22. Februar 2018, 20:32 Uhr

Wahlen

SPD wählt Landtagskandidaten: Waas tritt gegen Kartmann an

Karl-Otto Waas aus Wölfersheim ist der Kandidat der SPD für das Direktmandat im Wetterauer Norden bei der Landtagswahl am 28. Oktober.
22. Februar 2018, 20:32 Uhr
Sieg in Zimmermanns-Montur: Karl-Otto Waas, eingerahmt von seinem neuen Stellvertreter Tobias Gniza (r.) und der Unterbezirksvorsitzenden Lisa Gnadl. (Foto: jwn)

Der 54-Jährige setzte sich am Mittwoch im Reichelsheimer »Raabennest« gegen seinen Mitbewerber, den 30-jährigen Tobias Gniza aus Rockenberg durch. Der Wahlkreis 27 umfasst die Städte Bad Nauheim, Butzbach, Echzell, Münzenberg, Ober-Mörlen, Reichelsheim, Rockenberg und Wölfersheim. Für die CDU tritt hier erneut Norbert Kartmann an.

Es waren zwei SPD-Kandidaten, die unterschiedlicher nicht seien könnten. Der Akademiker Gniza, der kurz vor seinem Master-Examen steht, auf der einen, der Gewerkschafter Waas auf der anderen Seite. Gniza trägt seine Bewerbungsrede im geschliffenen Hochdeutsch vor. Jedes Wort sitzt. Er spricht vom Kampf gegen den Rechtsextremismus oder den Einsatz für die Chancengleichheit bei Bildung und Beruf. Als langjähriger Kommunalpolitiker möchte er aber auch den Kommunen unter die Arme greifen, ihre Finanzausstattung verbessern und für einen schnelleren Ausbau der Infrastruktur sorgen.

Arnold gibt Waas Rückenwind

Karl-Otto Waas tritt in der typischen Zimmermannskleidung vors Mikrophon. Sein 20-Minuten-Vortrag dreht sich fast ausschließlich um die speziellen Sorgen der Arbeitnehmerschaft. Dabei seien ihm familienfreundliche Arbeitsplätze genauso wichtig wie das Abschaffen von befristeten Arbeitsverträgen für Lehrer. »Wie soll man als junger Mensch eine Familie gründen, wenn nicht einmal der Arbeitsplatz sicher ist?«, fragt er ein ums andere Mal. Waas sprich voller Leidenschaft. Er ist seit 1979 in der Gewerkschaft organisiert, gehört der SPD ebenfalls seit 1980 an.

Jeweils drei Befürworter treten vor die 45 Delegierten, um für »ihren« Kandidaten zu werben. Matthias Görlach, in den Jahren 2008 und 2013 SPD-Kandidat für den Wahlkreis, und Natalie Pawlik, die sich 2017 um das Bundestagsmandat beworben hatte, sprechen sich für Gniza aus. Er könne die Jugend ansprechen, sei dennoch erfahren in Sachen Wahlkampf.

Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten Waas war aber der Auftritt des ehemaligen SPD-Unterbezirksvorsitzenden Joachim Arnold. Der frühere Landrat unterstrich zunächst die Fairness an diesem Abend: »Es ist keiner aufgestanden und hat gegen einen Kandidaten geredet, sondern alle haben nur für ihren eigenen Bewerber gesprochen. Das ist vorbildlich.« Arnold plädierte für Waas, denn der verkörpere als Arbeiter die Ideale der SPD, sei authentisch und stehe zu seiner Herkunft. Außerdem habe er noch nie ein politisches Amt des persönlichen Vorteils wegen angestrebt.

Waas erhielt 25 Stimmen, Gniza 19. Eine Stimme war ungültig. Bei der anschließenden Wahl zum Ersatzbewerber erhält Gniza dann mit 43 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung den Zuspruch der Delegierten.

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