07. Juni 2018, 20:08 Uhr

Salve in der Saalburg

07. Juni 2018, 20:08 Uhr
Die Klasse 4b mit Frau Seibel vor der Statue am Haupttor. (Fotos: pv)

Wöllstadt. Wie haben die römischen Soldaten früher gehaust? Die Klasse 4 b der Fritz-Erler-Schule aus Ober-Wöllstadt hat im Rahmen des Projekts »Zeitung in der Grundschule«, das die Wetterauer Zeitung gemeinsam mit dem Aachener Institut zur Objektivierung von Lern- und Prüfungsverfahren (IZOP) durchführt, die Saalburg besucht. Hier kommt der Bericht der Schüler:

Hier auf der Höhe des Saalburgpasses im Taunus lebten vor ca. 2000 Jahren die Römer und bewachten den Grenzwall (Limes) zwischen dem Römischen Reich und Germanien. Nach unserer Ankunft im Römerkastell Saalburg machten wir zuerst ein Klassenfoto vor der großen Statue am Haupttor. Dann starteten wir einen Rundgang um die zinnenbewehrte Mauer der Saalburg. Das dauerte nur zehn Minuten.

Danach erwartete uns eine aufregende Rallye. In unseren Rallye-Heften standen coole Fragen, die wir beantworten mussten, um den Lösungssatz zu finden. Also liefen wir kreuz und quer durch das Gelände der Saalburg und meisterten alle Aufgaben.

Im Anschluss daran schauten wir uns noch eine Halle an, in der verschiedene Bilder aus dem Alltag der Römer gezeigt wurden. Wir durften uns davor hinstellen und so zu einem Teil der Bilder werden. Wir haben Fotos mit diesen römischen Hintergründen gemacht. Das war sehr lustig. Dort entdeckten wir auch in einer Kiste Gewänder, wie zum Beispiel eine römische Tunika oder Toga.

Aber damit war der Besuch noch lange nicht beendet. Denn nun startete noch eine weitere aufregende Zeitreise in die Römerzeit: die Führung. Wir lernten, wie man von einem jungen germanischen Bauern zu einem römischen Soldaten wurde.

Unsere Führerin, Frau Heuner, zeigte uns, wie die Soldaten lebten, die den Limes bewachten. Immer acht Soldaten wohnten in einem Raum, immer vier Personen teilten sich ein Bett. Zum Glück waren nicht immer alle gleichzeitig da. Der einzige Luxus war ein Ofen. Die Soldaten mussten Latein lernen und hatten sehr viel Arbeit. Die Frauen hatten nicht so viele Rechte wie die Männer und durften keine Soldaten werden.

Gegessen wurden größtenteils kalte Speisen: Brot, Schinken, Oliven, Eier, Nüsse, Feigen, Datteln und andere Früchte. Fleisch gab es nur selten, Getreidebrei öfter. Die Soldaten tranken meist Wasser. Auch Wein gab es nur selten. Der Wohnraum des Centurio (Hauptmann) war besser eingerichtet. Dort gab es Betten. Wenn Gäste kamen, konnte man sich hinlegen und essen. Im Kastell gab es verschiedene Handwerksberufe, zum Beispiel Schmied, Bäcker, Maurer, Tischler oder Zimmermann.

In einer anderen großen Halle mussten wir uns selber lateinische Vokabeln merken und uns auf Befehl wie die Soldaten aufstellen und marschieren: ad sinistra (links), dextra (rechts) und retro (zurück). Außerdem stellten wir die Formation »Schildkröte« nach. Dabei lernten wir, dass die Schilde immer in der linken Hand gehalten wurden.

In einem Raum stand eine Puppe, die die Standardausrüstung eines Soldaten trug: Helm, Kettenhemd, lange Hosen im Winter, lange Oberteile, Schwert, Dolch, Schild und Wurfspeer. Auch damals gab es schon feste Schnürschuhe und nicht alle Römer trugen immer Sandalen. Ihre Kleidung und Ausrüstung mussten die Soldaten selber bezahlen.

Im Fahnenheiligtum schworen die Sodaten vor einem Kampf, dass sie gute Legionäre sein würden. Nach 25 Jahren Dienstzeit und ehrenvoller Entlassung erhielten die Soldaten das Bürgerrecht von Rom, Geld und vielleicht auch ein Stück Land.

Zum Abschluss sahen wir uns noch einen Film über die Entstehung der Saalburg an. Im Jahre 260 n. Chr. brannte das Kastell nieder und wurde erst vor ca. 100 Jahren wieder aufgebaut.

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