat, die Ehelosigkeit, sei für ihn kein Thema. Die Familie und gute Freunde seien ihm wichtig.

Einen direkten Bezug zu Friedberg hat er nicht, jedoch lebte sein Großvater mütterlicherseits nach seiner Flucht aus dem Sudetenland in den 50er Jahren in Echzell. »Meine Mutter hat gesagt: Da schließt sich ein Kreis«, so Kaschub, der sich auch schon auf die närrische Kampagne der katholischen Vereinigung »Schwarze 7« freue – auch wenn er nicht der »ganz große Karnevalist« sei. Etwas karnevalistische Erfahrung habe er schon, da er in seiner Zeit als Diakon in Heppenheim in einer Gruppe aufgetreten sei.

Einführungsgottesdienste von Kaplan Christian Kaschub finden statt am 18. 8., 18 Uhr, Marienkirche Friedberg, am 19. 8., 9 Uhr, St. Anna Kirche Dorheim und 10.30 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche Friedberg



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