27. Januar 2018, 18:00 Uhr

Jazz-Szene in Trauer

»Satchmo« der Wetterau: Kalli Velten tot

Er war einer der bekanntesten Musiker in der Wetterau: Karl-Heinz »Kalli« Velten, Trompeter. Sänger, Multitalent, ist im Alter von nur 73 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben.
27. Januar 2018, 18:00 Uhr
Musik war sein Leben: Kalli Velten in seinem Musikhaus in Friedberg. (Foto: Nici Merz)

Er sehe den blauen Himmel und die weißen Wolken, verrät der Sänger. Auch den hellen gesegneten Tag und die dunkle Nacht sehe er, und er denke bei sich: Was ist das doch für eine wundervolle Welt: »What a wonderful world.« Dieses durch den Jazztrompeter und Sänger Louis Armstrong bekannt gewordene Lied zählte zum Standardrepertoire von Karl-Heinz »Kalli« Velten. Jetzt ist der »Satchmo der Wetterau« von uns gegangen, im Alter von 73 Jahren. Viel zu früh, ein schwerer Verlust, eine traurige Nachricht.

Kalli war einzigartig. Ein Multiinstrumentalist, ein Lehrer und Ratgeber, ein Freund und Gefährte, auf den man sich verlassen konnte. Kalli versprühte stets gute Laune. Besang er die »wonderful world«, dann meinte er das auch so. Er wird fehlen, der Familie, den Freunden, allen Musikfans in der Wetterau. Mit der Kalli-Velten-Jazzband stand er seit über 15 Jahren und bis zuletzt auf der Bühne, erfreute seine vielen Fans mit Swing, Jazz, Blues oder ewig-jungen Schlagern aus alten Tagen.

Mit den Stars auf der Bühne

Das war freilich nur eines von vielen Kapiteln in seinem musikalischen Leben. Angeregt durch den Großvater und den Bruder brachte er sich mit zwölf Jahren das Fanfaren-Spiel selbst bei. Bald wurde er Stabführer und Ausbilder, holte mit dem Musikcorps Großen-Linden bei der Weltmeisterschaft der Blasorchester in Kerkrade zweimal die Goldmedaille, lernte Saxofon, Trompete und Kontrabass, spielte in einer Tanzkapelle, gründete eigene Bands und stand bald mit den Großen der Branche auf der Bühne. Velten begleitete Howard Carpendale, Ted Herold und Dunja Reiter, jammte mit Hugo Strasser und Max Greger jr., dem Jazzklarinettisten Reimer von Essen und dem Geigenvirtuosen Martin Weiß.

Nebenbei gab er sein musikalisches Talent an die nächste Generation weiter, engagierte sich als SPD-Stadtverordneter in der Kommunalpolitik und baute in der Pfingstweide in Friedberg ein Musikhaus auf, das über Jahrzehnte hinweg ein Treffpunkt der heimischen Musikszene war. Zig Musikvereine hat Kalli Velten dirigiert, er war Wertungsrichter und wurde vom hessischen Blas- und Volksmusikverband zum Musikdirektor ernannt. Musikalisch hat er zweifellos auf vielen Hochzeiten getanzt, darunter gab es auch kuriose Auftritte wie jene als Oberhessisch singender »Kalli, the hessenpower«. Karl-Heinz »Kalli« Velten war eben einzigartig.

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