03. Oktober 2019, 18:38 Uhr

Scheue Schönheiten entdecken

03. Oktober 2019, 18:38 Uhr
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Aus der Redaktion
Im Ober-Mörlener Wald leben seltene Wildkatzen. (Foto: Thomas Stephan/BUND)

Raus aus den vier Wänden, rein in die Natur: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lädt Daheimgebliebene ein, in den Herbstferien einem echten Schatz in den Wäldern auf die Spur zu kommen: der Europäischen Wildkatze, zum Beispiel in Ober-Mörlen.

»Wildkatzen sind echte Ureinwohner in Hessen«, sagt Susanne Schneider, Managerin der Naturschutzprojekte beim BUND Hessen. Ein Ausflug zum Wildkatzenpfad am Winterstein bei Ober-Mörlen bringt Besuchern die scheuen Tiere näher. Mithilfe von Lockstöcken konnten im Jahr 2016 Wildkatzen in dem Waldgebiet am Rande des Taunus nachgewiesen werden.

Sprechende Bushaltestelle

Um eine der scheuen Raubkatzen auf dem sieben Kilometer langen Wildkatzenpfad am Winterstein zu Gesicht zu bekommen, muss man zwar etwas Glück haben, »doch dank spannender Infotafeln oder einer sprechenden Bushaltestelle lernt man spielerisch, wie lebendig ihr Lebensraum ist und verbringt Zeit in der herbstlichen Natur«, sagt Schneider. Also ein ideales Ziel für einen Familienausflug an der frischen Luft, um die Ferien auch zu Hause spannend zu machen.

»Dass nicht nur Rehe und Wildschweine, sondern auch Wildkatzen und Luchse in unseren Wäldern zu Hause sind, ist für viele immer noch überraschend«, sagt Schneider. »Doch nur was wir kennen, können wir schützen. Deshalb fängt Naturschutz mit Entdecken an.« Der BUND setzt sich mit seinem »Rettungsnetz Wildkatze« deshalb bereits seit 15 Jahren für den Schutz der Wildkatze sowie für die Umweltbildung für Klein und Groß ein.

Die Europäische Wildkatze ist schon seit zehntausenden Jahren in Europa zu Hause und nicht mit verwilderten Hauskatzen zu verwechseln. Vor rund 100 Jahren war sie in Deutschland fast ausgerottet, nur wenige Tiere überlebten. Ihre größte Gefahr ist heute die Zerstörung und Zerschneidung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und ausgeräumte Ackerflächen.

In seinem »Rettungsnetz Wildkatze« arbeitet der BUND deshalb an der Wiedervernetzung der Lebensräume der Wildkatze. Das Ziel: Ein Netzwerk an Wäldern, die durch grüne Korridore aus Bäumen und Büschen wieder miteinander verbunden sind. So können die Tiere ihre alten Lebensräume zurückerobern.

Die gute Nachricht: Der BUND dokumentiert seit einigen Jahren, dass sich die Europäische Wildkatze wieder ausbreitet. Ihre aktuellen Bestände werden auf 6000 bis 8000 Tiere geschätzt.



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